Stranger Things – Serie des Jahres

Stranger Things ist erst seit 2 Wochen auf Netflix verfügbar und jetzt schon die Serienüberraschung schlechthin! Fans des Horror- und Science-Fiction-Genres sind ganz aus dem Häuschen und können die 2. Staffel kaum abwarten.
von Jessica Mancuso am 3. August 2016

Die Mischung aus bekannten Elementen, die man von Steven Spielberg, John Carpenter und Stephen King kennt, gemischt mit der nostalgischen Atmosphäre der 80er Jahre und den technischen Finessen der Neuzeit sind das Geheimnis dieses fulminanten Serienerfolges! Die 8-teilige Geschichte behandelt das Verschwinden eines Jungen namens Will in einer Kleinstadt in Indiana (USA) und das gleichzeitige Auftauchen eines mysteriösen Mädchens namens Elf.

Die Story

Wills Mutter (Winona Ryder) versucht alles, um der Polizei bei der Suche zu helfen, was sich bei den rätselhaften Umständen als schwierig erweist. Unterdessen lassen sich auch seine Freunde nicht davon abhalten, jeden Stein zwei mal umzudrehen, um ihren Kumpel zu finden. Ebenso wie Wills Bruder, der eines Nachts alleine loszieht.
Dadurch entstehen mehrere Erzählstränge, in denen Erwachsene und Kinder nach und nach mit paranormalen Ereignissen konfrontiert werden.

Ein Mädchen namens Elf

Elf, auch liebevoll Elfie genannt, taucht nach Wills Verschwinden aus dem Nichts auf. Ihr Aussehen ist sehr auffällig, trägt sie nebst einem Krankenhausleibchen auch kurzrasierte Haare. Auf ihrem Unterarm befindet sich ein Tattoo mit der Zahlenfolge 011, und da sie anfangs nicht spricht, wird sie fortan Elf genannt.

Schnell wird klar, dass Elf paranormale Fähigkeiten besitzt, die sie u. a. zum telepathieren nutzen kann. Erst als das Mädchen Wills Freunde kennenlernt, die sie in ihren Kreis aufnehmen und vor den Erwachsenen verstecken, taut sie nach und nach auf. Durch die diversen Erzählstränge und dem ein oder anderen Flashback erfährt der Zuschauer, dass es sich nicht nur um mysteriöse Rätsel handelt, sondern auch die Regierung hinter den Ereignissen steckt. Ob diese Institution gut oder böse ist, kommt aber erst in der letzten Folge raus.

Die Figuren

Sicher; Winona Ryder wieder auf der Mattscheibe bewundern zu können, ist schon ein Grund für sich, um diese Serie zu gucken. Kaum jemand bekommt so schöne Nervenzusammenbrüche hin wie sie. Sie schreit, sie weint, sie ist verzweifelt und kurz davor, als absolut verrückt eingestuft zu werden. Versucht sie schließlich, anhand der kumulierten Weihnachtsbeleuchtung mit ihrem totgeglaubten Kind zu kommunizieren. Okay. Doch wer die Serie kennt, wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass sie selbst als Irre eine gänzlich überzeugende Rolle spielt.

Neben Elf, die bereits angeführt wurde, müssen die Jungs erwähnt werden, die mich etwas an »Die kleinen Strolche« zurückerinnert haben. Erst einmal hören sie nicht auf das, was die Polizei oder ihre Eltern ihnen sagen und machen sich auf eigene Faust los, um ihren Freund zu finden. Und selbst als niemand mehr daran glaubt, dass Will noch leben könnte, geben sie nicht auf und versuchen sich die Welt selbst zu erklären. Da die Jungs gemeinsam immer Dungeons and Dragons spielten, nehmen sie Kontakt zu ihrem Physiklehrer auf und befragen ihn nach anderen Dimensionen. Ihr Wissensdurst gepaart ihrer unerschöpflichen Fantasie sorgt dafür, dass sie daran glauben, dass Will noch lebt. Von allen Erzählsträngen mochte ich die mit den Kids am liebsten. Allein Dustin hat sich innerhalb einer Lispeleinheit in mein Herz gesprochen. Und da lege ich mich fest: nicht nur in meins.

Bis hierhin war alles spoilerfrei. Wer die Serie noch nicht geschaut hat, holt das bitte nach und liest ab hier lieber nicht weiter.

Fragen Fragen Fragen

Will hat überlebt, Elf ist in Rauch aufgegangen und das Monster ist tot, oder? Das wird natürlich erst Staffel 2 beantworten können, die lieber heute als morgen erscheinen sollte. Doch bleiben wir kurz bei Elf: Wenn sie mit dem Tattoo »011« versehen wurde, was ist aus den Kindern 001-010 geworden? Und wer ist überhaupt ihr wahrer Vater? Übrigens auch eine Stelle, bei der ich regelmäßig Gänsehaut bekam: wenn Elfie kaum merklich »Papa« hauchte, brrr! Wird sie ihre Mutter endlich kennen lernen, die nie wirklich geglaubt hat, dass ihre Tochter bei der Geburt starb? Und kann LSD im Übermaß wirklich paranormale Kräfte auslösen? *grübelt*

Was passiert mit Will? Nach seiner Rettung wurde bereits sehr offensichtlich gezeigt, dass Will manchmal zwischen den beiden Dimensionen switcht, wie eine Art Flashback. Aber sind es wirklich Flashbacks? Pure Erinnerungen an die andere Dimension oder ist er leibhaftig in beiden gleichzeitig? Was hat es mit seinem Husten auf sich? Hat er zu viel von der Asche eingeatmet, die in der 2. Dimension rumschwirrt oder hat er sich bloß erkältet?

Falls es eine einfache Erkältung ist – wieso macht er ein solches Geheimnis daraus und wieso kommt so viel Schleim raus? Und wenn er den Schleim wie in der letzten Folge einfach ins Waschbecken ausspuckt, entsteht dann vielleicht eine weitere Dimension in der Kanalisation? Oder lebt in ihm vielleicht ein Stück des Monsters weiter? Wie kann es sein, dass ihm dieser Monsterschlauch rabiat aus dem Hals gezogen wurde, ohne dass etwas kaputt ging? Und überhaupt: Woher wollen wir wissen, dass es immer ein und dasselbe Monster war? Vielleicht sehen die sich auch nur sehr ähnlich?

Welche Position wird der Polizeichef Hopper in der nächsten Staffel innehaben? Er ist schließlich einer der wenigen, die wissen, was in dem Regierungsgebäude tatsächlich vor sich ging. Wird er der neue Kopf der Mission? Ist er in der letzten Folge nicht in einem Wagen vorgefahren, der schwer nach Regierung aussah? Und wieso legte er Elfie als letzte Amtshandlung ein paar Waffeln in den Wald? Was weiß er, das wir nicht wissen? Sind es Waffeln als Andenken an dieses bemerkenswerte Mädchen oder ist sie gar nicht tot? Fragen über Fragen!

Habt ihr auch noch Fragen, die beantwortet werden müssen? Von der physischen Wahrscheinlichkeit der Ereignisse mal abgesehen… wobei. Liest hier ein Physiker mit?

Bis dahin: Bleibt sicher, bleibt in dieser Dimension!

Eure Jazz