Samsung Galaxy S6
Samsung Galaxy S6 Designs – Im Gespräch mit Chefdesigner Hong Ku Yeo

Was macht das Design des neuen Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge eigentlich aus? Wir haben uns mit Chefdesigner Hong Ku Yeo im Londoner Design und Innovation Centre unterhalten

Mit dem vor knapp über einem Monat vorgestellten Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge wagt Samsung sich an ein deutlich hochwertiges Design. Endlich kann man sagen, denn die flapsigen Plastik-Gehäuse der Vorgänger wurden schon seit Jahren kritisiert. Nun setzt der in Korea sitzende Hersteller auf Glas und Metall. Auf einem kleinen Event im hauseigenen Design und Innovation Centre in London hat Samsung nun einen kleinen Blick hinter die Kulissen gegeben und erklärt, warum das Design der Galaxy S6-Serie so ist, wie es nun ist.

Im Vergleich zu einigen anderen Herstellern fiel die Präsentation leider relativ mager aus. So hat Microsoft uns mal sämtliche Prototypen der Surface-Tablets gezeigt, von den ersten Modellen aus dem 3D-Drucker bis hin zu fehlgeschlagenen Entwürfen. Bei Samsung durften noch nicht einmal Fotos gemacht werden, aber dennoch gab es einige interessante Informationen zu den Hintergründen des Galaxy S6-Designs.

Endlich kein Plastik mehr, aber warum?

Warum ist die Verarbeitung der neuen Flaggschiff-Reihe so viel hochwertiger als bei den Vorgängern? Laut Samsung hat sie einfach der Markt dazu getrieben. Dieser sei mittlerweile viel ausgereifter und gesättigter als noch vor einigen Jahren. Kunden sind mittlerweile durchaus gut informiert und wissen, dass man heutzutage beim Kauf eines Handys kaum noch etwas falsch machen kann.

Mit so gut wie jedem Smartphone kann man gute Fotos schießen oder aktuelle Spiele spielen. Dadurch vergleichen Konsumenten weniger die Spezifikationen einzelner Modelle miteinander, sondern achten mehr auf das Design. Die Marke des Handys ist wichtig, wie es ausschaut und welches Logo auf der Rückseite klebt. So werden Smartphones oft mit der Rückseite nach oben auf den Tisch gelegt. Man sieht dadurch das Logo und wie edel das Design ist – vorne gibt es ja fast nur das Display zu sehen.

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Aufgrund des gesättigten Marktes und den veränderten Bedingungen wurde Chefdesigner Hong Ku Yeo fast freie Hand beim Design gegeben. Er konnte tun und machen was er wollte. Es gab kaum Vorgaben – bis auf die Maße.

Das neue Flaggschiff sollte so dünn wie möglich sein, was eine nicht zu unterschätzende Einschränkung ist. Allzu viel Spielraum gibt es dann beim Design nämlich doch nicht. Diese auf den ersten Blick kleine Vorgabe dürfte der Grund sein, weshalb Samsung beim Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge auf einen Rahmen aus Metall und eine Rückseite aus Glas gesetzt hat. Dadurch unterscheidet sich das Design nämlich deutlich von der Konkurrenz – was bei einem reinen Metallgehäuse schwer gewesen wäre.

microSD-Karten sind zu „kompliziert“

Hong wollte dem Galaxy S6 ein schlankes, modernes und auch einfaches Design spendieren. Dabei hat man auf einige Features verzichtet, dazu zählt der zuvor immer vorhandene MicroSD-Kartenslot. Bei den neuen Flaggschiff-Geräten fehlt dieser. Ein weiterer Grund dafür ist laut Samsung, dass MicroSD-Karten zu kompliziert seien. Die Speicherkarten können verloren gehen und es sei sowieso einfacherer Daten direkt in der Cloud zu speichern. Mit Microsoft und dessen OneDrive haben die Südkoreaner dafür einen passenden Partner gefunden.

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Ein weiteres nun fehlendes Feature, das bei den Smartphones von Samsung bisher fast immer zum Standard gehörte, ist der austauschbare Akku. Das ist beim Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge nun nicht mehr möglich. Auch daran seien die neuen Marktbedingungen und das daraus resultierende Design schuld – aber der Akku wird von den meisten Nutzern auch nicht gewechselt.

Sollte sich die Akkuanzeige tagsüber dem Ende zuneigen, werden Handys oft schnell für ein paar Minuten ans Netzteil gehängt. Deshalb ist die unterstützte Schnellladetechnologie wichtig, aber auch die beiden unterstützten Standards für Wireless Charging. Dadurch wird schnelles Aufladen so einfach wie möglich gemacht. Es ist innerhalb von nur 10 Minuten möglich dem Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge genug Saft für bis zu 4 Stunden Laufzeit zu geben.

Weniger Features = Besseres Design?

Den neuen Flaggschiff-Geräten von Samsung fehlen jetzt einige Features, die wir von den vorherigen Generationen kannten. Dafür ist das Design nun schicker und vor allem futuristischer, wie Chefdesigner Hong es bezeichnet. Man wollte auf den Markt hören, auf das, was für die meisten Kunden am wichtigsten ist. Und da sind auch viele europäische Ideen mit eingeflossen.

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Es war tatsächlich recht spannend zu hören, wie das funktioniert. So schickt Samsung über ihr Design und Innovation Centre Mitarbeiter ins Feld, um bei den „Otto-Normal Usern“ zu schauen, was wichtig ist und wie Smartphones genutzt werden. Mitarbeiter werden für Tage in Häuser von Familien geschickt, um sie und ihr verhalten genau zu beobachten. Nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt.

In Korea werden die Informationen und Ideen dann zusammengetragen, um ein Gerät zu entwerfen, das global auf hohen Zuspruch trifft. An der Entwicklung des Galaxy S6 sind also nicht nur ein paar Designer, Ingenieure und Softwareentwickler beteiligt, sondern unzählige Mitarbeiter weltweit, die Marktforschung betreiben.

Samsung Galaxy S6 edge

Die Bemühungen Samsungs scheinen auf jeden Fall langsam Früchte zu tragen. Beide Smartphones bekamen in den Medien größtenteils sehr positive Kritiken – vor allem was das Design und die hochwertigere Verarbeitung betrifft. Das „Plastik-Image“ sind die Südkoreaner bei ihren Flaggschiff-Geräten vorerst los. Bleibt abzuwarten, ob Samsung genau den gleichen Weg bei der Galaxy Note-Serie einschlagen wird. Genaue Details dazu wurden uns leider nicht verraten.

Und wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte es tun… Unser Samsung Galaxy S6 Test und Galaxy S6 edge Testbericht warten auf euer Feedback.