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Smart Shot: Alles über Smartphone-Fotografie – in einer Zeitschrift

Mit Smart Shot - Ableger des legendären fotoMagazins - taucht erstmals eine Zeitschrift im deutschen Blätterwald auf, die sich ausschließlich der Smartphone-Fotografie widmet. Ich hab für euch geschmökert. 

Braucht es ein Magazin, welches sich ausschließlich mit Smartphone-Fotografie befasst? Wollen Menschen, die sich mit der Anschaffung eines guten Kamera-Smartphones beschäftigen, tatsächlich in einem Heft aus totem Holz blättern, anstatt im Netz zu recherchieren? Die Macher des altehrwürdigen fotoMagazins haben sich diese Fragen und noch viele mehr gestellt und kamen zu dem Schluss: Jau, wir machen das! Seit einigen Wochen ist Smart Shot – so der Name des Magazins – im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Ich kann hier natürlich nicht für die Allgemeinheit sprechen, sondern die Geschichte nur aus meiner Warte beurteilen, aber nachdem ich die erste Ausgabe durchgearbeitet habe, bin ich guter Dinge, dass man ein solches Magazin tatsächlich etablieren kann. Zum Einen hat das Thema Smartphone-Fotografie unendlich viele und sehr unterschiedliche Facetten, zum Anderen macht es einfach Spaß, sich mit einem interessanten Thema zu beschäftigen und dabei auf der Couch liegend old-fashioned durch ein Magazin zu blättern anstatt auf einen kleinen Smartphone-Screen zu starren.

Was ist Smart Shot?

Tun wir mal kurz so, als wäre das hier kein Artikel über eine Zeitschrift, sondern ein Test irgendeines Gadgets. Wir würden uns als erstes mit ein paar Eckdaten – den Specs – beschäftigen. Lasst uns das jetzt also ruhig grob beibehalten: Smart Shot erscheint im Hamburger Jahr Top Special Verlag, kostet 4,90 Euro und die erste Ausgabe umfasst 82 Seiten.

40.000 Exemplare hat der Verlag drucken lassen und geplant ist, pünktlich zur IFA eine zweite Ausgabe folgen zu lassen. Erhältlich ist das Debüt am Kiosk, in ausgewählten Buchhandlungen und selbstverständlich auch online. Das Making-of zum Magazin gibt es auch – hier als Clip:

Das Internet ist viel aktueller, bei Instagram gibt es unendlich mehr Bilder, Tutorials zu Smartphone-Kameras findet man wie Sand am Meer bei YouTube. Das ist alles richtig und das Team hinter Smart Shot, angeführt von Chefredakteur Thorsten Höge, hat das natürlich einkalkuliert.

Wenn ihr das Heft durchblättert, werdet ihr euch auch hier und da bestätigt fühlen, solltet ihr auch das ein oder andere Pro-Internet-Argument im Hinterkopf haben. Klar – wenn beispielsweise bei einem Vergleich der besten Smartphones zeitbedingt ein brandneues Handset nicht berücksichtigt werden kann, weil der Release erst nach Redaktionsschluss stattfand.

Das rückt aber in den Hintergrund, weil hier von einem Team, welches wirklich für das Thema brennt, ein sehr stimmiges und vielseitiges Heft produziert wurde, in welchem jeder Fan der Smartphone-Fotografie seine Highlights findet – unabhängig davon, ob er der totale Kamera-Noob ist, oder schon einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet mitringt.

Welche Inhalte bietet Smart Shot?

Das beste Team und die beste Konzeption taugen nichts, wenn der Themen-Mix nicht passt, und/oder die Qualität der Beiträge zu wünschen übrig lässt. Beides Hürden, die die Verantwortlichen von Smart Shot locker genommen haben. Als mir Sandra Schink, Autorin, Fotografin und hochgeschätzte Blogger-Kollegin, davon erzählte, dass sie an diesem Projekt arbeitet, überlegte ich kurz: Kann man ein ganzes Magazin mit dem Themenkomplex „Smartphone-Fotografie“ füllen? Und wenn das klappt: Kann man gewährleisten, dass man auch noch eine Ausgabe und noch eine Ausgabe voll bekommt, ohne dass es langweilig wird?

Spätestens bei der Durchsicht des Premieren-Heftes war mir klar: Logisch, denn es gibt unglaublich viele Fragen zu klären, Bilder zu zeigen, Tipps zu geben. Dementsprechend ist Heft 1 auch bis unters Dach vollgepackt mit einer Vielzahl von Themen, die allesamt um Smartphones und ihre Kameras kreisen.

Auf einem meiner Trips nach Las Vegas hat mich Samsung mit Experten aus einem Film- und Foto-Studio zusammengebracht. Es ging im Wesentlichen darum, die Fähigkeiten der Kamera im Samsung Galaxy S6 edge+ auszureizen. Wir verbrachten lediglich einen halben Tag mit den Profis und trotzdem hat man so unfassbar viel lernen können, vor allem was die HDR-Fotografie angeht.

HowTo: HDR-Fotos mit dem Samsung Galaxy S6 Edge+

Soll heißen, wir haben uns eigentlich „nur“ mit dem Thema HDR-Fotos beschäftigt und dieser Tag hat dennoch die Art und Weise, wie ich eine Smartphone-Cam nutze, nachhaltig verändert. Allein daran wird schon klar, dass es sehr viele Fragen zur Fotografie gibt und ebenso viele Antworten, die allesamt in einem Magazin wie Smart Shot berücksichtigt werden können.

Das geschieht natürlich auch schon in der Erstausgabe. Es gibt Tipps, die euch bei der Bildbearbeitung helfen, noch mehr aus euren Fotos herauszuholen. Neben diesen Praxis-Beispielen technischer Natur geht Smart Shot auch noch ganz anderen Fragen nach. Wie kann ich vielleicht sogar Geld mit meinen Smartphone-Fotos verdienen, wie bekomme ich sie am gescheitesten ausgedruckt, wie geht Instagram-Marketing, welche Cloud nutze ich zum Speichern und welche rechtlichen Hürden muss man beachten? In der ersten Ausgabe werdet ihr zum Beispiel an die App Snapseed herangeführt.

Snapseed
Snapseed
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
  • Snapseed Screenshot
Snapseed
Snapseed
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

Das Heft ist aber natürlich keine Aneinanderreihung von How-Tos, sondern präsentiert auch die derzeit besten Kamera-Smartphones (genau hier wirkt sich das Thema Aktualität dann mal negativ aus – so waren beispielsweise das Samsung Galaxy S8 und S8+ zu neu für diese Ausgabe) und auch interessantes Kamera-Zubehör für Smartphones.

Interviews und sehr technische Beiträge (was ist an einem Smartphone eigentlich anders als an der Spiegelreflex?) runden den Themen-Mix ab und selbstverständlich lässt Smart Shot auch sehr, sehr viel Platz für wirklich ansprechende Fotos. Die lockern das Magazin angenehm auf, sind gleichzeitig aber natürlich auch Inspiration für jeden ambitionierten Smartphone-Fotografen.

Erster Eindruck

Vielleicht ist es falsch, ein Fazit nach einer allerersten Ausgabe zu verfassen, aber man sieht ja dennoch die Stoßrichtung, die Smart Shot einschlägt. Ich muss zugeben, dass ich anfangs ein wenig skeptisch an die Sache herangegangen bin. Allein schon deswegen, weil es eben nun mal Papier ist.

Aber glaubt es oder nicht: Es ist tatsächlich was anderes, als all das im Netz zu lesen (bzw. suchen zu müssen) und das meine ich durchaus im positiven Sinne. Zunächst mal hat es was herrlich Entschleunigtes, wenn man auf der Couch die Beine hochlegt und in einem Magazin blättert, ohne dass man schnell mal zwischendurch ein paar YouTube-Clips konsumiert oder zum x-ten Male den Facebook-Newsfeed abgrast.

Darüber hinaus sieht es toll aus, große Bilder zu betrachten, anstatt sich durch langweilige, zähe Klickstrecken zu hangeln. Bei Tutorials habt ihr alles übersichtlicher im Blick, als würdet ihr ein How-To-Video verfolgen und nicht zuletzt wird es sicher auch genügend Menschen geben, die einfach die Haptik eines solchen Magazins schätzen.

Zu letzteren gehöre ich zwar nicht, aber der Rest macht für mich diese Ausgabe komplett rund. Optisch gefällt mir das weitestgehend ebenfalls gut – lediglich den Spruch auf dem Cover (dass man dank des Heftes ein besserer Smartphone-Fotograf wird) hätte ich mir verkniffen. Inhaltlich mag das tatsächlich stimmen, aber mit ’nem lustigen Comic-Daumen schräg in die untere rechte Ecke platziert, wirkt mir das irgendwie zu „Micky Maus“, ehrlich gesagt.

Sonst gibt es wahrlich nichts zu Mäkeln: Es sieht gut aus, ist absolut kurzweilig und vielseitig, Smartphone-Fans werden sowohl informiert als auch geschult. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass von den vielen angeschnittenen Themen das ein oder andere noch tiefer, noch expliziter behandelt werden kann – klar, dass man all das nicht bereits in ein einziges Debüt-Heft packen konnte. Meine Daumen sind gedrückt, dass Smart Shot noch oft erscheinen wird – ich würde mir weitere Ausgaben jedenfalls gerne vor längeren Zugfahrten etc. in die Tasche packen.

Wenn ihr den Gedanken nachvollziehen könnt, schlagt selbst zu – entweder offline oder wie bereits erwähnt im Netz – und lasst uns wissen, wie euer erster Eindruck dieses Magazins ist.