Umfrage
Social Media im Angesicht des Terrors – Fluch oder Segen?

Richtet das Internet beim Thema Terror eigentlich mehr Schaden an oder überwiegt der Nutzen? Sagt uns eure Meinung.

Nachrichten machen so überhaupt keinen Spaß mehr derzeit. Abgesehen von dem Irren im Weißen Haus und dem immer gleichen Wahlkampf-Geschwurbel der deutschen Parteien sind die News-Sendungen derzeit immer wieder auch prall gefüllt mit neuen Terror-Meldungen.

England wurde in den letzten Tagen – in Manchester und London – gleich zwei mal heimgesucht, auch Afghanistan ist immer wieder betroffen, gestern gab es eine Attacke in Frankreich, heute gleich mehrere im Iran.

Lesenswert: Der Anschlag von Manchester: „Lieber“ Attentäter!

Mittlerweile kennt man die Abläufe und die immer gleichen Reflexe: Medien berichten über alles, auch wenn es noch gar nichts zu berichten gibt, ist man in einer Tour live drauf. Die Polizei informiert sachlich und zurückhaltend und zunehmend professioneller in solchen Situationen. Politiker nutzen Anschläge manchmal, um schlimmstenfalls ein solches Desaster für die eigenen politischen Ziele auszuschlachten, andere Politiker fordern jedes Mal (und jedes Mal vehementer) eine stärkere Überwachung.

Und dann sind da noch wir – die „normalen“ Konsumenten, die diese Schwemme an Informationen an allen Ecken um die Ohren gehauen bekommen: Einmal in den News online wie im TV und natürlich noch per Social Media-Plattform von allen denkbaren Quellen, egal ob Facebook-Freund, Twitter-C-Promi oder all die Gruppen, die ich gerade bereits aufgezählt habe, also Medien, Behörden, Politiker und eben alles, was sich auf Facebook und Twitter herumtreibt.

Social Media – Segen oder Fluch?

Die Frage, die sich mir jetzt stellt und die mir leider niemand beantworten kann: Wie wäre es um den IS, den Terror und die Prävention bestellt, wenn uns das Internet nicht zur Verfügung stehen würde? Wäre es leichter oder schwerer für die ermittelnden Beamten, gäbe es mehr oder weniger Terroranschläge und wie würden die Menschen darauf reagieren?

Man könnte jetzt schauen, wie es damals war, als wir uns über solche Vorfälle nur in den TV-Nachrichten informierten und uns das Netz nicht zur Verfügung stand, aber es wäre ein hinkender Vergleich, weil Terroristen heute ganz anders vorgehen als damals. Also bleibt uns lediglich Spekulation und ich stelle mir persönlich die Frage, wie ich das Internet in diesen Situationen einschätze.

Ich muss zugeben, dass ich sehr, sehr unentschlossen bin, ob der Schaden oder der Nutzen überwiegt. Auf der einen Seite gibt es Funktionen wie Facebooks Safety-Check, der schon sehr vielen Menschen gute Dienste geleistet hat, auch bei dem Anschlag vor einigen Monaten in Berlin. Ursprünglich für Naturkatastrophen gedacht, aktiviert Facebook dieses Feature in letzter Zeit immer öfter, damit sich Menschen in Orten mit Anschlägen als sicher melden können.

Gleich mehrere Unternehmen ziehen an einem Strang, was Terror-Datenbanken angeht, vor allem via Twitter informieren offizielle Stellen wie die Polizei immer routinierter über aktuelle Sachlagen und nicht zuletzt solidarisieren wir alle uns auf den sozialen Netzwerken, spenden Trost, tauschen Infos aus und initiieren auch Hilfe.

Gleichzeitig sind da aber eben auch die Schattenseiten und auch die sind mannigfaltig: Das geht los mit verfrühter Berichterstattung, wo Sensation und Klick-Geilheit viel mehr im Vordergrund stehen als das Informieren an sich. Dazu gehört das bereits angesprochene Vorverurteilen durch Politiker, um politisch Kapital aus einer Katastrophe schlagen zu können. Dadurch – aber natürlich nicht nur – befeuert ergießt sich gerade bei islamistisch motivierten Taten kübelweise die Hetze ins Netz, oftmals jegliche Fakten ignorierend.

Außerdem gibt es Falschmeldungen, die sowohl die Zivilbevölkerung verunsichern als auch die Behörden bei den Ermittlungen behindern. Nicht zuletzt auch bei der Technik an sich gibt es Schattenseiten zu vermelden: Für Terroristen wird durch Social-Media-Plattformen die Kommunikation und Koordination schließlich deutlich vereinfacht.

So stehe ich jetzt da und versuche abzuwägen: Bringt uns all das nach vorne und hilft uns bei dem Kampf gegen den Terror? Oder macht das Internet und speziell Social Media noch schwieriger, diesen Kampf überhaupt effektiv zu führen? Wie so oft mache ich es mir an dieser Stelle leicht und gebe die Frage einfach weiter an euch. Ihr könnt dazu unsere Umfrage nutzen, um eure Meinung kundzutun. Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn ihr mir eure Gedanken kurz in den Comments unter dem Artikel, auf Facebook oder sonstwo zukommen lasst: Ist es ein Debakel, dass Millionen Menschen zeitgleich alle Kanäle nutzen und verschmutzen, ist es ein Glücksfall, dass man sich in Notsituationen dank Internet schnell organisieren kann oder seid ihr ebenfalls unentschlossen?

Lasst es uns wissen und teilt uns am besten auch noch mit, was ihr glaubt, wie sich das weiter entwickeln wird oder weiter entwickeln muss. Welche Hebel die Politik vielleicht in Bewegung setzen muss oder wo die Plattformen wie Google, Facebook oder Twitter selbst nachbessern müssen. Danke jedenfalls jetzt schon mal fürs Mit- und Gedanken machen.