Netflix & Amazon Prime
Streaming Empfehlungen im Mai

Drei Serienempfehlungen zum Streamen, die der Algorithmus freiwillig nicht ausgespuckt hat.
von Jessica Mancuso am 24. Mai 2016

Was gab es nicht wieder allerhand Neuerscheinungen, Empfehlungen und Filme, die man keinesfalls verpassen sollte. Tatsächlich fand ich allerdings nicht so viel, was mich vom Hocker riss. Daher habe ich gewühlt und gesucht und bin letztendlich anderweitig fündig geworden. Denn Netflix und Prime haben viel mehr im Programm als nur die neusten Neuheiten. Hier also die 3 Serien, die es mir auf Netflix und Amazon Prime zuletzt angetan haben.

 

Amazon Prime – The Fosters

Als noch sowas wie ein Frühling über Deutschland hereinbrach, bekam ich sofort Lust auf O.C. California. Doch wie das Leben nun mal so spielt, ist die Serie nicht mehr bei Prime enthalten, und da ich keine 200 Trilliarden für eine Ausleihe zahlen wollte, habe ich nach etwas Ähnlichem gesucht. Ich mein: Hey, die Serie ist über 10 Jahre alt. Es wird wohl jemand geschafft haben, diese Motive in der Zwischenzeit aufzugreifen, oder? Natürlich! Und zwar niemand geringeres als Jennifer Lopez herself, die hier als Produzentin wirkte.

In The Fosters geht es um die 16-jährige Callie, die aus dem Jugendgefängnis entlassen wird, nachdem sie das Auto ihres Pflegevaters demoliert hat. An der Pforte wird sie von Lena in Empfang genommen, die sich bereit erklärt hat, sie vorübergehend als Gastkind bei sich aufzunehmen. Was Callie nicht weiß: Ihre neue Gastmutter lebt mit Polizistin Stef in einer Partnerschaft und mit ihrem leiblichen Sohn Brandon und den zwei Pflegekindern Jesus und Mariana zusammen. Als dann noch Callies Bruder Jude aus den Fängen seines Pflegevaters gerettet werden muss, rückt die Großfamilie ein Stück zusammen, um Platz für jeden zu schaffen. 

Funfact: im Englischen heißt to foster nichts anderes als fördern, pflegen und unterstützen. Fosterhome hingegen steht direkt für Pflegeheim.

Die Serie wurde erstmals im Juni 2013 auf ABC Familiy ausgestrahlt und wird als Familienserie angesehen, die auch Kinder schauen können – so zumindest meine persönliche Einschätzung. Allerdings wurde vor der US-Ausstrahlung vom Verband One Millions Moms der Versuch eines Boykottes unternommen, da sie die Sendung als »anti-familiär« einstuften. Hier verhält es sich ähnlich wie beim letzten Maxdome-Aufschrei, die die Queer-Rubrik aus »familienfreundlichen Gründen« entfernten. Letztendlich liegt es aber zum Glück stets an den Eltern selbst zu entscheiden, welche Inhalte sie ihren Kindern zugänglich machen wollen. Im Fall von The Fosters kann ich so weit nur sagen, dass die Serie den Zusammenhalt der Familie zelebriert. Ganz egal, wo die Liebe letztendlich hinfällt und ob die Kinder leiblich oder adoptiert sind. Meiner Meinung nach sollte genau das der zentrale Aspekt von familienfreundlich sein.

Amazon Prime – Underemployed

Fünf junge Menschen haben gerade das College abgeschlossen und beschließen, sich in einem Jahr als die Clique wiederzutreffen, die bis dahin die Welt erobert hat. Ein Mädchen möchte das Jahr nutzen, um Musik aufzunehmen, die andere träumt davon, ein Buch schreiben. Der Schönling der Gruppe möchte Calvin Klein Model in Mailand werden und sein Freund die Umwelt retten. Wer von uns älter als 20 ist, weiß, dass das nichts werden kann. Nicht bei allen. Nicht innerhalb eines Jahres. Und genau deshalb möchte man sehen, wie weit die 5 Freunde kommen werden.

Ein Jahr später: Die ambitionierte Daphne ist unbezahlte Praktikantin in einer Agentur, Sophia arbeitet in einem Dounut-Laden an der Kasse und Miles kellnert anstatt zu modeln. Bis eines Tages plötzlich Raviva schwanger vor der Tür ihres Exfreundes Lou steht, der Hals über Kopf den Umweltschutz an den Nagel hängt und in der Firma seines Vaters einen Job übernimmt, um schnell für seine kleine Familie zu sorgen.

Diese Serie ist kurzweilig, besteht auch nur aus 12 Episoden mit ca. 45 Minuten und ist nur auf englisch verfügbar. Dass die fünf Freunde aber, egal was passiert, stets auf ihren Füßen landen, gibt einem ein gutes Gefühl. Diese Serie ist also perfekt für all jene, die sich abends mental berieseln lassen wollen, ohne viel nachdenken und mitdenken zu müssen. Lustig, jung und erfrischend.

 

Outlander – Netflix

Diese Science-Fiction-Fantasy Serie, basierend auf der gleichnamigen Romanreihe, wurde im August 2014 erstmals in den USA ausgestrahlt und nach nur einen Folge um eine zweite Staffel verlängert. In Deutschland wurde sie zudem bereits Anfang des Jahres auf einem Pay-TV Sender gezeigt. Als dann noch eine gute Freundin mir begeistert berichtete, wie großartig sie Outlander findet und schon die Bücher angefangen hat zu lesen, kam ich nicht umher, auch einen Blick darauf zu werfen. Zum Glück, wie mir schnell bewusst wurde, Aye!

Outlander beginnt 1945 nach dem 2. Weltkrieg und behandelt die Geschichte der ehemaligen Lazarettschwester Claire Randell, die nach dem Kriegseinsatz mit ihrem zurückgekehrten Mann Frank die zweiten Flitterwochen in Schottland verbringt.
Während ihres Aufenthalts recherchiert Frank voller Inbrunst seine Familiengeschichte, die ihm einige Rätsel aufgibt. Mit einem ansässigen Dorfbewohner macht er sich an die Ahnenforschung, die ihn und seine Frau Claire zu entlegenen und verlassenen Orte führen. Während Schottland im schönsten Grün erstrahlt, der sich über die kilometerlangen Felder erstreckt, scheint Claire bereits die Mystik zu bemerken, die diesen besonderen Ort umgibt. So verschlägt es die zwei Eheleute eines Nachts auf einen Hügel, wo um einen Steinkreis herum ein Hexentanz aufgeführt wird, um Geister zu beschwören.

Nur einen Tag später wird Claire aus purem Zufall, wie es scheint, auf eine Zeitreise befördert, sodass sie im Jahr 1743 wieder erwacht. Nun beginnt eine aufregende Reise für die junge Frau, die in einer Zeit angekommen ist, in der man als Frau noch eine zurückhaltende Position einzunehmen hatte. Zusätzlich hat sie als Engländerin in Schottland nicht besonders gute Karten, da zu dem Zeitpunkt auch noch der Jakobitenaufstand um die Krone wütet und die Schotten einen ziemlichen Groll gegen die Engländer hegen.

Insgesamt habe ich Outlander als romantische Serien empfunden, die durchaus feministische Züge aufweist. Bemerkenswert fand ich, wie die Hauptfigur sich als Frau in der Vergangenheit behauptet: Sie weiß über die Unterschiede bescheid und sollte beispielsweise nicht mit ihrem medizinischen Wissen hausieren gehen, wenn sie nicht als Hexe verbrannt werden will und sich auch sonst eher den Gepflogenheiten des Landes und der Zeit beugen, was sie aber natürlich nicht tut.

Nebst diesen charakterstarken Momenten und der Diskrepanz zwischen Mann und Frau ist außerdem die schottische Landschaft erwähnenswert, die im satten Grün daherkommt und wie ein Kurzurlaub auf die Augen wirkt. Die Kostüme und selbst der barbarische Humor entführen einen in eine ganz andere Hemisphäre, also ja, auf jeden Fall gucken!

Von der Romantik, wie ich sie empfunden habe, abgesehen, erinnerte mich die erste Staffel in einigen Szenen auch an Game of Thrones. Wahrscheinlich wegen der kruden Gewaltszenen, die eingesetzt wurden, um die barbarischen Umstände zu unterstreichen. Und natürlich der phantastische Aspekt. Denn es gibt hier zwar keine Drachen, aber allerhand Männer mit langen Haaren… Und unter uns: Lieber Männer, gönnt euch und euren Frauen diese Serie und schaut zu, wie das Hormonbillard mit ihnen durchgeht.

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Denn eins hat diese Serie mich und meinen Freundinnen gelehrt: Männer in Röcken können ja so unfassbar scharf sein, wow!

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