Sony Future Lab: Beamer mit Tiefenmessung im Video demonstriert

Das Sony Future Lab präsentierte auf der IFA einen Beamer, der praktisch jede Fläche in einen Touchscreen verwandelt. Wir konnten den Prototypen bereits antesten und stellen ihn euch im Video vor.
von Carsten Drees am 12. September 2016

Die IFA 2016 ist mittlerweile Geschichte, aber auf eines unserer Highlights wollen wir im Nachklapp unbedingt noch sprechen. Es geht um Sony, die auch ihr Future Lab auf der Messe präsentierten. Das Sony Future Lab ist eine Abteilung innerhalb des Unternehmens, in der an sehr interessanten, innovativen Konzepten gearbeitet wird.

Es ist zu keinem Zeitpunkt gewährleistet, dass die dort erprobten Projekte tatsächlich in massentaugliche Produkte münden. Viel mehr geht es darum, sich mit den Möglichkeiten neuer Technologien auseinanderzusetzen, Szenarios zu erproben und zu experimentieren. Was das schlicht “T” getaufte Beamer-Konzept angeht, wünschen wir uns jedoch dringlichst, dass Sony das irgendwann einmal in Serie schicken kann.

T – Beamer mit Tiefenmessung

Das zweite Projekt aus den Future Labs, mit denen Sony nun an die Öffentlichkeit geht, ist etwas, was auf den ersten Blick wie ein Tabletop-Beamer aussieht, mit dem ihr Bilder auf die Tischplatte werfen könnt. Dieser Beamer kann aber deutlich mehr. Dank Tiefenmessung kann er Objekte auf dem Tisch von der Tischplatte unterscheiden und entsprechend reagieren, außerdem werden auch Bewegungen erkannt.

Wie man diese Fähigkeit in der Praxis nutzen kann, seht ihr in Daniils Video sehr schön. In der Architektur-Demo seht ihr ein Grundstück, auf welches ein Objekt platziert wird – ein Haus. Dieses Haus besteht aus verschiedenen Lagen, die ihr separat entfernen könnt. Tut ihr das, wird das vom Beamer dank der Tiefensensoren erkannt und automatisch wird per Laser exakt das richtige Stockwerk angezeigt.

Somit habt ihr immer die richtige Draufsicht und den passenden Grundriss parat, egal, welche Ebene des Hauses ihr betrachtet. Damit ist aber noch lange nicht Schluss bei “T”, denn ihr könnt ein weiteres Objekt auf dem Tisch platzieren, welches dann als Display fungiert und euch eine 3D-Ansicht des Hauses anzeigt. Ihr profitiert davon, dass auch Bewegungen erkannt und in Funktionen umgemünzt werden können und das alles in Echtzeit.

Sony Future Labs 10

Legt ihr einen Finger auf die Tischplatte und entfernt euch damit ein wenig vom Haus, wird auch das auf dem Display angezeigte Haus kleiner. Ebenso könnt ihr den Finger drehen, um den Winkel zu verändern, aus dem auf das Haus geschaut wird. Legt ihr den Finger direkt auf das Haus bzw. explizit in ein Zimmer, bekommt ihr automatisch auf dem Display die 3D-Innenansicht gezeigt, logischerweise von exakt dem Punkt aus, auf den ihr euren Finger gelegt habt.

Ihr habt also nicht nur den Tiefeneffekt, der euch auf unterschiedlichen Ebenen verschiedene Inhalte anzeigt, sondern könnt auch das Gezeigte interaktiv nutzen. Das geht sogar soweit, dass ihr die Wände innerhalb des Hauses mit dem Finger verschieben könnt. Auch auf den Lichteinfall habt ihr Einfluss, wenn ihr den entsprechenden Button drückt. Wieder mit dem Finger verändert ihr die Position des Lichts bzw. der Sonne, so dass ihr auf dem Display sehen könnt, wie sich das auf das Haus und die Zimmer auswirkt, wenn die Sonne an einem bestimmten Punkt steht.

Sony Future Labs 9

Das Gezeigte halte ich für eine Riesen-Nummer für Architekten, aber man kann sich natürlich mit Leichtigkeit unzählige andere Szenarios vorstellen, in denen diese Kombination aus Beamer, Tiefenmessung und Gestensteuerung zum Einsatz kommen könnte. Sony selbst kann sich die Technologie in Showrooms, aber auch in Büros und in Schaufenstern vorstellen und sucht nach Partnern, die zusätzliche Einsatzmöglichkeiten entdecken und neue Showcases erstellen.

Leider können wir euch nur erneut drauf hinweisen, dass sich “T” im Prototyp-Stadium befindet und es in absehbarer Zeit kein solches Produkt zu kaufen geben wird, aber es ist schön zu sehen, wohin die Reise geht und was künftig alles machbar sein wird.

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