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Squad Solar City: Günstiger Solar-Flitzer für unter 6 000 Euro

Squad Mobility hat den Squad vorgestellt: ein günstiges, 45 km/h schnelles, 2-Personen-Solarauto für die tägliche (vor-)städtische Mobilität. Gebaut wird das Fahrzeug von zwei ehemaligen Lightyear-Mitarbeitern.

von Carsten Drees am 26. November 2019

Nahezu täglich reden wir auch hier auf dem Blog davon, dass sich die Mobilität in Zukunft verändern muss und auch verändern wird. Dass viele SUVs oft nahezu ausschließlich in den Innenstädten großer Metropolen eingesetzt werden, darf dabei nur ein aktueller Trend sein, der auch wieder vorbeigeht.

Deutlich passender für die Innenstadt sind kleine, nachhaltige Flitzer. Im aktuellen Stadtbild tauchen vor allem die Leichtelektromobile der Klasse L6e noch viel zu selten auf. Daher stelle ich euch heute gerne ein solches Fahrzeug vor, welches heute von Squad Mobility präsentiert wurde und das auf den Namen Squad hört.

Es handelt sich dabei um einen Zweisitzer, der mit Solarkraft angetrieben wird und durch die Klassifizierung zum Leichtelektromobil maximal 45 Stundenkilometer schnell sein darf. Mit dieser Klassifizierung ordnet sich der “Squad” technisch zwischen Rollern und Autos ein. Auf dem Land und für weite Strecken ist die Höchstgeschwindigkeit natürlich zu langsam, in der Stadt allerdings ist es perfekt.

Die beiden Verantwortlichen für dieses Vehikel haben ehemals bei Lightyear gearbeitet, einem Startup, über dessen Solar-Fahrzeuge wir ebenfalls bereits berichteten. Die Grundidee hinter dem “Squad” war es, ein besonders günstiges Solar-Auto zu bauen für so viele Konsumenten wie möglich. Kombiniert wurde hier die “Zweckmäßigkeit eines Rollers mit der Leichtigkeit eines Kleinwagens”, heißt es in der Pressemitteilung.

Vorne finden nebeneinander zwei Personen Platz, im Heck gibt es ein Staufach. Gegebenenfalls — je nach gesetzlicher Lage des jeweiligen Landes — können im “Squad” zudem auch zwei Kinder (bis 1,25 m Größe) Platz nehmen. Apropos Gesetzgebung: Alternativ zum aktuellen Modell erwägt Squad Mobility auch, je nach Bedarf und je nach lokaler Gesetzgebung eine Version des Flitzers anzubieten, die dann bis zu 80 km/h schnell fahren kann.

Aus Kostengründen hat man Türen und Karosserieteile direkt mal komplett weggelassen, was den “Squad” einfach zugänglich und effizient macht. Dank Überrollkäfig mit Sicherheitsgurten sitzt der Fahrer natürlich dennoch in einem sicheren Gefährt.

Emissionen und Verkehrsstaus sind die beiden Hauptthemen der heutigen urbanen Mobilität. Unser solar-elektrischer Squad kann in einem sonnigen Land mit eigenem Solardach bis zu 9.000 km pro Jahr aufladen und ist damit für die meisten Nutzer, die ca. 30 km oder 1 Stunde pro Tag für 300 Tage pro Jahr in einer städtischen Umgebung fahren, völlig emissionsfrei. Die meisten Fahrzeuge in diesem Segment fahren nicht mehr als 6000 km pro Jahr. Robert Hoevers CEO

Hoevers weist auch darauf hin, dass mittels gewöhnlichem Stecker und/oder eigenen tragbaren Akkus die Reichweite zudem erweitert werden kann. Weitere Akkupacks können separat bestellt werden. Wenn wir schon vom Bestellen reden: Der “Squad” kann innerhalb der EU bereits vorbestellt werden, Interessenten können das über die Seite von Squad Mobility tun. Dabei beginnt der Verkaufspreis bei ca. 5 750 € (zzgl. MwSt.). Ausgeliefert wird das Fahrzeug dann ab 2021, zudem sollen im nächsten Jahr auch Abonnement- und/oder Mietmodelle mit einem angestrebten Mietpreis von rund 100 € pro Monat angeboten werden.

Im Fokus stehen beim “Squad” also ganz klar Menschen, die nur innerhalb der Stadt mobil sein müssen, oder die aus Vororten in die Stadt gelangen müssen und für die Alternativen wie das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel nicht die beste Möglichkeit darstellen. Gerade für unsere vollgestopften Innenstädte ist es von Vorteil, wenn wir mit möglichst kleinen Fahrzeugen unterwegs sind. Das Solar-Auto von Squad Mobility kann hier natürlich schwer punkten: Während herkömmliche Autos zehn Quadratmeter Platz einnehmen können, braucht der “Squad” lediglich zwei. Auf einem normalen Parkplatz könnten theoretisch gleich vier dieser kleinen Sonnen-Flitzer quer parken! Das folgende Bild zeigt das sehr schön:

Der Squad ist als unverzichtbare Mobilitätslösung mit modernster Technologie wie In-Wheel-Motoren und einem Solarpanel konzipiert. Diese Kombination macht den Squad für eine viel größere Gruppe von Benutzern zugänglich, ohne den Aufwand der Wartung. Es ist kein Zufall, dass der Squad technisch gesehen einem Roller ähnelt. Die ersten Roller der Nachkriegszeit wurden unter Berücksichtigung genau dieser Werte entwickelt. Heute bieten wir dies für zwei Personen an, mit Sicherheit und besserem Schutz vor Witterungseinflüssen. In gewisser Weise eröffnet der Squad ein völlig neues Segment. Die Stärke des Konzepts liegt darin, dass wir sowohl Effizienz als auch Kosten niedrig halten, indem wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.” Chris Klok, Chefdesigner

Der Designer verweist auch darauf, dass die Bauweise des “Squad” den Fahrer zumeist trocken hält. Da man auch beim Warten auf öffentliche Verkehrsmittel oder, wenn man die letzte Meile zu Fuß zurücklegt, ebenfalls riskiert, einen Tropfen abzubekommen, stellt das Solar-Fahrzeug daher keinen Nachteil dar. Im Gegenteil: Ihr fahrt mit Dach und könnt gegebenenfalls auch Seitenschutzbezüge als Zubehör anfordern, damit ihr tatsächlich völlig im Trockenen seid, egal was draußen abgeht.

Dadurch, dass wir es hier mit Leichtelektromobilen zu tun haben, ergeben sich zahlreiche monetäre Vorteile für die Fahrer bei Steuern und Versicherungen, was sich aber natürlich auch nach der jeweiligen Nation richtet, in der man das Fahrzeug erwirbt. In einigen deutschen Bundesländern kann der benötigte Führerschein für diese Klasse sogar ab einem Alter von 15 Jahren gemacht werden, womit der “Squad” natürlich auch für einen ganz anderen, jüngeren Personenkreis spannend sein könnte.

Also: Klein, mobil, günstig und nachhaltig — für meinen Geschmack werden hier von Squad Mobility wirklich wichtige Punkte der urbanen Mobilität kombiniert zu einem Gefährt, welches tatsächlich für viele Menschen in der Stadt oder deren Peripherie völlig ausreichen dürfte. Durch den Solarantrieb dürfte der “Squad” sich dabei natürlich vor allem in den südlichen Metropolen Europas zuhause fühlen.

Was haltet ihr denn von der Konzeption? Könntet ihr euch vorstellen, anstelle eines Kleinwagens zu so einem Fahrzeug zu greifen? Wenn ja, dann habe ich es weiter oben ja bereits geschrieben: Für unter 6 000 Euro vor Steuern kann das Teil bereits vorbestellt werden und wird ab 2021 ausgeliefert. Eine schnellere Variante als auch eine Fracht-Ausführung sind ebenfalls für die Zukunft angedacht, so dass es sich sicher lohnt, Squad Mobility auf dem Schirm zu behalten.