Spotify Jahresrückblick
Spotify: So findet ihr raus, was ihr 2018 am häufigsten gehört habt

Der Dezember muss wieder mal für viele Jahresrückblicke herhalten. Spotify bildet da keine Ausnahme und stellt zum wiederholten Male unsere persönlichen Jahres-Kennzahlen vor. Und wie jedes Jahr regt mich das Procedere auf.

Wie schnell so ein Jahr rumgeht, was? Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich Spotify dafür angepöbelt habe, dass sie mir merkwürdige Jahres-Charts zusammenbasteln, in denen zwischen Songs irgendwie random Teile von Hörbüchern untergemischt werden. Da ich a) mich über diese Unsitte also bereits aufgeregt habe und b) stinkfaul bin, zitiere ich mich einfach noch mal selbst aus besagtem Artikel:

Mit einer persönlichen Playlist geht es dann auf der Seite weiter: Eure persönlichen Top 100 des Jahres 2017! Für mich wieder ein typisches Beispiel von “Super-Idee, scheiße ausgeführt”. Die Idee mag ich wirklich, aber durch diesen Hörspiel-Schwerpunkt bei mir entsteht natürlich eine Playlist, die man unmöglich durchhören kann mit fast 50 Prozent Hörspiel-Tracks. Dabei gilt zu beachten, dass — wie ein normales Musikalbum auch — die Hörspiele ebenfalls aus verschiedenen Tracks bestehen. Ihr bekommt in so einer Playlist dementsprechend immer nur Fragmente eines solchen Hörspiels zu hören. Carsten Drees, genervter Spotify-Hörer

Aber gehen wir der Reihe nach vor, denn wie im letzten Jahr findet ihr auf dieser Seite euren Jahresrückblick aufgeteilt in verschiedenen Abschnitte. Los geht es mit Brave von Sara Bareilles. Das soll der erste Song des Jahres 2018 gewesen sein, den ich in diesem Jahr via Spotify gehört habe. Weiter weiß der schwedische Streaming-Riese, dass “Big Narstie” der erste Künstler ist, den ich im neuen Jahr für mich entdeckt haben soll. Ganz ehrlich: Mir fehlt da jegliche Erinnerung, der Name Big Narstie sagt mir überhaupt nichts (und ja, das liegt vermutlich eher an meinem Kieselhirn als an Spotifys Algorithmus).

Danach darf ich dann raten, wie viele Minuten ich wohl über Spotify Musik gehört habe. Spoiler-Alarm: Es waren etwas mehr als 82.000 Minuten. Letztes Jahr waren es “nur” 67.000 Minuten – meine Zeit, die ich zusätzlich an der frischen Luft verbringe und wobei ich stets Musik, Hörbücher oder Podcasts höre, schlägt sich hier also deutlich nieder. Spotify rechnet mir sogar vor, dass es 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Danach geht es dann ans Eingemachte: Die nächste Einblendung erzählt mir, dass “mein Lieblingskünstler” im aktuellen Jahr die Drei Fragezeichen waren, denn ich habe immerhin 56 Stunden dieses Jahres damit verbracht, diesen Hörspielen zu lauschen. Dem Algorithmus kann man jetzt ankreiden, dass er die drei Detektive als “den” Künstler bezeichnet. Dass die Stundenzahl nicht stimmt, da ich immer schon nach ein paar Minuten beim Hören eingepennt bin, nehme ich hingegen voll auf meine Kappe.

Ein bisschen unsinnig wird der Screen dadurch, dass neben dem flächendeckenden Präsentieren meines Lieblingskünstlers oben in der Ecke der meistgespielte Song auftaucht, der wiederum von jemand ganz anders stammt (nämlich vom unglaublich begabten Crimer – bitte unbedingt auschecken, wenn ihr ihn nicht kennt!).

Danach folgen dann die Charts, die mir lediglich beweisen, dass ich echt sehr viele Hörbücher und Hörspiele gehört haben muss. Erfreulich, dass es immerhin meine Götter Depeche Mode wieder in die Top 5 schaffen. Songs und Genres werden ebenfalls aufgelistet und so lerne ich über mich, dass ich sowohl Rock, Pop, Punk, Dance/Electronic und Indie gehört habe — also so circa alles vermutlich.

Spotify hat mir auch wieder eine Playlist gebastelt in Form einer Top 100. Das ist sehr freundlich und bestätigt mich logischerweise in dem glänzenden Musikgeschmack, den ich mir selbst attestiere ;-) Schön, dass dieses mal nur vier Kapitel aus Hörbüchern Einzug in meine Charts finden, aber dennoch sind sie eben unfassbar deplatziert dort. Ich werde übrigens nicht aufhören, diese Spotify-Rückblick-Artikel zu schreiben, bis die Schweden endlich damit anfangen, diese gesprochenen Beiträge wie Podcasts, Hörspiele und Hörbücher auszusortieren und separat aufzulisten.

Weiter hat Spotify herausgefunden, dass “Hörspiele” mein Lieblings-Genre sind. Ist nicht ganz richtig, aber das kann ich Spotify eben nicht ankreiden. Dass mir mein ältester Song (Unforgettable von Nat King Cole 1954) aufgezählt wird, finde ich hingegen ganz süß. Übrigens weichen die angezeigten Daten je nach User voneinander ab. Wo bei mir also festgestellt wird, dass ich sehr viele Hörspiele höre, könnte bei euch stehen, dass ihr besonders viel Musik hört, die andere noch nicht auf dem Schirm haben oder ähnliches.

Danach wird es dann absurd, denn der pfiffige Algorithmus hat zudem ermittelt, dass ich Künstler mit Sternzeichen “Steinbock” öfter gehört habe als jedes andere Sternzeichen. Auch die Information, dass dazu David Bowie und Elvis Presley gehören, bringt mich nicht sonderlich nach vorne.

Danach wird festgestellt, dass ich gerne Podcasts höre und auch Beispiele dafür, welche das gewesen sind. Ich kann mich nur wiederholen und euch hier “Mit Verachtung” empfehlen, den Podcast von den beiden Süßis Drangsal und Casper. Lieb ich!!

Als Abschluss folgt dann die Rubrik “B-Seite” und die finde ich dann wirklich interessant. Hier sind nämlich Songs, Künstler und Genres versammelt, die ich normalerweise nicht höre, von denen Spotify aber denkt, dass sie mir dennoch gefallen müssten. Ich muss zugeben, dass ich mich da noch nicht durchgehört habe, aber das werde ich in einer ruhigen Minute tun und bin sehr gespannt aufs Resultat.

Abgerundet wird dieser Jahresrückblick von Spotify natürlich mit einer Zusammenfassung, die ihr dann auf Facebook, Instagram, Twitter oder per WhatsApp teilen könnt, um auch eure Dudes von eurem exquisiten Geschmack überzeugen zu können.

Witzigerweise gibt es zum Sharen auch noch die Option “Plakatwand”. Stimmt ihr Spotify zu, dass sie das tatsächlich dürfen, könnte es passieren, dass eure Zusammenfassung mit eurem Foto dann in Berlin auf den Rosa-Luxemburg-Platz projiziert wird. Wer es braucht (ich, deswegen hab ich Spotify dafür grünes Licht gegeben ^^).

Was bleibt unterm Strich? Einige nette Infos, eine Menge unbrauchbares Zeug und Top-Listen, die für mich nahezu unbrauchbar sind. Nochmal, Spotify: Nehmt bitte die Hörbücher da raus und lasst sie weg bzw. führt sie gesondert auf. So machen weder die Charts noch die Top 100-Playlist wirklich Sinn. Davon abgesehen ist es wieder einmal eine nette Spielerei des Streaming-Dienstes und ich beginne auf der Stelle damit, wieder mehr Depeche Mode zu hören. Kann ja nicht sein, dass die nur auf Platz 5 in meiner Gunst rumkrebsen ;-)

Quelle: Spotify Wrapped