Smart fortwo Coupé, fortwo Cabrio und forfour als Elektrofahrzeuge

Mit dem fortwo coupé, dem fortwo cabrio und dem Viersitzer forfour wird Smart nun als weltweit erster Hersteller alle Modelle sowohl mit Verbrenner-Motoren als auch in einer vollelekrischen Variante anbieten. Wir klären, wie es um die Batteriekapazität, die Reichweite und andere Leistungswerte der kleinen Stadtflitzer bestellt ist.

von Bernd Rubel am 18. November 2016

Update vom 18. November 2016
Nicole konnte sich in der Zwischenzeit den neuen Smart ForTwo in Miami ansehen und hat selbstverständlich eine ganze Reihe von Bildern mitgebracht, auf denen der kleine Stadtflitzer entsprechend in Szene gesetzt ist. Das Video findet ihr am Beginn des Artikels, die Bildergalerie nachfolgend.

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Original-Artikel vom 23. September 2016
smart electric drive: fortwo Coupé, fortwo Cabrio und forfour als Elektrofahrzeuge

Der Smart electric drive, kurz ed, gehört zu den bekannteren elektrisch betriebenen Fahrzeugen auf den Straßen, was nicht zuletzt am Car-Sharing Anbieter Car2Go liegt. Das Auto kurvt in der mittlerweile dritten Generation in der Fortwo-Variante mehrere tausend Mal durch die Innenstädte verschiedener Metropolen.

Auf dem Pariser Autosalon (vom 01. Bis zum 16. Oktober 2016) wird Smart die nunmehr vierte Generation vorstellen. Dann soll neben dem smart fortwo coupé und dem smart fortwo cabrio erstmals auch der Viersitzer smart forfour als vollelektrische electric drive Variante angeboten werden. Smart wäre damit nach eigenen Angaben der weltweit erste Hersteller, der seine (zugegeben: überschaubare, aber dennoch) gesamte Modellpalette sowohl mit Verbrenner- als auch mit Elektromotoren anbieten wird.

smart-forfour

Gefertigt werden die Fahrzeuge an den Standorten Hambach (Frankreich) und Novo Mesto (Slowenien). In Frankreich laufen das smart fortwo coupé und das smart fortwo cabrio vom Band, der Viersitzer kommt aus Slowenien. Die Batterien stammen von der Daimler-Tochter Accumotive, die ihren Sitz im sächsischen Kamenz hat und bereits seit mehreren Jahren für die Ausstattung der Fahrzeuge verantwortlich ist. International geht es weiter mit der Produktion des Antriebsmotors: dieser stammt von Renault und wird in Clèon (Nordfrankreich) produziert.

Mit seinen kompakten Abmessungen und dem kleinen Wendekreis von circa 7 Metern war der Smart schon immer ein typischer Stadtflitzer, der sich nicht nur bei Botendiensten, ambulanten Pflegediensten und ähnlichen Unternehmen besonderer Beliebtheit erfreute. Auch der ein oder andere Single ohne Kinder hat recht frühzeitig entdeckt, dass Ikea mittlerweile auch liefert und ein Zweisitzer bei der morgendlichen und abendlichen Parkplatzsuche die Nerven schont. Mit den elektrischen Versionen könnte Smart gerade bei dieser Zielgruppe nochmal neu punkten, sofern die technischen Daten stimmen.

smart electric drive – Die Spezifikationen im Detail

smart electric drive
MotorFremderregter Drehstrom-Synchronmotor
BatterieLithium-Ionen-Akku
Batteriekapazität17,6 kWh
Leistung60kW/81PS
Drehmoment160 Nm
EffizienzklasseA+
Ladedauer 20-100%, Haushaltssteckdose6h in Westeuropa und Großbritannien, 13h in den USA
Ladedauer 20-100%, Wallbox3,5h in Westeuropa oder 2,5h in Großbritannien und den USA
smart electric drivefortwofortwo cabrioforfour
Beschleunigung 0-100 km/h11,5s11,8s12,7s
Reichweite NEFZ160 km155 km155 km
Preis ab21.940 EUR25.200 EUR22.600 EUR

Beginnen wir mit der Ladezeit: Sowohl das smart fortwo coupé als auch das smart fortwo cabrio und der smart forfour verfügen serienmäßig über einen leistungsstarken OnBoard-Loader, der die Ladezeit erheblich verkürzen soll. In Deutschland, mit dem hierzulande gängigen Einphasenwechselstrom lassen sich die Fahrzeuge damit circa 40 Prozent schneller laden als an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose. In den USA und in Großbritannien konnte die Ladezeit gegenüber den Vorgängern aus der dritten Generation sogar halbiert werden.

Sofern vor Ort ein Laden über drei Phasen möglich ist, könnte ein optionaler Schnelllader interessant werden, den Smart ab 2017 ebenfalls anbieten will. In weniger als einer dreiviertel Stunde könnte man einen smart electric drive damit voll aufladen, wobei der Ladezustand und der eigentliche Ladevorgang der Autos über eine App kontrolliert und gesteuert werden können.

smart-fortwo-ladestation

Angetrieben werden die Smarts von einem Elektromotor mit 60kW/81PS, der aus dem Stand ein Drehmoment von 160 Nm zur Verfügung stellen soll. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130km/h, zu Gunsten der elektrischen Reichweite elektronisch abgeriegelt. Je nach Modell und Gewicht fällt die Beschleunigung unterschiedlich aus, von 0 auf 100 km/h sollen es die verschiedenen Varianten in 11,5 bis 12,7 Sekunden bringen.

Apropos Reichweite: auf 160 Kilometer bringt es so ein Smart im Schnitt, was selbstverständlich für den Einsatz in Städten spricht, die eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorweisen können. Denkbar wäre ebenso, dass die Fahrzeuge auf einem mit Ladestationen bestückten Firmenparkplatz, in Tiefgaragen oder in der heimischen Garage aufgeladen werden.

Wer es mit der Reichweite auf die Spitze treiben will, wählt statt dem normalen Fahrprogramm den eigens dafür konfigurierten ECO-Modus. In diesem ist die Höchstgeschwindigekt rigoros begrenzt, zudem wird die maximal mögliche Rekuperationsstufe vorausgewählt. Die Smarts wandeln dann im Schiebe oder Bremsantrieb die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in elektrische Energie um. Bereits im Basis-Fahrprogramm setzen die Fahrzeuge einen radarbasierten Abstandsmesser ein, der die Distanz zu anderen Fahrzeugen oder möglichen Hindernissen misst und das Fahr- bzw. Bremsverhalten dementsprechend energiegewinnend anpasst.

Eines der fahrzeugklassenübergreifenden Probleme bei elektrischen Fahrzeugen ist die Klimaanlage. Diese benötigt sehr viel Energie und reduziert somit die elektrische Reichweite erheblich. Mit verschiedenen Optimierungsansätzen suchen die Hersteller hier noch nach optimalen Lösungen, Smart setzt auf eine Vorklimatisierung. Das bedeutet, dass der Wagen schon während des Ladevorgangs auf die gewünschte Temperatur vorgewärmt oder abgekühlt wird. Auch diese Parameter lassen sich komfortabel über die o. bereits erwähnte App einstellen.

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Abgesehen von den Standardvarianten bietet Smart verschiedene Sonderausstattungen an, die den Fahrzeugpreis selbstverständlich nach oben schrauben. So kostet der zur Markteinführung vorgestellte smart electric drive “greenflash” in der Coupé oder Cabrio Variante ab 27.839 Euro, inklusive 19% Umsatzsteuer. Der neue der smart fortwo electric drive soll bereits ab 21.940 Euro zu haben sein. Der Preis aller Fahrzeuge reduziert sich um den Umweltbonus, den der Staat und die Hersteller bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs ausschütten.

In den Vereinigten Staaten soll der smart fortwo electric drive noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, dort erfreuen sich die Fahrzeuge wohl besonderer Aufmerksamkeit. Allzu lange warten müssen wir hierzulande nicht, in Europa startet der Verkauf bereits Anfang 2017.

via smart.com

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