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PopUp House: Zum Do-It-Yourself Haus in 4 Wochen

Mit dem PopUp-House bietet ein französisches Unternehmen ein Eigenheim an, das sich im Lego-Prinzip und Do-It-Yourself Verfahren in wenigen Tagen auf- und abbauen lässt. Ein ausgeklügeltes Dämmkonzept und Holz als Baumaterial machen es möglich und sollen das Gebäude nicht weniger wohntauglich machen als jedes andere Haus. Mobile Geeks - diesmal in vier Wänden.
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Die Baufinanzierungs-Zinsen sind so niedrig wie nie – gut, der Satz fällt mittlerweile jedes Jahr auf’s Neue. Der ein oder andere wird sich in den vergangenen Jahren vielleicht schon öfter mit dem Thema Eigenheim beschäftigt haben und weiß, was auf einen Häuslebauer zukommen kann. Neben der Finanzfrage steht man jedenfalls auch vor einer Entscheidung für Baukonzept: Ein Fertighaus, ein Niedrigenergiehaus, Reihenhaus, Holzhaus, mit Keller, ohne Keller?

Lässt man Kleinigkeiten wie Baugenehmigungen und vergleichbaren Kram mal beiseite, gibt es ein weiteres Problem: wo soll das Haus stehen, auf welchem Baugrundstück? Und: bleibt man selbst dort tatsächlich die nächsten 5, 10 oder 20 Jahre wohnen – oder muss man vielleicht privat oder beruflich bedingt umziehen?

Nicht nur vor diesem Hintergrund gewinnt die Idee von semi-portablen „Schnellbau“-Häusern immer mehr Anhänger. Hierbei handelt es sich – wie beim hier gezeigten PopUp-Haus – um Gebäude, die sich in relativ kurzer Zeit aufbauen und auch wieder abbauen lassen. Das Prinzip dahinter ist simpel: gearbeitet wird mit einem Stecksystem – ähnlich wie Lego – und die Materialauswahl bleibt begrenzt. Neben einem ausgeklügelten Dämm-Konzept setzen die meisten Anbieter auf Holz, da es – gemessen an Dicke und Gewicht – über gute Eigenschaften verfügt und zudem leicht zu be- bzw. verarbeiten ist.

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Vom Entwurf und der Planung des Hauses bis zum Bezugstermin des PopUp-Hauses sollen im Idealfall nur vier Wochen vergehen. Der Aufbau soll sogar in knapp vier Tagen erledigt sein, ein eventuell später notwendiger Abbau dauert etwas länger. Theoretisch bräuchte man zum Aufbau nur etwas Zeit und einen Schraubendreher – so das Versprechen. In der Regel wird man die Hilfe eines professionellen Teams in Anspruch nehmen, das sich mit der Materie auskennt.

Update 12. Februar 2016, 14:30 Uhr
Via Twitter erreicht uns die Botschaft des Herstellers, dass trotz eigener beeindruckender handwerklicher Fähigkeiten die Hilfe professioneller Handwerker erforderlich ist ;-).

Es gibt für das hier gezeigte PopUp-Haus verschiedene Grundmodule, die sich nahezu beliebig erweitern lassen. Auch an entsprechende Sanitär- und Elektroinstallationen innerhalb des Hauses wurde selbstverständlich gedacht. Der Anbieter bietet sowohl eine Office- als auch eine Privathaus-Variante an, die sich sowohl in puncto Exterieur als auch beim Interieur bzw. in der Aufteilung unterscheiden. Die gezeigten Beispiele reichen von einem „kleinen“ Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche bis zu einem großzügigen Büro-Gebäude mit 2.000 m².

Letztendlich ist dieses Hauskonzept die konsequente Fortführung des „Mobility-Gedankens“, den wir hier bei Mobile Geeks schon immer abbilden. Während gerade ein Eigenheim oder auch der Standort eines Unternehmens noch als Synonyme für Beständigkeit und langfristige Lebensplanungen stehen, sieht die Realität „da draussen“ schon in vielen Bereichen ganz anders aus. Menschen ziehen mehrfach in ihrem Leben um, oft über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Unternehmen verlagern ihren Standort, weil sie andernorts bessere Rahmenbedingungen vorfinden, ihren Kunden hinterher ziehen oder sich anderswie neu positionieren. Ehemals boomende Gewerbegebiete mit Quadratmeterpreisen im fünfstelligen Bereich sind leer und verlassen. Kurzum: Zeiten ändern sich, nicht nur technologisch – und das bedingt manchmal, dass wir uns auch örtlich verändern müssen (oder dürfen/können/wollen, je nachdem wie man dazu steht).

Das Unternehmen multipod studio, welches das PopUp-House anbietet, hat seinen Sitz übrigens in Frankreich – es ist also keine dieser verrückten us-amerikanischen Ideen. Eine Expansion in andere Länder ist geplant, eine der Hürden könnte das Behörden-Prozedere sein. Dennoch: sowohl preislich als auch vom Konzept her könnte der ein oder andere Eigenheim-Besitzer diese Idee ja mal im Auge behalten.