Kommentare

Power Racing Series: Wie Mario Kart im Real Life

Auf der Maker Faire in der Bay Area in Kalifornien schauten die Boliden der Power Racing Series vorbei. Was nach millionenschweren Rennwagen klingt, sind jedoch allesamt modifizierte Plastik-Autos für Kinder, gefahren von Erwachsenen. Im Einsatz sieht das somit mehr nach Real Life Mario Kart aus als nach Formel 1.

von Carsten Drees am 28. Mai 2015

Die Maker Faire ist euch allen ein Begriff, oder? Auf diesen Events, die rund um den Globus stattfinden (in wenigen Tagen wieder in Hannover zum Beispiel), kommen Tüftler, Erfinder, Bastler – eben “Maker” – aus aller Welt zusammen und präsentieren ihre Werke oder informieren sich über neue Möglichkeiten oder Technologien. Vor wenigen Tagen ist die Maker Faire Bay Area zu Ende gegangen und dort gastierte ein ganz außergewöhnlicher Rennzirkus: Die Power Racing Series!

Wenn ihr in den Trailer für die aktuelle Saison reingeschaut habt, dann wisst ihr schon, um was es geht: Ausgewachsene Menschen in winzigen Autos auf Kart-Strecken! Dabei handelt es sich um Plastik-Karren für Kinder, die entsprechend modifiziert werden. Marken wie die Power Wheels von Fisher-Price, Peg Perego oder Little Tikes können eingesetzt werden, zu beachten ist dabei, dass die bis zu 40 Stundenkilometer schnellen Gefährte nicht teurer als 500 Dollar sind.

Das macht das Power Racing – für Rennsport-Verhältnisse – sehr preiswert, ohne dass dabei der Kreativität im Auto-Design Grenzen gesetzt werden, wie ihr auf folgenden Bildern erahnen könnt:

Power Racing Series Sweet Tooth
Die Gabel vorne ist nur Deko – keines der Fahrzeuge wird also von diesem Power Racer auf die Hörner genommen
Power Racing Series Jurassic Park
Auch im Jurassic Park-Design kann sich so ein Mini-Racer präsentieren
Power Racing Series Gerüst
Die Rahmen beider Fahrzeuge sehen nahezu identisch aus
Power Racing Series Motor
Ein Blick auf den Motor

Hier findet ihr das Regelwerk, falls es euch gerade in den Fingern juckt, selbst so eine Karre zu basteln bzw ein Spielzeug-Fahrzeug entsprechend zu “pimpen”. Dort erfahrt ihr, welche Batterien und Bremsen erlaubt sind, dass ihr ausschließlich Elektromotoren zum Antrieb verwenden dürft und auch, dass ein Team aus mindestens drei Personen bestehen muss: Einem Fahrer (ach was), einem Mechaniker und einem Freiwilligen. Letzterer wird benötigt, damit man den Rennbetrieb sicherstellen kann und bekommt entsprechende Aufgaben an der Rennstrecke zugewiesen.

Mobile Racing Wheelie

Es wird in verschiedenen Modi gefahren, maximal 24 Fahrzeuge sind pro Rennen erlaubt. Melden sich mehr als 24 Autos an, findet vorher ein Qualifying statt. Hier seht ihr Bilder von der Weltmeisterschaft 2014 im Rahmen der Maker Faire New York. Egal, ob im Ben Hur-Stil, im Mini-Mini-Van oder im DeLorean – es sieht nach furchtbar viel Spaß aus:

Noch mehr Clips zu vergangenen Rennen der Power Racing Series könnt ihr euch übrigens auf diesem Kanal anschauen. Das nächste Video bietet euch einen besseren Eindruck von der Geschwindigkeit in dem Rennen, denn es ist direkt aus einem der Fahrzeuge gefilmt worden:

Schade, dass diese Rennen der Power Racing Series zwar in mehreren Städten, aber nur in den USA gefahren werden. Habt ihr schon von ähnlichen Veranstaltungen in unseren Gefilden gehört? Wenn ja, dann lasst es uns in den Kommentaren wissen, denn ich persönlich würde mir so ein Event schrecklich gerne mal live anschauen. In den Vereinigten Staaten gibt es zumindest schon unzählige Teams mit Power Racern und sowas müsste doch auch Nerds und Bastler in Europa interessieren, oder findet ihr nicht?

Chibi-Mikuvan 4Egal, ob aus euch ein zweiter Charles Guan (der am MIT studiert und nebenher gerne “Sachen” baut) wird oder nicht: Teilt uns mit, falls ihr ebenfalls bastelwütig seid und vielleicht ganz ohne Rennbetrieb schon mal ein solches Spielzeug “frisiert” habt. Als Rausschmeißer gibt es jetzt noch ein paar Fotos von Charles’ Van – ganz augenscheinlich ein Ableger des Original-Vans ;)

Chibi-Mikuvan 1

Chibi-Mikuvan 3

Chibi-Mikuvan 2

Chibi-Mikuvan 5

Quelle: makezine.com