RideOn: Augmented Reality-Brille für die Skipiste

Ausgerechnet aus Israel stammt mit der RideOn eine Augmented Reality-Brille, die sich explizit an Skifahrer wendet und für die man derzeit bei Indiegogo Geld einsammelt. Sie zeigt dem Träger nützliche Informationen an, lässt ihn kommunizieren und sogar spielen.

Mal ganz ehrlich: Wenn man ein Wearable für die Skipiste sieht, würde man nicht so schnell auf die Idee kommen, dass dieses Gadget aus Israel stammt, oder? Wir kennen das Land als eines, welches sehr viele Start-Ups und sehr viele innovative Entwickler beheimatet, Schnee ist in der Region aber eher ungewöhnlich. Kennt man jedoch die Hintergründe, liegt es schon fast auf der Hand, wieso es sich so entwickelt hat. So hat RideOn-Mitgründer Alon Getz Familie in Garmisch-Patenkirchen, die er jährlich besucht und wo er sehr gerne seiner großen Leidenschaft nachgeht – dem Snowboarding. Zudem hat er 15 Jahre lang u.a.Augmented Reality-Helme für Kampfpiloten entwickelt. Wenn man nun eins und eins zusammenzählt, verwundert es nicht, dass er nun seine Leidenschaft und sein Können in ein einziges Produkt einfließen lässt.

RideOn

RideOn ist also eine Brille, die sowohl für Skifahrer als auch Snowboarder gedacht ist und die ein paar Gemeinsamkeiten mit der Google Glass mitbringt. So könnt ihr beispielsweise das verbaute Display zur Navigation nutzen, indem ihr euch die nächste Berghütte oder den Weg zum Skilift anzeigen lasst. Darüber hinaus könnt ihr mit euren Freunden interagieren, die mit euch auf der Piste sind. Ihr könnt sie lokalisieren, ihnen Nachrichten zukommen lassen und sie sogar mit virtuellen Schneebällen bewerfen. Eine Kamera ist ebenfalls an Bord, so dass ihr auch hochauflösende Videos von eurer wilden Fahrt anfertigen und sharen könnt.

RideOn2

Dabei steht die Sicherheit im Vordergrund, was in diesem Fall bedeutet, dass möglichst wenige Anzeigen auf dem Display euch von der Sicht auf die Strecke ablenken sollen. Sobald der Sensor erkennt, dass ihr euch in Bewegung setzt, werden die Anzeigen auf ein Minimum heruntergesetzt und Benachrichtigungen und Nachrichten erreichen euch nachträglich, sobald ihr wieder zum Stehen gekommen seid.

Wie navigiert ihr auf dem Display?

Dazu hat man sich eine Technologie erarbeitet, die euch die Kontrolle mit den Augen gestattet. Ihr müsst also keine Spracheingaben machen oder eure Hände einsetzen, um durch die Menüs zu navigieren. Wem das noch nicht reicht, dem gibt RideOn zudem noch einige Gamification-Möglichkeiten an die Hand. Entscheidet ihr euch dafür, könnt ihr euch beispielsweise eine virtuelle Piste anzeigen lassen oder besser gesagt: Einen virtuellen Parcours auf die tatsächliche Piste legen. Das erklärt sich in Bildern deutlich besser, als wenn man es schreibt – also seht selbst:

Ihr könnt euch auch eure Bestzeiten visualisieren lassen, so dass ihr auf der Piste gegen eure eigenen Rekorde fahren könnt:

Auch bei diesen Gaming-Feattures haben die Israelis darauf geachtet, dass euer Sichtfeld nicht zu sehr beeinträchtigt wird, damit ihr jederzeit ausreichend viel von der tatsächlichen Strecke erkennen könnt. Inhalte werden übrigens auf dem Display so angezeigt, als würden sie sich etwa fünf Meter vor euch befinden.

Noch eine Woche läuft die Crowdfunding-Aktion zu RideOn bei Indiegogo, das Ziel von 75.000 Dollar hat man mittlerweile erreicht und geht nun die Stretch-Goals an. Farb-Varianten der Bille, Musik-Steuerung und weitere Games stehen da beispielsweise auf der Agenda. Im September möchte man die ersten Brillen ausliefern, die aktuell für 519 Dollar – also umgerechnet etwa 455 Euro – zu haben ist. Später im Handel wird sie dann deutlich teurer sein.

Welche Technik kommt zum Einsatz?

In die Brille ist ein LCD-Display eingearbeitet, der angezeigte Bereich soll drei Mal so groß sein wie bei einer Google Glass und besitzt eine Leuchtdichte/Helligkeit von 3.000 Nit. In der 240 Gramm schweren Brille befinde sich ein ARM Cortex-basierter Dual-Core-SoC mit 1,2 GHz, dazu 1 GB RAM, 32 GB interner Speicher, eine HD-Cam und ein 2.200 mAh-Akku, der acht Stunden durchhalten soll bzw. 24 Stunden im Stand-by. Android 4.4.1 KitKat liefert die Basis für das Betriebssystem und dank Bluetooth könnt ihr euch sowohl mit dem iPhone als auch mit Android-Smartphones verbinden und die RideOn-App nutzen. Die Brille kann auch ohne Smartphone eingesetzt werden, aber für den vollen Funktionsumfang seid ihr auf die Smartphones angewiesen.

Persönlich finde ich diese Brille – wenn sie denn dann im finalen Produkt auch exakt so funktioniert wie angekündigt – eine richtig große Sache. Entertainment- und nützliche Features halten sich die Waage und RideOn beweist einmal mehr, wie vielseitig so eine Brille eingesetzt werden kann. Ein Skihase wird vermutlich aus mir nie mehr, aber ich kann mir schon vorstellen, dass sich diese Anschaffung für viele Ski-Urlauber und Snowboarder lohnen könnte.