Samsung DeX-Station: Das Galaxy S8 wird zum Desktop-PC

Mit der neuen DeX-Station ergänzt Samsung das Galaxy S8 um eine aktiv gekühlte Docking-Station, die das Smartphone nicht nur auflädt. Über einen integrierten HDMI-Anschluß können hochauflösende Monitore oder Fachbildfernseher mit dem S8 oder S8 Plus verbunden werden, zudem gibt es Schnittstellen für eine Tastatur und eine Maus.

Im Laufe des Abends hat Samsung die beiden neuen Smartphone-Flaggschiffe Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus präsentiert, die sich im Wesentlichen durch ihre Bildschirmgröße bzw. ihre Proportionen unterscheiden. Im Rahmen der Vorstellung wurden auch die offiziellen Details zu den neuen Zubehör-Produkten genannt, die es für die beiden Smartphones geben wird. Während uns das ein oder andere Cover in einer ähnlichen Form und Funktionalität bereits vom Vorgänger Galaxy S7 bekannt ist, sind andere Artikel ganz neu.

Zu den Highlights unter den Zubehör-Produkten gehört sicherlich die DeX-Station. Samsung geht mit dieser Kombination aus Lade- und Dockingstation einen Weg, der uns bereits von Microsofts sogenanntem “Continuum-Mode” bekannt ist. Ein in der Station befindliches Smartphone kann mit einem großen Monitor verbunden werden, die Arbeitsfläche wächst dadurch überproportional.

In diesem DeX- oder Docking-Mode werden eine vom Hersteller speziell konfigurierte Oberfläche sowie verschiedene Funktionen aktiviert, die in der Regel nur bei einer derart großen Bildschirmfläche Sinn machen. Im Fall des Galaxy S8 nennt sich die entsprechende App schlicht “Samsung Galaxy Desktop”. Die Software ist u.a. in der Lage, mehrere gleichzeitig geöffnete Apps in verschiedenen Fenstern anzuordnen, wie man das von einem normalen Windows-PC kennt.

DeX-Station mit aktiver Kühlung

In dieser Betriebsweise steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sowohl die Prozessorleistung als auch der Arbeitsspeicher wesentlich stärker als üblich ausgereizt werden. Tatsächlich deuten die bisher vorliegenden Angaben darauf hin, dass im Desktop-Modus eventuell ansonsten geltende Limitierungen teilweise aufgehoben werden und das Galaxy S8 (Plus) seine volle Rechenkapazität über einen längeren Zeitraum ausnutzen kann.

Um die damit unweigerlich auftretende Hitze- bzw. Kühlungs-Problematik in den Griff zu bekommen, besitzt die DeX-Station einen aktiven Kühler, der sich hinter der Rückseite des Smartphones befindet. Ist das Smartphone eingedockt, wird über einen kleinen “Ventilator” warme Luft von der Oberfläche abtransportiert (oder kühle Luft auf die Oberfläche geblasen? Wir klären das.). Das System hat sich in vielen anderen Bereichen bewährt, doch das damit eventuell einhergehende Lüftergeräusch könnte je nach Aufstellort störend werden. Erste Tests werden zeigen, wie gut Samsung dieses “alte Problem” bei derartigen Konstruktionen angeht.

Anschlüsse: HDMI, USB und Ethernet

Das wie eine kleine Schatulle auf- und zuklappbare DeX-Dock besitzt mehrere Schnittstellen zum Anschluss verschiedener Peripheriegeräte. Neben zwei USB 2.0 Anschlüssen beherbergt die Station einen USB Type-C Anschluss, einen Ethernet-Port für kabelgebundene Netzwerke und einen HDMI-Anschluss für die Verbindung zu einem Monitor oder einem Flachbildfernseher.

In den bisher vorliegenden technischen Daten nennt Samsung als maximal mögliche Auflösung 3.840 x 2.160 Bildpunkte, so dass bei einer Framerate von 30 Bildern pro Sekunde tatsächlich eine optional mögliche 4K-Auflösung auf dem angeschlossenen Bildschirm zu sehen sein wird. Angesichts dieser Werte erklärt sich, warum der im S8 (Plus) gerade im möglichen Multi-Window-Mode und dem damit einhergehenden Multitasking aktiv gekühlt werden muss.

Die beiden USB 2.0 Anschlüsse dürften bei den meisten Anwendern als Ports zur Verbindung einer vollwertigen Tastatur und einer Maus zum Einsatz kommen. Grundsätzlich könnte hier aber auch ein USB-Stick zur Datensicherung bzw. -übertragung angeschlossen werden. Der USB Type-C Anschluss befindet sich im Innern der Basis und ist die Schnittstelle zum Smartphone. Zugleich kann das Smartphone hierüber geladen werden, was Dank “Adaptive Fast Charging” äusserst zügig vonstatten gehen sollte. Über den Ethernet-Port lassen sich LAN-Kabel anschliessen, die maximal erreichbare Übertragungsrate liegt bei 100 MBit/s.

Die Unverbindliche Preisempfehlung für die DeX-Station liegt bei ca. 150 Euro, was angesichts der gebotenen Funktionalität und den damit einhergehenden Erleichterungen im Alltag ein durchaus angemessener Preis ist.