Shazam: Neues (überflüssiges) Kamera-Feature eingeführt

Shazam kennt wohl so ziemlich jeder, oder? Die praktische App erkennt binnen Sekunden so ziemlich jeden Song und liefert euch den passenden Namen nebst Künstler. Jetzt geht man einen Schritt weiter und lässt die App auch Bilder und Gegenstände per Kamera erkennen - das klingt allerdings besser, als es dann tatsächlich ist.

Damals in den Achtzigern war das noch ein richtiger Kampf: Ich spreche davon, wenn man ein Lied klasse fand, welches in der Disco, in der Werbung oder auch im Radio gespielt wurde und überhaupt keinen Plan hatte, wie die Nummer heißt, oder wer dafür verantwortlich ist. Da konnte man dann Kumpels oder seine Eltern um Rat fragen oder sich ein paar Textstellen merken und darauf hoffen, dass der Platten-Dealer eures Vertrauens damit was anfangen konnte.

Heute ist die Lösung meistens nur ein paar Sekunden weit entfernt dank Internet. Google hat mir diesbezüglich so manches Mal auf die Sprünge geholfen, aber noch deutlich einfacher geht es mit Shazam. Ihr startet einfach die App, könnt dann entscheiden, ob ihr noch einen Button drücken wollt oder ob ihr Shazam direkt zuhören lasst – und ein paar Sekunden später bekommt ihr in der Regel den Namen des Songs mit Künstler, Cover und allem Zipp und Zapp angezeigt. Vermutlich muss man die Anwendung hier wirklich niemandem mehr erklären, oder?

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(
Shazam
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Neue Funktionen braucht das Land. Nicht.

Es gibt natürlich mehr Anwendungen, die genau die gleiche Funktionalität mitbringen und selbst Google hört eurer Musik auf eurem Smartphone zu und nennt euch gewünschte Songs. Da muss man sich irgendwie von der Konkurrenz abheben und so kommt es, dass shazam screenshotein schlichtes und toll funktionierendes Tool mehr und mehr um neue Features ergänzt wird – ob ihr nun wollt oder nicht.

So kommt es, dass ihr via Shazam nicht nur die Lieder genannt bekommt, sondern sie auch direkt bei YouTube schauen, oder bei Streaming-Portalen wie Rdio oder Spotify komplett abspielen könnt. Außerdem können die Songs bei Amazon und Co kaufen, bekommt Diskographien und Charts präsentiert und wenn ihr wollt, könnt ihr euch sogar den Songtext in Echtzeit anzeigen lassen. Manches davon ist nice-to-have, manch anderes schlicht überflüssig aus meinem subjektivem Blickwinkel.

Shazam See it

Und die “schlicht überflüssig”-Fraktion hat nun Zuwachs bekommen in Form eines Kamera-Features. “See it, Shazam it” lautet der Claim dazu und damit ist die Funktion auch schon erklärt: Ihr könnt zusätzlich zum Mikrofon nun auch auf die Kamera setzen, um bestimmte Inhalte zu “shazamen”.

Dieses Visual Shazam funktioniert im Grunde wie ein QR-Code: Ihr drückt den Kamera-Button in der App und haltet dann auf das Bild – oder was auch immer – auf dem sich das Shazam-Logo mit Cam-Icon befindet. Ist das beispielsweise ein Film, bekommt ihr dann zusätzliche Infos angeboten und bestenfalls auch irgendwelchen interaktiven Spaß.

shazam-tomorrowland

Ein paar Partner wie Disney hat sich Shazam dazu bereits an Bord geholt, weitere Beispiele findet ihr im dazugehörigen Blog-Artikel von Shazam. Da auch QR-Codes gescannt werden können, frage ich mich, wozu dieser zusätzliche Service überhaupt sein muss und man es nicht einfach bei den QR-Codes belässt.

Vermutlich soll es einen Mehrwert darstellen und Kunden binden, aber für meinen Geschmack ist das eine reine Werbe-Geschichte, die dem normalen Shazam-Nutzer nicht viel weiterhilft. Wenn jedes Platten- oder Buch-Cover erkannt wird, ist sowas ‘ne feine Sache – solange man aber lediglich eine Handvoll Filmplakate nutzen kann, brauche ich zumindest diese neue Funktion überhaupt nicht. Da wünsche ich mir doch lieber das schlanke, nackte Shazam zurück.

Quelle: Shazam via The Next Web