Razer Project Linda – Cooles Smartphone-Laptop-Hybrid-Konzept mit Razer Phone-Antrieb vorgestellt [CES 2018]

Mit Project Linda zeigt Razer eines der interessantesten Konzepte auf der CES. Ein Smartphone-Laptop-Hybrid, was das mobile PC-Konzept in die nächste Evolutionsstufe bringt und zeigt, was in Zukunft möglich ist.
von Ümit Memisoglu am 10. Januar 2018

Verschiedene Lösungen, um aus seinem Smartphone einen PC machen kann, gibt es bereits einige: Continuum, DeX, Huawei´s PC-Modus und mehr. Ich selbst nutze auch gerne DeX und finde es toll, aber alle diese Lösungen haben ein Problem: Überall, wo man diesen super portablen mobilen „PC“ als solchen nutzen will, braucht man einen Monitor, Maus, Tastatur und im schlimmsten Fall viele Kabel, welche man nicht mal eben so mitschleppt. Und wenn, dann ist es die unpraktischste Art mobil zu arbeiten. Diese Konzepte gehen nur im bestimmten Umgebungen auf. Beispielsweise ein Büro in einem Unternehmen, welches nur auf DeX PCs z.B. ausgelegt ist.

Mit Project Linda in Kombination mit dem Razer Phone bringt Razer das Ganze in die nächste Evolutionsstufe: Ein Smartphone-Laptop-Hybrid. Zwar ist es nur ein Konzept und diese zeigt Razer oft auf der CES, wie z.B. Project Valerie, das Gaming Notebook mit drei Displays im letzen Jahr, aber es zeigt, wo die Reise hingeht oder hingehen könnte. Dieses Jahr nur etwas realistischer als letztes mal.

Was aussieht wie ein 13.3 Zoll Notebook ist erstmal nur eine Hülle oder eher eine Erweiterung. Sie besteht aus einem Aluminium-Unibody, ist 15 mm dünn bei einem Gewicht von 1,25 kg und ist in dezentem schwarz gehalten, wobei sich auf der Rückseite noch das leuchtende Razer-Logo befindet. Es erinnert sehr stark an die Notebooks der Razer Blade Reihe und damit sieht es auch mehr oder weniger wie ein schwarzes Macbook Pro aus, was auch nichts schlechtes ist.

Razer Project Linda

Ansonsten haben wir noch ein 13,3 Zoll Touch-Display mit Quad HD Auflösung und flüssigen 120 Hz für maximale Kompatibilität mit dem Razer Phone. Über dem Display findet man eine 720p Webcam und ein Dual-Array-Mikrofon. Eine Vollwertige Tastatur ist mit eingebaut, welches auf die Android-Umgebung angepasst ist und Razers bekannte Chroma-LED-Hintergrundbeleuchtung unterstützt. Leuchtprofile, Animationen und mehr lassen sich wie gewünscht einstellen, um für ein cooles Gaming-Erlebnis zu sorgen oder um Freunde zu beeindrucken und für Gesprächstoff zu sorgen. An den Seiten befindet sich ein USB-C-Anschluss, ein 3,5 mm Klinkenstecker (TRRS) und ein USB-A-Anschluss.

Im inneren befindet sich tatsächlich auch etwas. Ein 53,6 Wh Akku, die das Razer Phone mit seinem 4000 mAh Akku dreimal komplett aufladen kann und eine 200 GB Festplatte für Backups.

Ein Touchpad gibt es hier nicht in der traditionellen Form. Diesen hat man im Idealfall in seiner Hosentasche. Man setzt einfach das Razer Phone in die dafür vorgesehene Ausbuchtung ein, wo ein USB-C Anschluss mechanisch ausgefahren und das Smartphone angeschlossen wird. Genutzt wird das Smartphone dann entweder als 5,7 Zoll großes Touchpad oder als zweites Touch-Display für benutzerdefinierte Bedienelemente.

Mit dem Smartphone als Herzstück des Ganzen kommt auch der Lautsprecher dazu, denn das Notebook selbst hat keinen. Das braucht es auch nicht, da das Razer Phone mit sehr guten und lauten Lautsprechern ausgestattet ist. Das Razer Phone bringt aber auch mehr mit sich. Unter anderem den Snapdragon 835 Prozessor, 8 GB RAM und ein Androidbasiertes Betriebssystem, welches auf das Notebook übertragen wird. Für die gesamte Konnektivität ist auch das Smartphone zuständig. Egal ob Bluetooth, WLAN oder mobiles Internet via LTE. Somit eignet es sich super fürs Arbeiten und Spielen innerhalb des Android-Systems. Rechenleistung haben aktuelle Android-Smartphones ja genug. Es fehlen nur noch die Killer-Apps, die das System attraktiver machen. Auch gut mitgedacht: Der Fingerprintsensor des Razer Phones ist direkt auf der Vorderseite mittig platziert, sodass man den Notebook-Smartphone-Hybrid einfach entsperren kann.

Einen Nachteil hat das Ganze aber auch: Man muss das Razer Phone besitzen, denn mit anderen Smartphones funktioniert es nicht. Der Nutzer selbst ist nur auf ein bestimmtes Smartphone beschränkt und Razer könnte das Design seiner Smartphones in Zukunft gar nicht mehr ändern um Kompatibilität zu gewährleisten.

Das Ganze ist am Ende aber auch nur ein Konzept. Ob es Pläne für die Zukunft geben wird und wie diese aussehen werden behält Razer erstmal für sich. Es könnte am Ende auch wieder nur eine Tech-Demo sein, wenn auch eine ziemlich coole, die ich gerne auf dem Markt sehen würde. Preislich kann Project Linda aber in der Konstellation sicher nicht günstig sein. Dafür ist es zu hochwertig verarbeitet und allein schon das 120 Hz QHD-Display dürfte so einiges kosten. Wir sind aber gespannt und lassen uns Überraschen. Für mich ist es eines der interessantesten Vorstellungen auf der CES 2018.