Gaming
Taipei Game Show 2015 : Impressionen von der Spielemesse

Lebendig gewordene Elfen, Magierinnen und Kämpferinnen - und dazwischen jede Menge Gamer. In diesen Tagen findet die Taipei Game Show in Taipehs World Trade Center statt. Motto dieses Jahr: Game the Future

195 Hersteller erwarten die Besucher der ersten reinen Videospiel-Messe dieses Jahres. Mit 350.000 Besuchern letztes Jahr und 500.000 erwarteten Besuchern dieses Jahr ist die Taipei Game Show durchaus mit der deutschen Gamescom zu vergleichen. Der Fokus liegt hier allerdings auf Spielen aus dem asiatischen Raum. Handy- und Tablet-Games stehen dieses Jahr eindeutig im Mittelpunkt. Dennoch lohnt es sich auch die innovativen Entwicklungen anderer Hersteller anzuschauen – wie am Stand des Herstellers Crescent, der eine spielerische Mischung von Augmented und Virtual Reality zeigt.

Echte Kämpfe mit virtuellen Frauen

Bei meinem Lieblingsstand kann man echte Schwertkämpfe in einer virtuellen Realität austragen. Dabei trägt man selbst eine VR Brille und die Gegner bzw. Gegnerinnen tragen Motion Capture Anzüge. Statt Controllern kämpft man mit “echten” Schaumstoff-Schwertern, welche mit 3D Markern versehen wurden. Durch die Brille sieht man eine animierte Welt und auch die Schwerter und Gegnerinnen sind animierte Figuren. Die Bewegungen kommen jedoch aus der Realität.

Klar kennt man Ähnliches schon aus Filmproduktionen wie Herr der Ringe oder Avatar – aber hier wird live gerendert und man kann die Technik selbst zum Spielen nutzen.

Hier auf dem Stand nutzt die japanische Firma Crescent 12 Infrarotkameras und einen leistungsstarken Computer um die Positionen, Bewegungen und Blickrichtungen von Personen zu berechnen. Die Optik der VR-Brille kommt von Canon, also ebenfalls aus Japan.

Zwei relative neuen Techniken wachsen hier zusammen: Einerseits VR-Brillen mit tiefer Immersion und andererseits das Motion Capturing, was man zuhause womöglich von Microsoft Kinect kennt.

VR Schwertkampf
Schwertkampf mit VR-Brille und Motion Capturing. Auf dem Monitor oben rechts wird angezeigt, was man als Spieler durch die Brille stereoskopisch (in 3D) sieht.

 

Spielen, spielen, spielen

Die größten Aussteller dieses Jahr sind Playstation, Mad Head, Intel und Lemon Game.
Dabei hat Mad Head sich mit seinem Handy-und Tablet-Spiel „Tower of Saviors“, das an eine Mischung aus“Bejeweled“ und einem RPG erinnert, den größten Stand auf der Messe gesichert.
Am Intel-Stand haben auch Normalsterbliche die Chance, das beeindruckende Head-Mounted Display Oculus Rift auszuprobieren, was man definitiv nicht verpassen sollte, wenn man die Messe besucht. Zudem hat es sich Intel nicht nehmen lassen, zwei Rennwagen aufzustellen, in denen die Besucher per Autorennspiel Formel 1-Feeling bekommen sollen.

Wer kein langes Anstehen scheut, kann an den zahlreichen Ständen die neuesten Videospiele und Handygames ausprobieren. Am Playstation Stand kann man unter anderem „Bloodborne“ und „The Order:1886“ anspielen, die noch Anfang dieses Jahres veröffentlicht werden.
Das lange Anstehen auf dieser Messe muss aber keine Geduldsprobe sein, da man auch in der Wartezeit immer einen Blick auf die zahlreichen Shows, fantastisch kostümierten Messe-Hostessen und Cosplayer werfen kann. Die Outfits der Messe-Hostessen sind wohl auch der größte Unterschied zur deutschen Gamescom, wo diese im Vergleich eher dezent angezogen sind.

In der Bildergalerie könnt ihr ein paar Impressionen der Taipei Game Show 2015 bekommen:

 

Fazit

Die Spielemesse ist vergleichbar mit der Gamescom in Köln. Aber auch die Konsolen und PC Gamer in Taiwan sind recht ähnlich zu denen in Deutschland. Zusätzlich gibt es noch die immer größer werdende Menge an Casual Gamern. Aber für diese müssen die Android- und iOS Spiele-Hersteller in Taipeh noch eine ganze Ecke bunter, schriller und verrückter auftreten.

Man erkennt, dass es auch bei Handy-Spielen längst nicht mehr um den Zeitvertreib zwischendurch geht, sondern darum, die Fantasie des Spielers bzw. der Spielerin anzuregen. Daher auch die vielen lebendig gewordenen Charaktere (meist weiblich) auf der Messe.

Besonders spannend für mich ist die Verschmelzung zwischen Virtual Reality und der Bewegung im Raum (also Motion Capturing). Das ist ein Schritt näher an StarTreks Holodeck. (Die neuste Version von Oculus heißt übrigens „Rift Crescent Bay“ und hat schon Markierungen, die wie geschaffen für MoCap aussehen.)
Virtual Reality wird durch immer mehr realistische Elemente erweitert. Neue Techniken in der Augmented Reality, wie der Microsoft HoloLens, ergänzen die Realität durch immer mehr Virtuelles. Ob die Grenzen hier in ein paar Jahren verschwimmen?