Im Fokus: Samsung
Tech und Tradition: Mein Samsung-Trip nach Südkorea

Vor einigen Wochen ging es für mich nach Südkorea, auf Einladung von Samsung. Nach einigen eher technisch angelegten Beiträgen dazu geht es heute um die Reise an sich. 
von Carsten Drees am 24. November 2017

Freitag, fünfter Teil unserer kleinen Samsung-Reihe. Auch heute möchte ich mich noch einmal damit beschäftigen und euch als Abschluss dieser Mini-Serie einen Eindruck vermitteln, was es bedeutet, zu Gast in Südkorea und zu Gast bei Samsung zu sein.

Ich erzähle es euch extra nochmal zu Beginn dieses Beitrags, aber es ist euch hoffentlich sowieso klar, wenn ihr Artikel auf Mobilegeeks.de lest: Obwohl ich auf Einladung von Samsung in Südkorea war und das Unternehmen sämtliche Kosten für Reisekosten und Unterkunft übernommen hat, hat das selbstverständlich in keinster Weise die Inhalte unserer Berichterstattung beeinflusst.

Für mich war es übrigens der erste Trip mit einem A-380 — die Reise ging also für mich schon mit einer Premiere los. Geflogen sind wir übrigens mit Asiana. Absolut empfehlenswert, Freunde — bin nie freundlicher bedient worden als bei dieser Airline.

Samsung Galaxy Werbung am Straßenrand
Schon beim Transfer vom Flughafen zum Hotel sieht man es: Samsung kann man hier nicht entkommen

Seoul empfing uns bei schönstem Sonnenschein und mein Reisebegleiter Thomas, seit Jahren für mich die gute Samsung-Seele an sich und stets erreichbarer und engagierter Ansprechpartner für alle Fragen um Samsung, erklärte uns, dass das durchaus nicht wirklich typisch für das koreanische Wetter wäre.

Wie im Nachbarland China leidet nämlich auch Südkorea oft unter Smog — wie man uns erklärte, liegt das aber nicht an der eigenen Industrie oder dem Verkehrsaufkommen in Seoul, sondern eben exakt an dem besagten Nachbarn. Der Industrie-Rauch aus China sorgt also oftmals dafür, dass es auch in Seoul keinen blauen Himmel zu bestaunen gibt.

Wir erfreuten uns also des guten Wetters und wurden im Park Hyatt Hotel untergebracht. Großartige Bude, bei der mich teilweise aber die Fülle an Tasten doch überforderte :D

Da ich gerade zufällig in Depeche Mode-Mission gleich mehrere Hotels in Irland und England besucht habe und daher den direkten Vergleich habe, fällt einem der schon bemerkenswerte Unterschied durchaus auf. In England scheint es scheinbar eine heimliche Absprache unter Hotelzimmer-Einrichtern zu sein, bloß nicht zu viele Steckdosen in Bett-Nähe zu installieren, bekommt ihr im Park Hyatt Hotel in Seoul das komplette Program geboten: Neben der Steckdose ist auch die Möglichkeit gegeben, euer Smartphone per USB direkt anzuschließen (inklusive Fast Charging), ihr könnt alle Jalousien separat öffnen oder schließen und natürlich wird auch jede Lampe über dieses Panel ein- oder ausgeknipst. Fast  logisch übrigens, dass auch im Badezimmer ein Samsung-TV in die Wand eingelassen wurde.

Badezimmer im Park Hyatt Hotel: Marmorwände, Badewanne, Fernseher in der Wand

Das Hotel liegt mitten im Herzen von Gangnam (ja, genau das Gangnam!) und wer dort mal verweilen sollte, darf die unfassbar chillige und hochinteressant ausgestattete Bar unten im Gebäude nicht verpassen. Die Bar nennt sich The Timber House, bietet neben einer großen Getränkeauswahl auch leckere Snacks und großteils wird hier sogar noch von Vinyl aufgelegt.

Mehr als die oben erwähnten Lichtschalter im Hotel haben mich übrigens in Korea nur manche Panels an Toiletten überfordert. Erstaunlich, wie viele Funktionen man an so einem Ort unterbringen kann – Beheizte Sitze, verschiedene Düsen zum Waschen inklusive Föhn und allen Zipp und Zapp :D

Ich denke zwar noch darüber nach, ob das nun zum allerersten Mal ein Foto einer Toilette auf Mobilegeeks.de ist, aber eigentlich wollte ich euch ja von dem Korea-Trip erzählen und der begann für uns mit einem inoffiziellen Teil.

Ausflug nach Gyeongbokgung

Carsten Drees vor dem Gyeongbokgung Palast in Seoul
Sehr alter koreanischer Palast, teilweise verdeckt von sehr großem Tech-Blogger-Kopf

Wir — der bereits erwähnte Thomas, ein weiterer Thomas (geschätzter Kollege der “Wirtschaftswoche”) und ich — machten uns also auf den Weg nach Jongno-gu. Das ist einer der 25 Stadtteile Seouls und das historische Zentrum der Stadt. Wie irgendwie überall auf unserer Reise war ich sehr beeindruckt davon, wie eng Tradition und High-Tech nebeneinander liegen können. Man befindet sich in der einen Sekunde noch in einer pulsierenden Weltstadt, in der nächsten steht man vor einem Palast, der über 600 Jahre alt ist.

Genauer gesagt waren wir beim Gyeongbokgung, was übersetzt “strahlende Glückseligkeit” bedeutet. Wir haben es dabei mit dem ersten und zugleich größten von fünf Palästen zu tun, die im Korea der Joseon-Dynastie errichtet wurden. Südkorea ist ein von vielen Kriegen gebeuteltes Land, was sich auch an diesem Palast erkennen lässt: Im Imjin-Krieg 1592 wurde er komplett zerstört und erst 1868 neu errichtet. Es sollte aber noch über 100 Jahre — bis 1990 — dauern, bis er dann in seiner historischen Form wiederhergestellt wurde.

Das ist den Koreanern jedenfalls fabelhaft gelungen, so dass wir einige wirkliche tolle Eindrücke sammeln konnten und natürlich auch ein paar Bilder geschossen haben. Bevor ich jetzt also zu viel von koreanischen Palästen quassel, zeige ich euch doch lieber ein paar Fotos davon:

Gyeongbokgung Palast in Seoul

Solltet ihr einmal in Seoul verweilen, nehmt euch unbedingt die Zeit, hier vorbeizuschauen – es lohnt sich absolut. Generell finde ich es sehr schön, dass man es mit Südkorea zwar mit einer High-Tech-Nation zu tun hat, aber eben sehr viel Wert auf seine Tradition gelegt wird. Das erkannte man übrigens auch daran, dass die Besucher des Areals oftmals in den traditionellen, koreanischen Gewändern herumliefen.

Vorhin erwähnte ich bereits, dass Samsung euch an jeder Ecke begegnet in Seoul bzw. in Südkorea generell. Überall seht ihr die Werbung für das Unternehmen oder für bestimmte Produkte, überall seht ihr Gerätschaften mit Samsung-Logo und selbstverständlich werden die Smartphones auch an jeder Ecke angeboten. Aber es gibt natürlich nicht nur Samsung, das in Korea stets präsent ist. Diese beiden Kollegen sieht man derzeit jedenfalls auch überall in Seoul:

Das sind die Maskottchen der Olympischen Spiele 2018, die im Februar im koreanischen Landkreis  Pyeongchang stattfinden – eine Region mit gerade einmal etwas über 40.000 Einwohnern. Damit finden die Spiele bereits zum zweiten Mal in Südkorea statt, nachdem bereits 1988 Seoul die Ehre hatte.

Südkorea – ein Fest für den Gaumen

Ich weiß, man sieht es mir nicht an, aber ich esse ganz gerne mal ein Häppchen ;) Samsung überließ auch hier nichts dem Zufall und hatte für uns ganz tolle Restaurants ausgewählt mit traditioneller koreanischer Küche. Generell hau ich mir ja gerne einen leckeren Burger oder Steaks etc. rein, aber wenn ich auf Reisen bin — gerade in exotischeren Ländern — möchte ich natürlich auch die einheimische Küche kennen lernen.

Das empfiehlt sich vor allem in Asien, denn wir haben zwar massig asiatische Restaurants in Deutschland, die allerdings größtenteils Essen auffahren, welches schon ein wenig für den europäischen Gaumen modifiziert ist. Euch erwartet also nicht das übliche Glutamat-Inferno europäischer Asia-Küchen, sondern eine sehr abwechslungsreiche Küche mit sehr viel Gemüse, aber auch exquisitem Beef und natürlich massig Köstlichkeiten aus dem Meer.

Unter anderem entführte man uns ins Bamboo House – eines der besten Häuser am Platz, was man auch daran erkennen kann, dass der Laden mit einer hohen Promi-Dichte aufwarten kann. Von Facebook-Chef Mark Zuckerberg über Tom Cruise bis zu Arnold Schwarzenegger hat hier schon alles gegessen, was Rang und Namen hat. Und jetzt eben auch ich ;)

Dort wurden wir mit äußerst köstlichem Rindfleisch verwöhnt, aber auch alle anderen Speisen waren wirklich herausragend. Ich hab glücklicherweise schon so manchen Top-Laden besuchen dürfen, aber selten war das Essen leckerer als dort. Ich nehme ja so manches Gemüse ja oft nur als notwendiges Übel und füllende Beilage wahr, aber was die Kollegen daraus für Köstlichkeiten zaubern, ist echt erstaunlich.

Wie ihr oben auf dem Bild sehen könnt, wurde direkt am Tisch bzw. auf dem Tisch zubereitet. Die Köchinnen und Köche sind unglaublich geschickt und flott bei der Arbeit und beweisen mir wieder einmal, wie schlecht meine eigenen Koch-Skills sind. Zwischendurch wurde übrigens lustig flambiert — im Bamboo House bekam also nicht nur der Gaumen was geboten.

Auch Bibimbap — ein koreanisches Nationalgericht — konnten wir in unserer Zeit in Samsung genießen. Dabei handelt es sich um ein Reisgericht, welches mit sehr vielen verschiedenen Zutaten und in noch mehr Variationen daher kommen kann. Ihr bekommt den Reis und dazu noch das ganze Gemüse, eine köstliche Chili-Paste, Fleisch usw. separat auf den Tisch gestellt und dann rührt ihr den ganzen Spaß in den Reis — sehr köstlich und mit einer netten Schärfe.

Dazu gibt es dann noch weitere Beilagen (Gemüse, Meeresfrüchte usw), die ihr euch nebenher reinknuspern könnt. Macht satt, macht Spaß — solltet ihr echt mal probieren! Bei den meisten anderen Speisen habe ich dummerweise nicht die Namen parat. Ich war wohl schon immer talentierter beim Essen als beim Aufpassen. :D

Samsung Digital City

Möchte man in das Herz von Samsung vordringen, muss man die koreanische Hauptstadt verlassen. Vor den Toren Seouls — etwas mehr als 20 Kilometer entfernt — liegt Suwon. Samsung hat seinen dort angesiedelten Komplex “Samsung Digital City” getauft. Dabei ist es natürlich keine wirkliche Stadt, kommt dem aber vor allem von seinen Ausmaßen doch schon recht nahe.

Auf mehr als 1,6 Quadratkilometern Fläche stehen etwa 140 Gebäude, von denen einige Wolkenkratzer sogar bis zu 38 Stockwerke hoch sind. Immerhin über 35.000 Samsung-Angestellte bewegen sich auf diesem riesigen Areal, gehen ihrer Arbeit nach, verbringen oft aber auch ihre Freizeit hier. Damit das klappt, gibt es zum Beispiel drei Fußballplätze und zehn Basketball-Felder, auch Sportstätten für Badminton und Baseball findet ihr hier mehrfach.

Damit die Angestellten ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen müssen, werden die fast tausend Kinder von über 150 Lehrern auf dem Gelände betreut. Einmal im Jahr ist auf dem Areal Familientag, an dem Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben können. Zu diesem Anlass gibt es hier sogar eine Kart-Bahn und vieles mehr.

Wenn es ganz dringend ist, steht sogar ein eigener Helikopter nebst eigenem Landeplatz zur Verfügung. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihr dort als Angestellter einen der über 500 Shuttle-Busse nutzt, die euch von A nach B fahren. Auch bei unserem Besuch bekamen wir die massig zu sehen.

Neben dem Musikstudio und dem Samsung Innovation Museum, von denen wir euch bereits berichteten, gibt es hier auch einen eigenen Park. In dem können die Mitarbeiter entspannen, bei frischer Luft die Birne freibekommen und einfach mal für ein paar Minuten Mittagspause innehalten. Witzig fand ich dort, dass an den Wegen Lautsprecher im Stein-Design dafür sorgen, dass ihr mit chilliger Musik versorgt werdet.

Speaker im Stein-Design: Gesehen im Park auf dem Samsung-Campus
Sieht aus wie ein Stein, ist aber ein Lautsprecher

Alles in allem wirkt dieser Campus (einer von mehreren Samsung-Komplexen in Korea) in etwa so, wie man sich auch die Hauptquartiere von Google oder Apple vorstellt. Es sind sehr gepflegte Anlagen, man kümmert sich sehr gut um seine Mitarbeiter (kostenlose Gesundheitsleistungen, fast 100 verschiedene Gerichte in den Kantinen und vieles mehr) und es wird alles dafür getan, dass hier massig neue Ideen entstehen können.

Südkorea – definitiv eine Reise wert!

Leider kann ich euch in diesem Beitrag nur einen Bruchteil von hochinteressanten Eindrücken weitergehen und selbstverständlich haben vier Tage in Südkorea für mich nicht annähernd ausgereicht, um auch nur annähernd zu erahnen, was dieses Land mit diesen großartigen Menschen alles zu bieten hat.

Ich hoffe dennoch, dass ihr zumindest einen kleinen Eindruck gewinnen konntet und vielleicht auch mal plant, einen Trip nach Fernost in Erwägung zu ziehen. Solltet ihr das tun, denkt dran, dass ihr unbedingt im Lotte World Tower vorbeischaut. Der ist Teil der Lotte World (der größte Indoor-Themenpark der Welt) und bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten in seiner riesigen Mall.

Dort findet ihr auch den Kino-Komplex, in welchem Samsung Cinema LED Screen untergebracht wurde und ihr könnt die gute Aussicht über Seoul genießen, von der ich euch ebenfalls schon im Beitrag zum Cinema Screen Samsungs berichtete.

Bezahlt wird in Südkorea übrigens mit Won. Aktuell bekommt ihr für einen Euro etwa 1 290 Won. Grob über den Daumen gerechnet entsprechen 50 000 Won also knapp 40 Euro. Wie so oft im Ausland muss man auch in Südkorea anerkennend mit der Zunge schnalzen, wenn man sich den dortigen Nahverkehr anschaut.

Explizit ist mir dabei das Bezahlen dort angenehm aufgefallen. Ihr schafft euch eine Karte an, packt Guthaben drauf und seid so jeden Fahrkarten-Stress los. In Südkorea hat sich die T-Money-Karte etabliert — eine Karte, die nicht nur äußerst schnell gelesen werden kann, sondern neben allen Bussen und U-Bahnen in Südkorea auch in Taxis zum Zahlen genutzt werden kann.

Wer ein NFC-fähiges Smartphone hat, kann alternativ natürlich auch das dann mit T-Money verwenden. Ihr haltet einfach beim Betreten und Verlassen der jeweiligen Station Karte oder Smartphone an die Scanner und automatisch wird der fällige Betrag abgebucht. Ein System, wie ich es so ähnlich auch aus London kenne und sehr schätze.

Generell glaube ich, dass Südkorea gerade für diejenigen ein perfektes Reiseziel sein könnte, die noch nie in Asien waren und einen möglichst “leichten Einstieg” in die Materie suchen. Die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit, sprechen zumindest in Seoul auch oft englisch und auf mich wirkt Südkorea noch wie das europäischste Land in Fernost. Ich bin Samsung sehr dankbar für die Einladung und hoffe, dass ich es möglichst bald wieder dorthin schaffe und dann auch vielleicht ein bisschen mehr Zeit dort verbringen kann.

Ich hoffe jedenfalls, dass ich euch das Land in diesem Beitrag ein klein wenig näherbringen konnte und der ein oder andere von euch jetzt ebenfalls mal einen Besuch in Südkorea anstrebt.