Samsung Galaxy Z Flip: Zündet Samsung die nächste Foldable-Stufe?

Neben dem Galaxy S20 zeigte Samsung heute auch das Galaxy Z Flip - das neue Foldable der Koreaner. Es ist günstiger und komplett anders aufgebaut als sein Vorgänger.

von Carsten Drees am 12. Februar 2020

Es zeichnete sich längst ab, dass Samsung auf seinem Unpacked-Event nicht nur das Galaxy S20 und dessen Brüder vorstellen wird, sondern auch ein neues Foldable. Ein Foldable, welches nicht nur schüchtern der anwesenden Pressemeute präsentiert wird, sondern auch flott erhältlich sein soll.

Genau das passierte dann auch heute: Das Galaxy Z Flip, zuvor vielfach geleakt und bei der Oscar-Nacht bereits dem US-Publikum in einer Werbung präsentiert, wurde offiziell vorgestellt. Der erste Blick aufs Device verrät, dass man sich im Design in eine ganz andere Richtung orientiert hat als beim Vorgänger:

Das Galaxy Z Flip wird jetzt nicht mehr seitlich aufgeklappt, um ein normalgroßes Smartphone auf Tablet-Größe aufzublasen, es wird – wie früher bei den Klapp-Handys ein kleines Handset horizontal auf normale Smartphone-Größe aufgeklappt.

Im Gegensatz zu dem Motorola Razr, welches eher auf Mittelklasse-Technik setzt, fährt Samsung beim Galaxy Z Flip ordentlich auf: Der Qualcomm Snapdragon 855+ mit bis zu 2,96 GHz treibt das Smartphone an, dazu kommen acht GB RAM und satte 256 GB Flashspeicher, die allerdings nicht erweiterbar sind. Hier könnt ihr einen Blick auf die kompletten technischen Daten werfen:

Samsung Galaxy Z Flip
BetriebssystemAndroid 10 mit Samsung One UI 2
CPUQualcomm Snapdragon 855+ 7 nm
DisplayFull HD+ (2636 x 1080 Pixel), Dynamic AMOLED 6,7 Zoll mit Always On, Infinity-O
ext. Bildschirm 1,06 Zoll (300 x 116 Pixel), Super AMOLED Always On, Gorilla Glass 6
Speicher8 GB RAM, 256 GB UFS3.0, direkt unterstützte Cloud-Ports Samsung Cloud, Google Drive, MS Onedrive (kein Micro-SD)
Hauptkamera12 MP Dual Pixel, Blendenweite f/1.8, Öffnungswinkel 78° + 12 MP Ultraweitwinkel f/2.2, 123°, Blitz, HDR 10+, Schnellstart, opt. Bildstabilisierung
Frontkamera10 MP Dual Pixel, f/2.4, 80°, Autofokus, Sprachkontrolle
VideoUHD 4K 60 fps (Hauptkamera), UHD 4K 30 fps (Front), HDR10+
VideowiedergabeUnterstützte Formate: MP4, M4V, 3GP, 3G2, WMV, AVI, MKV, WBEM
SensorenBeschleunigungssensor, Barometer, Kompass, Helligkeitssensor, Näherungserkennung, Fingerabdrucksensor, Gyroskop
Akku3300 mAh, Schnellladen 15 Watt, Qi-Laden 9 Watt
VerbindungenBluetooth 5.0, USB Typ C, NFC, WiFi 6 (2,4 + 5 GHz), WiFi direkt, Mirrorlink, Smart View
Mobilfunk2G (GPRS/EDGE): GSM850, GSM900, DCS1800, PCS1900
3G (HSDPA+): B1(2100), B2(1900), B4(AWS), B5(850), B8(900)
4G (LTE): B1(2100), B2(1900), B3(1800), B4(AWS), B5(850), B7(2600), B8(900), B12, B13, B14, B17(700), B18, B19, B20(800), B25, B26, B28(700), B29, B30, B34, B38, B39, B40, B41, B46, B66, B71
SicherheitGesichtserkennung, Fingerabdruck (seitl.), Knox 3.4.1, sicherer Ordner
MusikAKG Stereo-Lautsprecher, Dolby Atmos, eingebettete Spotify-Anwendung, unterstützte Formate: MP3, M4A, 3GA, AAC, OGG, OGA, WAV, WMA, AMR, AWB, FLAC, MID, MIDI, XMF, MXMF, IMY, RTTTL, RTX, OTA, DFF, DSF, DSF, APE
SatellitenGPS, GLONASS, Beidou, Galileo
FarbenSchwarz, Violett
Maße
(H x B x T)
Zugeklappt: 87,4 x 73,6 x 15,4 – 17,3 Millimeter
Aufgeklappt: 167,9 x 73,6 x 6,9 – 7,2 Millimeter
Gewicht183 Gramm

Das FullHD+-Display bringt es aufgeklappt auf 6,7 Zoll Bildschirmdiagonale, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es zusammengeklappt angenehm in die Hosentasche passt. Im Gegensatz zum Galaxy Fold setzt man auch erstmals bei den Foldables auf ein Glas-Display. Das sogenannte “Infinity Flex-O”-Display besteht nämlich aus biegsamem und besonders dünnem “Ultra Thin Glass”. Laut Samsung soll das viele der Eigenschaften von klassischen Glas-Displays mitbringen und das Device natürlich robuster machen.

Obwohl das Gerät an und für sich sehr dünn ist, soll es nämlich besonders widerstandsfähig sein, was daran liegt, dass das Metallgehäuse ums Display herum ein wenig erhöht und recht breit ist und Samsung außen zudem auf Gorilla Glass 6 setzt.

Das Smartphone schließt mit einem Klicken, kann aber geöffnet auch in verschiedenen Winkeln geöffnet bleiben. Auf diese Weise kann man es in unterschiedlichen Positionen auf den Tisch stellen, ähnlich wie bei einem Notebook. Klappt man das Smartphone um 90 Grad auf, profitiert man vom Flex Mode, der euch jede Display-Hälfte als eigenständiges Display nutzen lässt und in enger Abstimmung mit Google entstanden ist.

Außen gibt es zudem noch ein weiteres Display mit einer Bildschirmdiagonale von lediglich einem Zoll. Wie ihr euch denken könnt, ist das gedacht, um wichtige Infos und Benachrichtigungen anzeigen zu können.

Bei der Kamera kann man das hohe Niveau der Galaxy S20-Modelle nicht ganz halten. Es gibt zwei Kameras mit je 12 Megapixeln (ein mal Ultraweitwinkel), optische Bildstabilisierung und Dual-Pixel-Autofokus. Die Selfie-Cam bietet 10 Megapixel und profitiert natürlich davon, dass ihr das Smartphone halb aufgeklappt auf dem Tisch positionieren könnt — so könnt ihr freihändig vor der Kamera rumhampeln, wenn gewünscht.

Der Akku ist auf beide Hälften verteilt und bietet in Summe eine Kapazität von 3.300 mAh. Das ist nicht besonders reichlich, scheint aber bei dieser Bauweise nicht großartig anders zu lösen gewesen sein. Wie mittlerweile von Samsung gewohnt, wird bei den Akkus aber auch wieder sowohl die Schnelllade-Funktion als auch induktives Laden unterstützt. Es passt zwar nur eine nanoSIM-Karte ins Galaxy Z Flip, es gibt aber auch Unterstützung für eine eSIM.

Foldables: The Next Level

Somit lässt sich wohl unterm Strich festhalten, dass die Koreaner nicht nur in Sachen Design abgeliefert haben, sondern auch technisch alles rausholen, was bei dem anspruchsvolleren Formfaktor machbar war. Ich poltere hier auf dem Blog ja gerne los, dass das irgendwie so eine halbgare Sache ist mit den Foldables und ich im letzten Jahr latent das Gefühl hatte, dass die Käufer dieser teuren Geräte nichts anderes sind als zahlungskräftige Beta-Tester.

Mit diesem neuen Modell allerdings legt Samsung die Messlatte höher meines Erachtens. Das schreibe ich nicht, weil die technischen Daten für heruntergeklappte Kinnladen sorgt. Ich schreibe es deswegen, weil ich das Gefühl habe, dass die Foldable-Technologie von Samsung so weit vorangetrieben wurde, dass wir uns tatsächlich dem Punkt nähern, an dem diese Teile für ein Massenpublikum interessant werden. Ich will es nicht beschreien, aber vorsichtig kann man das Galaxy Z Flip wohl als das Next-Level-Foldable bezeichnen.

Vorausgesetzt ist hier natürlich, dass jetzt nicht schwere Macken bekannt werden bei Display oder Scharnier und das Galaxy Z Flip genau so toll funktioniert, wie wir es uns erhoffen. Bislang sieht es jedenfalls schon mal besser aus als beim Vorgänger und erfreulicherweise ist es Samsung auch gelungen, den Preis zu drücken. Mit einer UVP von 1 480 Euro ist das Samsung Galaxy Z Flip immer noch kein Schnapper, aber eben auch nicht mehr unverhältnismäßig teuer, verglichen mit anderen Highend-Phones.

Wer mag, kann sich das Smartphone mit dem Klapp-Design bereits jetzt im Samsung-Shop vorbestellen, wahlweise in der Farbe Mirror Purple oder Mirror Black. Ab dem 21. Februar sind die Handsets dann auch verfügbar, teilweise auch bei ausgewählten Händlern. Bedenkt dabei aber, dass Samsung selbst darauf verweist, dass das Gerät nur in  begrenzter Stückzahl erhältlich ist. Wie groß diese Zahl ist, lässt uns Samsung nicht wissen, also seid lieber flott, wenn ihr ganz sicher ein Galaxy Z Flip euer eigen nennen wollt.