Studie: Facebook trackt User auch nach Opt-Out *Update: Facebook räumt Fehler ein*

Update, 10. April 2015:

Facebook hat in Person von Richard Allan – Facebooks Vice President of Policy für Europa – auf die Vorwürfe aus der belgischen Studie reagiert und versucht, mehrere Missverständnisse auszuräumen. Dabei musste man eingestehen, dass das Tracking von Nicht-Mitgliedern tatsächlich stattgefunden habe. Allerdings geschah das nicht mutwillig, viel mehr soll ein Bug dafür verantwortlich gewesen sein:

Claim: Facebook wants to use Social Plugins to add cookies to the browsers of people who don’t use Facebook.

Fact: We don’t, and this is not our practice. However, the researchers did find a bug that may have sent cookies to some people when they weren’t on Facebook. This was not our intention – a fix for this is already under way.

Der entsprechende Bugfix ist auf dem Weg und in der Stellungnahme auf Facebook geht man mit den Verantwortlichen der Studie recht hart ins Gericht. Darauf haben die nun aber auch wieder reagiert und erklärt, dass man seine Ergebnisse komplett offen legen möchte, damit sich jeder selbst ein Bild von der Vorgehensweise und den Quellen machen kann. Es ist aktuell wahrlich nicht davon auszugehen, dass der Ärger in Europa für Facebook damit ausgestanden ist – wegen Datenschutzverletzungen des Netzwerks steht das Unternehmen in Europa gleich an mehreren Fronten unter Beschuss.

Quelle: Facebook via The Guardian

 

Original-Artikel vom 31. März 2015:

Autsch Facebook, das ist mal ein dickes Osterei was ihr euch da ins Nest gelegt habt. Halt, nicht euch, sondern den Usern die in ihren Sicherheits- und Privacy-Settings explizit erklaert haben, dass sie nicht von euch getrackt werden wollen.
Die Studie bezieht sich auf die Ergebnisse der Wissenschafter der IGRI (Centre of Interdisciplinary Law and ICT), Cosic (Computer Security and Industrial Cryptography department) der Universtaet Leuven und der Smit (media, information and telecommunication department) der Vrije Universiteit Brussels und wurde von der “Belgian data protection agency” in Auftrag gegeben. Die Studie wurde nach Angaben des Guardians in Auftrag gegeben, nachdem bereits im letzten Monat bekannt wurde, dass Facebook mit seinen AGB gegen europaeisches Recht verstoesst.

Jetzt kommt aber alles noch eine Nummer dicker, denn die Wissenschaftler haben herausgefunden dass jeder Besucher der Facebook-Seiten zum Zwecke der gezielten Auslieferung von Werbung getrackt wird. Voellig egal ob man eingeloggt ist oder nicht und vor allen Dingen auch fernab der Tatsache ob man diesem Tracking in seinen Kontoeinstellungen zugestimmt hat oder nicht. Kabooom!

Die entsprechenden Cookies werden auch gesetzt, wenn ein User Facebook.com besucht und noch nicht einmal ansatzweise in die Naehe eines Like-Buttons gekommen ist und genau hier wird nach europaeischen Recht ein Schuh draus.

Warum eigentlich all die Privacy-Settings?

Mal davon abgesehen, dass dies die Damen und Herren in Bruessel nun alles andere als begruessen werden, ich frage mich was denn da generell bei Facebook los ist? Herbert Knebel wuerde wahrscheinlich fragen wo denn da “die Sinngebung” ist, wenn sich ein User durch Dutzende AGB-Seiten wuehlt und sich dann irgendwann an die Benutzereinstellungen wagt. Es hat ja offenbar ueberhaupt keine Auswirkungen ob ich dort einstelle, dass ich nicht getrackt werden moechte.

Ist das jetzt alles nur ein Sturm im Wasserglas von irgendwelchen Anzugstraegern, die den boesen Datenkraken einen vor den Bug geben wollen oder steckt da mehr dahinter? Vor allen Dingen ist es doch ein extremer Vertrauensverlust fuer das groesste soziale Netzwerk. Die User haben ein Recht auf eine Erklaerung und Facebook taete gut daran diese in aller Demut zu liefern. Umgehend!