Sag’ “Cheese” zum ELF – Noch 5 Tage eine Selfie-Drohne für kleines Geld

Jemand möchte eine Drohne bauen und 1.400 Menschen werfen innerhalb eines Monats 90.000 $ in einen Topf.

Was kommt raus? Eine hochpotente Racing-Drohne mit VR-Headset-Steuerung? Nein, eine Selfie-Drohne! “ELF: The HD Video Streaming Nano Drone”, um genau zu sein. Vor einem Monat begann die Indiegogo-Kampagne, bei dem ein kleiner chinesischer Elektronikhersteller um 20.000 $ bat. In 5 Tagen endet die Kampagne, und das Ziel wurde schon jetzt um mehr als 450% überschritten. Doch was kann das Teil?

ELF_assembly

Die winzige Drohne kann ganz einfach per Smartphone gesteuert werden und zeichnet dabei auf Wunsch Foto und Video in 720p HD-Qualität auf. Während sie die Daten auf einer SD-Karte speichert, streamt sie das Videosignal via WiFi mit einer Auflösung von 640×480 auf das Smartphone. Das dient natürlich als Sucher für Foto und Video, mit der passenden Einstellung kann man die Funktion aber auch für 3D-Echtzeit-VR benutzen.

Im Lieferumfang enthalten ist eine Pappkonstruktion, in die man sein Smartphone einspannt. Das ganze schnallt man sich dann wie ein Headset um den Kopf und das Display stellt den Videostream verdoppelt dar, für jedes Auge einzeln. “See what the ELF sees in compelling 3D images as if you are in the sky yourself”, verspricht der Hersteller vollmundig.

Geschmeidig wie ein ELF

Sieht man sich das Bewerbungsvideo der Kampagne (in Deutschland wegen Musikrechtsfragen gesperrt…) an, fällt bald auf, dass das wahrscheinlich besser klingt, als es tatsächlich ist. Die Drohne ist zwar bestimmt kinderleicht zu steuern, liegt aber nicht sonderlich stabil in der Luft. Ist ja klar, sie wiegt schließlich fast nichts. Die Onboard-Aufnahmen wirken sehr wild und unruhig.

Die niedrig aufgelöste Version dieser Aufnahmen in einem VR-Headset zu betrachten führt vermutlich zu epileptischem Brechreiz, bei einer Akkulaufzeit von 6 Minuten und einer Reichweite von maximal 30 Metern halten sich Gefahr für Leib und Leben aber in Grenzen.

Drohne aus dem 3D-Drucker

Die Drohne kommt aus dem 3D-Drucker, Software und Hardware sind dank open source frei konfigurierbar und laden zum Experimentieren ein. Für einen Preis von 69 $ (plus 30 $ für die Lieferung nach Europa) ist ELF eine nette Spielerei, mit der man sicherlich ein paar witzige Selfies herstellen kann, und für Bastler ist dank open source auch was dabei.

Wer aber den reinen Nutzwert einer Drohne schätzt, der hat entweder schon eine professionellere, oder sollte in diesem Fall die Finger davon lassen. ELF fällt wohl eher in die Kategorie “lustiges Gadget” und macht seinen teureren, schwereren Cousins in keiner Hinsicht Konkurrenz.