Kommentar/Rand-Rant
Sony Xperia XA2 (Ultra): Freunde – erklärt mir mal euer „randloses“ Design

Sony zeigt bei der CES das Sony Xperia XA2 und das XA 2 Ultra. Neue Mittelklasse, altes Design. Mit Sonys Definition von "randlos" tun wir uns ehrlich gesagt schwer.

Während viele Smartphone-Hersteller mit den Produktvorstellungen noch bis zum MWC in Barcelona warten, sehen wir die ersten neuen Modelle von Sony bereits bei der CES in Las Vegas. Drei neue Devices hat man mit in die Wüste Nevadas gebracht, unter anderem das Sony Xperia XA2 und das Xperia XA2 Ultra.

Es sind aber nicht neue Flaggschiff-Modelle, stattdessen wird hier die Mittelklasse bedient. Die beiden Geräte kommen mit Bildschirmdiagonalen von 5,2 bzw. 6 Zoll, bieten beide FullHD-Auflösung und werden von einem Snapdragon 630 angetrieben. Hier sind die wichtigsten Specs:

Sony Xperia XA2Sony Xperia XA2 Ultra
Display5,2 Zoll großes LCD-Display mit einer Auflöusng von 1.920 x 1.080 Pixeln (424 ppi)6 Zoll großes LCD-Display mit einer Auflöusng von 1.920 x 1.080 Pixeln (367 ppi)
ProzessorQualcomm Snapdragon 630  Octa-Core-SoCQualcomm Snapdragon 630 Octa-Core-SoC
Arbeitsspeicher3 GB4 GB
Speicher32 GB, per microSD-Karte erweiterbar32 GB, per microSD-Karte erweiterbar
BetriebssystemAndroid 8.0 OreoAndroid 8.0 Oreo
Hauptkamera23 Megapixel23 Megapixel
Frontkamera8 MPDual-Cam mit 16 bzw. 8 MP
Akku3.300 mAh3.580 mAh
KonnektivitätHSPA, LTE, NFC, Bluetooth 5.0HSPA, LTE, NFC, Bluetooth 5.0
Maße142 x 70 x 9,7 mm163 x 80 x 9,5 mm
Gewicht171 Gramm221 Gramm

In diesem Kommentar soll es aber jetzt weniger um die Vorstellung zweier neuer Smartphones gehen. Man kann lobend erwähnen, dass — immerhin — auf beiden Modellen bereits Android 8.0 Oreo installiert ist. Zwar hat das OS schon einige Monate auf dem Buckel, aber noch immer bringen zu viele Hersteller Smartphones mit Android Nougat heraus.

Ebenfalls ansprechend von technischer Seite sind die verbauten Kameras — das beherrscht Sony nun mal. Alles in allem haben wir es in der Tat mit solider Mittelklasse zu tun mit voraussichtlich tollen Akkulaufzeiten bei beiden Handsets.

Ich möchte hier aber ehrlich gesagt mehr auf was anderes hinaus und das hat mit dem Design der Geräte zu tun. Schaut am besten kurz auf den folgenden Screenshot von der Sony Xperia XA2-Produktseite:

Okay, „Smartes Design“ ist jetzt eine Worthülse, die alles und nichts bedeuten kann, aber bei „Schlichte Eleganz“ gehe ich sogar mit: Sony zeigt auch hier wieder, dass man Smartphones produzieren kann, die elegant wirken und sich auch gut anfassen.

Aber — da ist diese eine Sache, die mir nicht ganz in den Kopf gehen will. Ich sehe rechts das Bild des Smartphones und lese dazu links „randloses Design“. Bitte? In welchem Universum ist dieses Design randlos? Ja, Sony — ich kann es sehen: Die linken und rechten Ränder sind in der Tat angenehm dünn ausgefallen. Aber ein Smartphone-Display hat nun mal auch oben und unten Ränder. Und da wirken die neuen Modelle Sonys gehobener Mittelklasse eher so, als müsste man mit einem Anruf von 2013 rechnen, das gerne sein Design zurück hätte.

Xperia Z Ultra von 2013

Als wir kurz nach der IFA die Gelegenheit hatten, im Rahmen eines Blogger-Roundtables in Dortmund das Xperia XZ1 anzutesten, ließen die Mitarbeiter von Sony durchblicken, dass man auch plane, im neuen Jahr auf rahmenlose Designs zu setzen. Mag sein, dass das später im Jahr noch passieren wird, wenn Sony  seine neuen Premium-Modelle enthüllt.

Für die jetzt bei der CES gezeigten Handsets jedoch gilt das nicht. Ein Design wird nicht dadurch rand- oder rahmenlos, indem man es selbst so anpreist, sondern eher dadurch, dass man diese Ränder dann auch tatsächlich minimiert. Ich finde es persönlich schade, dass die ansonsten toll gestalteten Smartphones der Japaner immer noch mit diesen fetten Balken oben und unten auskommen müssen.

Dabei denke ich auch nicht, dass man das damit rechtfertigen kann, dass zumindest im Ultra-Modell vorne eine Dual-Cam verbaut wurde. Zumal im Xperia XA2 mit Single-Front-Cam ja auch ein ähnlich dicker Balken zu sehen ist. Ein solches Design ist einfach nicht mehr zeitgemäß und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es solide technische Gründe gibt, sich im Jahr 2018 noch für so eine Bauweise zu entscheiden.

Beim 6-Incher bedeutet das, dass ihr ein Smartphone in Händen haltet, welches über 16 Zentimeter lang ist und mit 221 Gramm Gewicht auch einen ziemlichen Klopper darstellt. Wer sich das jetzt nicht wirklich vorstellen kann: Legt mal zwei 100 Gramm Tafeln Schokolade übereinander und ihr kommt ungefähr hin.

Das ist schade, weil Sony so viel Potenzial verschenkt und damit ein Smartphone abwertet, welches technisch durchaus zur gehobenen Mittelklasse gezählt werden darf. Das kombiniert mit einem Preis, der beim Verkaufsstart des XA2 Ultra im Februar bei etwa 450 Euro liegen soll und man muss keine prophetischen Superkräfte besitzen, um zu erahnen, dass wir es hier wohl eher nicht mit einem Megaseller zu tun haben, der Sony von den Leuten aus den Händen gerissen wird.

Preispolitik ist das eine Thema, aber existenziell wichtiger finde ich hier in der Tat eher die Design-Frage. In den heutigen Zeiten ein Smartphone in diesem Design anzubieten, ist zumindest nach- oder fahrlässig. Es dann aber auch noch als „randlos“ anzupreisen, dürfte fast schon als unverschämt bezeichnet werden.

Liebe Leute bei Sony: Das Jahr ist noch jung, daher gebe ich die Hoffnung nicht auf. Bringt uns bitte noch Premium-Modelle, bei der ihr diese Nummer in den Griff bekommt. Und wenn es nicht klappt, sie randlos zu bauen bzw. ihr es aus irgendwelchen Gründen einfach nicht wollt, dann verkauft eure Fans bitte nicht für dumm. Nennt die Smartphones wie ihr wollt, aber nennt sie bitte nicht „randlos“.