#ShareTheLight
Samsung: Solar-Leuchten für die Friedhofsmenschen von Cebu City

Samsung und die Miral Welfare Foundation haben solarbetriebene Leuchten für Menschen auf den Philippinen gespendet. Auf den ersten Blick vielleicht nur eine Geste, aber eine dramatische Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen, die in Ludo unter widrigen Bedingungen auf Friedhöfen leben.

Heute nehme ich euch mal mit auf einen virtuellen Trip auf die Philippinen. Okay, das habe ich exakt vor einer Woche auch schon mal getan, als ich über den Smartphone-Fluch schrieb. Jetzt verschlägt es uns nach Cebu City, der Hauptstadt der Provinz Cebu und der gleichnamigen Insel. Nahezu eine Million Menschen leben hier und dank der hier angesiedelten Unternehmen ist Cebu City ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Unternehmen wie Coca-Cola, Daimler und Goodyear sitzen hier und auch 1&1 ist mit seinem einzigen asiatischen Standort vertreten.

Reden wollen wir aber heute nicht über einen Wirtschaftsstandort, sondern über ein Phänomen, welches ich persönlich so nur von den Philippinen kenne: Die Rede ist von den sogenannten „Friedhofsmenschen“. Schon mehrfach habe ich davon gelesen oder Dokus gesehen, die sich mit diesen Menschen befassen. In diesem konkreten Beispiel handelt es sich um die Friedhofsmenschen in Cebu City, genauer gesagt auf dem Friedhof in Ludo.

Die Friedhofsmenschen in Ludo

Es handelt sich dabei um arme Familien, die auf Friedhöfen leben und diese Grabstätten kurzerhand zu Slums umfunktioniert haben. Teilweise leben diese Familien schon seit mehreren Generationen auf diesen Friedhöfen, richten sich häuslich in Mausoleen ein oder in den noch leeren Beton-Höhlen, die eigentlich für weitere Särge gedacht sind (hier erfahrt ihr mehr).

Aus einem Sarkophag wird mal ein Bett, mal eine Arbeitsplatte und die Kinder sind es gewohnt, zwischen den Gräbern zu spielen, während die Mütter ebenfalls neben Gräbern ihre Kochstellen nutzen. Die Menschen hier verrichten die Arbeiten, die man auf Friedhöfen tun kann: Sie stellen Grabsteine her, arbeiten als Totengräber oder verkaufen Blumen und Kerzen an Trauernde. Die Kinder werden natürlich mit eingespannt, zum Beispiel um Kerzenwachs von Gräbern zu kratzen, damit daraus neue Kerzen gegossen werden können.

Es ist ein Leben unter widrigsten Bedingungen, denn es gibt hier keine Elektrizität und auch kein fließend Wasser. Während man sich beim Wasser immerhin noch mit einem in der Nähe liegenden Brunnen behelfen kann, bleibt das Problem der fehlenden Elektrizität ungelöst. Das bedeutet, dass sich das Leben auf diesem Friedhof im Wesentlichen auch nur so lange abspielen kann, wie Tageslicht verfügbar ist. Ohne Licht ist es natürlich gefährlich, sich auf dem Friedhof zu bewegen, darüber hinaus kann man aber auch einfach schlicht nichts machen, wenn man nichts sehen kann.

Ludo bei Tag – und bei Nacht

Für die Kids, die — wenn sie eine Schule besuchen — es dort schon aufgrund ihrer Herkunft schwer genug haben, wird es nochmals schwieriger, da sie eben die Abendstunden nicht zum lernen nutzen können. Allein auf diesem Friedhof in Ludo wohnen unter diesen Bedingungen etwa 300 Menschen und denen ist jetzt Samsung zu Hilfe geeilt.

Samsung hat bereits im letzten Jahr die Kampagne #ShareTheLight ins Leben gerufen. Diese Kampagne, so Samsung, zielt darauf ab, das Bewusstsein für den Klimawandel und die Ungleichheit bei der Verteilung der Energie zu schärfen, indem es Regionen mit Stromknappheit ein Licht der Hoffnung gibt.

In Mausoleen wird sich wohnlich eingerichtet

Vor einigen Tagen, am 19. April, veranstalteten Samsung Electronics und die Miral Welfare Foundation eine gemeinsame Veranstaltung, um den Dorfbewohnern in Ludo solarbetriebene Laternen zu präsentieren. Insgesamt sind 1.000 dieser Leuchten an zwei Dörfer auf den Philippinen und ein Dorf in Thailand gespendet worden.

Das sind auch keine Spenden, die Samsung von irgendwelchen anderen Budgets abgezweigt hat, sondern Gelder, die von Samsung-Mitarbeitern selbst gespendet wurden und nicht nur das, sie haben diese Laternen auch selbst montiert.

Natürlich weiß man aber auch bei Samsung, dass 1.000 gespendete Leuchten nur der berühmte Tropfen auf immer noch viel zu viel heißen Steinen ist.

Diese solarbetriebenen Laternen sind nur eine kleine Geste. Aber ich hoffe, dass sie zu einer besseren Zukunft der Dorfbewohner beitragen – besonders der Kinder. Kevin Lee, Präsident von Samsung Electronics Philippines

Für die Menschen in Ludo dürfte die Möglichkeit, dank dieser Laternen auch abends Licht nutzen zu können, durchaus mehr als nur eine Geste sein. Viele der Dorfbewohner kommen mit der Dunkelheit deutlich schlechter zurecht als mit der Tatsache, dass sie tagein, tagaus unter Toten leben.

Über diese 1.000 LED-Leuchten hinaus hat Samsung Indonesien weitere 1.500 Exemplare für indonesische Dörfer gespendet. Aber selbst diese in Summe dann 2.500 Solar-Laternen können nur sehr wenig daran ändern, dass immer noch viel zu viele Menschen auf diesem Planeten unter Bedingungen leben müssen, die wir uns hierzulande überhaupt nicht vorstellen können.

Wir müssen auch immer wieder bei Unternehmen wie Samsung die Finger in klaffende Wunden legen und sie dafür anzählen, wenn zu wenig nachhaltig gearbeitet wird, Raubbau mit der Natur getrieben wird, Mitarbeiter zu schlecht bezahlt werden usw., aber in diesem Fall muss man eben auch einfach mal anerkennen, dass Samsung eben auch diese positive Seite besitzt, konkret Menschen hilft und darüber hinaus die Awareness für ein Thema erhöht, so wie in diesem Fall der Friedhofsmenschen von Ludo und der Tatsache, dass im Jahr 2018 immer noch viele Millionen Menschen ohne elektrisches Licht sind.

Mir wird angesichts dieser Geschichte der Friedhofsmenschen wieder einmal klar, mit wie viel Demut unsereins eigentlich durchs Leben gehen muss. Es ist einfach Glück, dass wir in eine Welt geboren wurden, in denen wir überhaupt nicht darüber nachdenken, dass wir Strom oder fließendes Wasser unbegrenzt nutzen können und unsere Probleme sich eher um Themen wie zu langsames WLAN oder zu teure Smartphones drehen.

Auf Englisch nachlesen könnt ihr alles zu dieser #ShareTheLight-Aktion auf dem Samsung-Blog und wenn ihr darüber hinaus Interesse am Thema habt, schaut doch einfach mal in diese Dokumentation rein: