FinTech
Samsung Pay: Mit dem Galaxy S6 kommt der Einstieg ins Mobile Payment

Und es kommt, was zu erwarten war: Samsung kündigt sein eigenes mobiles Bezahlsystem Samsung Pay an. Die neu vorgestellten Galaxy-Geräte S6 und S6 Edge sind die ersten, die mit der entsprechenden Technologie ausgestattet sind.

Ganz beiläufig hat Samsung auf dem Mobile World Congress in Barcelona seinen neuen Bezahldienst vorgestellt. Hauptattraktion war natürlich die Präsentation des Samsung Galaxy S6 und S6 Edge, aber untergehen sollte Samsung Pay, wie das Mobile-Payment-System getauft wurde, deshalb auf keinen Fall.

Warum? Weil der Markt rund um mobile Bezahltechnologien gerade in einer rasanten Geschwindigkeit wächst. Natürlich sind es die Big Player wie Apple mit Apple Pay, Google mit der Google Wallet oder eben Samsung mit Samsung Pay, die für große Aufmerksamkeit sorgen. Aber auch viele kleinere Anbieter spielen in der FinTech-Liga mit. Das in der letzten Kolumne erwähnte Payment-Startup Yapital oder die dauer-innovativen Münchener von Wirecard, die in Barcelona eine Whitelabel-Lösung als App vorgestellt haben, sind nur einige wenige auf einem immer größer werdenden Markt.

Samsung zieht nach

Nachdem Apple im Rahmen der Präsentation des iPhone 6 bzw. 6 Plus seinen Bezahldienst Apple Pay vorgestellt hat, das sogar mit der heiß erwarteten Apple Watch funktionieren soll, war eigentlich zu erwarten, dass auch Samsung nachlegen wird. Genau das ist jetzt also passiert. Samsung Pay heißt das System und es ist anders.

Anders deswegen, weil es auf einer andere Technologie beruht als Apple Pay und viele weitere Dienste. Während die meisten Mobile-Payment-Systeme nämlich ausschließlich auf Near Field Communication (NFC) basieren, setzt Samsung zusätzlich auf die Technologie von LoopPay. Samsung hat das Tech-Unternehmen LoopPay erst kürzlich übernommen und jetzt wissen wir auch warum. Die von LoopPay entwickelte und in den neuen Galaxy-Modellen verbaute Magnetic Secure Transmission erlaubt es Smartphone-Nutzern, ihr Gerät an ganz normale Kartenlesegeräte zu halten, die sonst die Magnetstreifen von Kreditkarten lesen.

Gute Voraussetzungen

Die Koreaner schätzen, dass damit rund 30 Millionen Einzelhändler weltweit für Samsung Pay gerüstet sind. Ganz im Gegensatz dazu ist das Einsatz-Potential von Apple Pay und Co. noch nicht derart groß, weil viele Händler noch(!) keine NFC-Chips in ihren Kartenterminals verbaut haben. Punkt für Samsung.

Natürlich soll der Bezahlvorgang auch bei Samsung simpel vonstattengehen und dank Sicherheitstoken mit zufälligen Informationen sicher sein. Kontodaten werden auf dem Gerät also nicht gespeichert. Einmalig müssen diese allerdings eingegeben werden. Das Bezahlen selbst funktioniert dann mit dem integrierten Finderabdruckscanner.

Deutschland-Start unbekannt

Wie auch Apple hat Samsung mehrere Partner mit an Bord: Neben Visa und Mastercard hat Samsung eigenen Angaben zufolge auch American Express, JP Morgan Chase und die Bank of America von seinem Payment-Konzept überzeugen können. Wir müssen uns allerdings noch etwas gedulden, bis die Technik einsatzbereit ist. Im Sommer soll es erst losgehen – und selbst dann erst in den USA und im Heimatland Korea. Wann genau Europa folgen wird? Abwarten.