US-Wahlkampf
Resistance is futile: Die Star Trek Crew gegen Donald Trump

Geht es nach mehreren Dutzend ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Star Trek Crew, dann darf man Donald Trump nicht wählen. Der viele allenfalls an einen Ferengi mit orangefarbenen Haaren erinnernde Amateur stehe für alles, was den Idealen der Serie widerspreche. Protestwählen und Fernbleiben von der Wahl sei ebenfalls keine Option, eine Stimme für Hillary Clinton (die Königin der Borg?) sei die einzig logische Entscheidung.

Der Wahlkampf um das Amt des US-Präsidenten ist mit der ersten TV-Debatte zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump in die ultraheiße Phase übergegangen. Momentan liefern sich die Kandidaten ein Kopf-an-Kopf Rennen: Clinton konnte sich in den Prognosen der Umfrage-Institute auf 43% verbessern, Trump könnte auf 40% der Stimmen kommen – ein hauchdünner Vorsprung. Die beiden hierzulande weitestgehend unbekannten Kandidaten Gary Johnson und Jill Stein würden je 8% und 4% der Wählerstimmen erhalten, wenn heute in den USA gewählt würde.

Nun schaltet sich eine intergalaktische Institution in den Wahlkampf ein und spricht ein Machtwort. Rund 70 Mitglieder und Nachfahren der Star Trek Crew fordern die US-Wähler auf, am 08. November 2016 ihre Stimme gegen Donald Trump abzugeben. Angeführt vom Regisseur J.J. Abrams sprechen sich ehemalige und heutige Mitglieder der Crew gegen den Republikaner aus – darunter George Takei (Mr. Sulu), Chris Pine (Captain Kirk), Wil Wheaton (Wesley Crusher), Walter Koenig (Chekov), Simon Pegg (Scotty), Karl Urban (Dr. McCoy) und Jonathan Frakes (Commander Ryker).

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“ Star Trek Intro

Star Trek habe immer eine positive Vision der Zukunft dargestellt, schreiben die Schauspieler in einem offenen Brief bei Facebook. Die Botschaft der Serie stehe für Hoffnung und Optimismus und, mehr als alles andere, für Inklusion. Star Trek stehe für eine Zukunft, in der Menschen aller Rassen der gleiche Respekt entgegengebracht werde und in der jeder individuelle Glaube und Lebensstil respektiert werde, wenn davon keine Gefahr für andere ausgehe.

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Nie in der Geschichte der USA habe es einen Präsidentschaftskandidaten gegen, der so sehr das Gegenteil dieser Ideale verkörpere wie Donald Trump. Seine Wahl werde das Land mit vielleicht desaströsen Folgen zurückwerfen. Zudem sei Donald Trump ein Amateur, der verächtlich bestehende Gesetze und die Realität ignoriere, während Clinton auf eine lange Erfahrung und viele Erfolge in der Politik zurückblicken könne.

Resistance is futile. You will be assimilated.

Eine Protestwahl bringe gar nichts, auch eine Stimmabgabe für die beiden verbliebenen Kandidaten Johnson und Stein solle man sich sparen. Nicht nur als Bürger der Vereinigten Staaten habe man die Pflicht, die Demokratie mitzugestalten – man müsse auch seiner Verantwortung gegenüber allen nachfolgenden Generationen nachkommen und habe gefälligst seine Stimme für eine Zukunft abzugeben, die für Aufklärung und Einbeziehung aller stehe und die Menschheit irgendwann zu den Sternen führe.

Star Trek has always offered a positive vision of the future, a vision of hope and optimism, and most importantly, a vision of inclusion, where people of all races are accorded equal respect and dignity, where individual beliefs and lifestyles are respected so long as they pose no threat to others. We cannot turn our backs on what is happening in the upcoming election. Never has there been a presidential candidate who stands in such complete opposition to the ideals of the Star Trek universe as Donald Trump. His election would take this country backward, perhaps disastrously. We need to elect a president who will move this country forward into the kind of future we all dream of: where personal differences are understood and accepted, where science overrules superstition, where people work together instead of against each other.

The resolution of conflicts on Star Trek was never easy. Don’t remain aloof –vote! We have heard people say they will vote Green or Libertarian or not at all because the two major candidates are equally flawed. That is both illogical and inaccurate. Either Secretary Clinton or Mr. Trump will occupy the White House. One is an amateur with a contemptuous ignorance of national laws and international realities, while the other has devoted her life to public service, and has deep and valuable experience with the proven ability to work with Congress to pass desperately needed legislation. If, as some say, the government is broken, a protest vote will not fix it.

Have you just turned 18? Have you moved? Have you never voted before? Some states have early registration (early October) and/or absentee ballots. You can’t vote if you are not registered. So make it so. Go to https://www.rockthevote.com, a non-profit, non-partisan organization, and fulfill your civic duty. Because, damn it, you are a citizen of the USA, with an obligation to take part in our democracy! Do this not merely for yourself but for all the generations that follow. Vote for a future of enlightenment and inclusion, a future that will someday lead us to the stars.

Die Aktion der Schauspieler weckt selbstverständlich besonders in den Vereinigten Staaten Interesse. Das Land blickt wie andere Nationen auf eine lange Liste von Schauspielern zurück, die später in der Politik Karriere gemacht haben – zu den populärsten gehören sicherlich Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger. Politische Statements wie jene von Clint Eastwood sind gerade in Wahlkampfzeiten keine Seltenheit und gehören ebenso zum Alltag wie Auftritte auf Wahlkampfpartys und Spendengalas.

Wer sich nie wirklich mit der Star Trek Story anfreunden konnte, mag jetzt schulterzuckend reagieren und die ganze Nummer als Anekdote abtun. Der ein oder andere Star Wars Fan mag vielleicht zynisch anmerken, dass die Star Trek Crew auf ihren unendlichen Reisen in ferne Galaxien jede Menge fremde “Rassen” (sprich: Aliens) mit ihren Phasern terminiert hat.

Wen würdet ihr denn wählen? Eher die Königin der Borg oder den Ferengi mit den orangefarbenen Haaren?

via good.is