Crowdfunding der Woche
Superbook verzögert sich: Auslieferung für Juni 2017 angekündigt

"The Superbook" nennt sich ganz bescheiden ein Crowdfunding-Projekt von Andromium Inc auf Kickstarter, welches aus eurem Smartphone quasi ein Notebook macht. Das Superbook liefert dabei nur die Hülle, sprich: Display und Tastatur. Mit knapp drei Millionen Dollar konnte das Unternehmen ein Vielfaches der angestrebten 50 000 Dollar einkassieren. Jetzt musste man allerdings verkünden, dass sich die Auslieferung von Februar 2017 auf Juni 2017 verschiebt.
von Carsten Drees am 30. Dezember 2016

Update vom 30. Dezember 2016:

Lange nichts gehört vom Superbook, welches im Sommer so unglaublich bei Kickstarter abräumte. Das ist grundsätzlich auch nicht verwerflich, denn die Kampagne wurde schließlich erfolgreich abgeschlossen und da gibt es nun mal zwischendurch eigentlich nicht viel zu erzählen, bis die Hardware ausgeliefert werden soll. Genau da hakt es nun aber, wie Andromium Inc in einer Mitteilung auf Kickstarter wissen lässt. Ursprünglich sollten die ersten Backer bereits im Januar 2017 ihr Superbook erhalten, bevor dann ab Februar die anderen Auslieferungen folgen sollten. Das hat nun leider nicht hin und so verschiebt man den Start-Termin auf Juni 2017. In seiner Aussage unterschuldigt sich das Unternehmen für diese Verzögerung und erklärt zudem, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Auch Mitgründer Andrew Jiang meldet sich per Videobotschaft zu Wort:

Wieso kommt es zu der Verzögerung? Man hat die Produktion ein wenig umgestellt und einige Prozesse vereinfacht. Das hängt auch damit zusammen, dass die Nachfrage um ein Vielfaches höher war, als man sich das vorher vorgestellt hat. Die Produktion der benötigten Mengen geht so nun einfacher und schneller von der Hand, aber die Umstellung hat zunächst einmal Zeit gekostet.

Ein weiterer Grund für die Verschiebung der Auslieferung: Andronium Inc hat sich für eine andere Spedition entschieden, die zwar gewährleistet, das für die Unterstützer keine Zollgebühren oder sonstige Kosten für die Einfuhr anfallen, aber eben etwas langsamer arbeitet.

Für die Backer keine schönen News zum Jahresende, man muss nun also einige Monate mehr warten. Bleibt zu hoffen, dass wir ab jetzt von weiteren unangenehmen Überraschungen verschont bleiben. Um die Enttäuschung zu mildern, gibt es von Andromium Inc. einen 25 Dollar-Gutschein und man bietet an, dass man per Mail oder Slack Kontakt zum Unternehmen aufnimmt, sollten noch Fragen offen sein.

Quelle: Kickstarter via Engadget

Update vom 22. August 2016:

Ein Monat ist jetzt rum und die Kickstarter-Kampagne für das „Superbook“ somit abgeschlossen. Ursprünglich hatten die Macher angestrebt, dass 50 000 Dollar eingesammelt werden, damit das Projekt realisiert werden kann. Insgesamt 16.732 Unterstützer haben aber dafür gesorgt, dass knapp drei Millionen US-Dollar zusammen kamen.

Bleibt zu hoffen, dass Andromium Inc nun auch in der Lage ist, entsprechend zu liefern und sein Gadget tatsächlich in dieser Form und in der angekündigten Zeit – ab Februar soll ausgeliefert werden – fertigstellen kann. An den finanziellen Mitteln dürfte dieses Vorhaben nun wahrlich nicht mehr scheitern, aber es gibt noch genügend andere Hürden, die bewältigt werden müssen und die schon so manch anderem ambitionierten Kickstarter-Projekt den Erfolg verhagelt hat. Solange sich dafür aber keine Anzeichen finden, hoffen wir einfach mal darauf, dass die Produktion wie angestrebt anlaufen kann und in etwa einem halben Jahr die ersten Superbooks bei den Unterstützern ankommen. (via)

Original-Artikel vom 22. Juli 2016:

Wenn man sein Produkt „The Superbook“ nennt, dann kann man das wohl getrost als ambitioniert bezeichnen. Andromium Inc heißt das Unternehmen, welches mit diesem Superbook gerade auf Kickstarter für Furore sorgen möchte. Das scheint zu gelingen, denn bereits jetzt – nach nur 14 Stunden – steht man bei weit über 300.000 Dollar und befasst sich mit dem zweiten Stretch-Goal, nachdem man zunächst 50.000 Dollar angestrebt hat.

Superbook 02

Was ist dieses Superbook? Sowas wie eine Notebook-Hülle, einfach gesagt. Es besitzt also eine Tastatur und ein Display, allerdings kein eigenes Gehirn in Form eines Prozessors. Da kommt nämlich euer Smartphone ins Spiel: Via Micro-USB oder USB Typ-C-Anschluss verbindet ihr euer Smartphone mit dem Superbook und schon habt ihr ein Android-befeuertes Notebook.

Wobei: Android ist nicht hundertprozentig sicher, denn ihr benötigt auf eurem Smartphone die Andromium OS-App und auch auf dem Notebook seht ihr Andromium OS – eine angepasste Android-Version, die aus dem mobilen OS tatsächlich eine Notebook-taugliche Experience zaubert.

Sentio Desktop
Sentio Desktop
Entwickler: Andromium Inc.
Preis: Kostenlos+
  • Sentio Desktop Screenshot
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Wer jetzt überlegt, ob er die 99 Dollar investieren muss, sollte vorher erst checken, ob er die Bedingungen erfüllt, die das Superbook an Software und Hardware stellt: Android 5.0 oder neuer wird vorausgesetzt, außerdem empfiehlt man, dass euer Smartphone von einem Snapdragon 800 oder stärker befeuert wird und das Gerät über einen Arbeitsspeicher von 2 GB RAM verfügen sollte. Das sind die Anforderungen, die man bei der App auf Google Play angibt – wer die App zusammen mit dem Superbook nutzt, braucht lediglich einen Dual-Core-SoC oder stärker und mindestens 1,5 GB RAM.

Meiner Meinung nach sollte das bei aktuellen Smartphones in den meisten Fällen gegeben sein – zumindest bei uns Geeks, die wir uns ernsthaft Gedanken um die Anschaffung eines solchen Gadgets wie das Superbook machen. Im Clip seht ihr, wie einfach die ganze Geschichte ist: Per Kabel anschließen und ihr seid bereit, um auf dem Notebook durchzustarten.

Der günstige Preis kommt zustande, weil natürlich nicht wirklich viel drin stecken muss in diesem Superbook. Ihr habt ein 11,6 Zoll großes Display, welches immerhin mit 1366 x 768 Pixeln auflöst, eine Tastatur mit Trackpad und Android-Navigations-Tasten und dann ist auch noch ein Akku verbaut, der für acht Stunden gut sein soll und der dafür sorgt, dass ihr sogar euer angeschlossenes Smartphone während der Nutzung aufladet.

Superbook 01

Im Gerät findet sich also kein Prozessor, kein Arbeitsspeicher und kein interner Speicher, so dass ihr hier komplett aufs Smartphone angewiesen seid. Das wiederum hat dann aber den Vorteil, dass ihr nie wieder Stress habt mit dem Synchronisieren von Daten, weil ja eh alles an einem Ort liegt. Ihr könnt über die Millionen-Auswahl an Android-Apps verfügen und von unendlich vielen Spielen bis Office-Anwendungen alles auf dem Superbook nutzen, was die Android-Welt hergibt.

Klingt für mich – gerade bei diesem Preis – nach einer großartigen Geschichte, die die Kombi Superbook-Smartphone für mich darüber hinaus auch spannender macht als sich alternativ ein Chromebook anzuschaffen. Und sie könnte noch spannender werden: Wenn nämlich die 500 000 oder sogar 1 000 000 Dollar-Marke erreicht wird, spendieren die Jungs dem Superbook nämlich noch einen Akku, der zehn statt acht Stunden durchhält und bei der Million gibt es auch noch optional ein FullHD-IPS-Panel!

Wer jetzt Feuer gefangen hat und sich das Superbook anschaffen möchte für 99 Dollar, muss sich aber noch ein bisschen gedulden, bis er loslegen kann: Ende des Jahres wird final getestet und ab Februar 2017 werden die Geräte dann an die Backer ausgeliefert.

Quelle: Kickstarter via Liliputing