Technikpreise: Deutschland vergleichsweise günstig, Österreich ziemlich teuer

Consumer-Technik ist im internationalen Preisvergleich in Deutschland ziemlich billig, während man z.B. in Österreich und anderen europäischen Ländern ziemlich tief in die Tasche greifen muss. Unterschiedliche Steuersätze und der offenbar große Spielraum einiger Hersteller können Gründe für Preise sein, die z.T. erheblich voneinander abweichen.

Technikprodukte wie Smartphones, Notebooks, Spielekonsolen oder Fernseher sind in Deutschland vergleichsweise billig. Bei einem Preisvergleich unter 71 Ländern landet die Bundesrepublik auf Platz 16 und platziert sich mit teilweise großem Abstand vor Ländern, die man nicht unbedingt auf den unteren Rängen vermutet hätte. Nicht nur Italiener, Franzosen, Portugiesen und Österreicher müssen für alle möglichen Technik-Produkte wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Interessant ist auch, wer weitaus weniger bezahlen muss.

Die umfangreiche Liste stammt vom lateinamerikanischen Marktplatz “Linio”. Als Grundlage diente eine Reihe von Produkten, die international in einer weitestgehend identischen Konfiguration verkauft werden, also z.B. das MacBook oder das iPhone von Apple, die Playstation 4 von Sony oder die Xbox One von Microsoft. Neben diesen normalerweise etwas hochpreisigeren Artikeln wurden auch Produkte berücksichtigt, die etwas weniger kosten und von verschiedenen Herstellern angeboten werden, z.B. nicht näher benannte Kopfhörer, externe Festplatten oder Multifunktionsdrucker.

Tipp: Die besten China-Smartphones im Vergleich

Auf den ersten Blick überraschend ist, dass ausgerechnet in den vergleichsweise “reichen” Öl-Staaten Kuwait, Quatar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Technikprodukte sehr günstig zu haben sind. Auch an Malaysia dürfte nicht jeder gedacht haben, der nach internationalen Technikschnäppchen Ausschau hält. In Kuwait macht sich z.B. die komplett fehlende Umsatzsteuer auf technische Geräte bemerkbar, was den Endkunden-Preis überproportional reduziert. Lediglich Kanada kann sich als westliche Nation in den Top 5 platzieren.

Chart: Das iPhone im internationalen Preisvergleich

Japan – immerhin die Heimat von Elektronikpionieren wie Sony oder Nintendo – platziert sich auf Platz 7, knapp vor den Vereinigten Staaten. Noch vor wenigen Jahren sorgte der damals niedrige Dollarkurs zu langen Einkaufszetteln, die einem in die USA reisenden Bekannten in die Hand gedrückt wurden, wobei mögliche Zollgebühren sowie Einfuhrumsatzsteuern gerne vergessen wurden.

Auch Hongkong, früher das Gadget-Paradies auf jeder Asienreise scheint längst nicht mehr so günstig zu sein, wie man es vielleicht in Erinnerung hat. In der ehemaligen britischen Kronkolonie haben die Preise im Zuge des Wirtschafts-Booms genauso angezogen wie z.B. in Südkorea oder in der Heimat von Mobile Geeks – Taiwan. Sogar in China, wo ein erheblicher Teil der untersuchten Produkte gefertigt wird, ist Technik im Schnitt teurer als in Deutschland.

Die Gründe für die z.T. extremen Preisunterschiede sind vielfältig. Neben der o. bereits erwähnten unterschiedlichen Besteuerung können Einfuhrzölle oder überproportional hohe Vertriebs- und Logistikkosten den Preis eines Produktes in einem einzelnen Land in die Höhe treiben. In anderen Ländern reizen die Hersteller durchaus den finanziellen Spielraum aus, der durch das sorgfältig erforschte Budget der Kundschaft gegeben zu sein scheint. Ein niedrigeres oder höheres Durchschnittseinkommen, vergleichsweise hohe oder niedrige Mieten, billige oder teure Lebensmittel und Energiekosten eröffnen schliesslich ganz unterschiedliche Spielräume, wenn es um eigentlich nicht “lebensnotwendige” Technik geht.

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In anderen Fällen geht es dem jeweiligen Hersteller mitunter auch eher um die Eroberung oder den Erhalt von Marktanteilen als um die Gewinnmaximierung, was den Preis eines einzelnen Produkts erheblich beeinflusst. Sprich: es hat einen Grund, warum das iPhone in China vergleichsweise günstig ist, siehe Chart.

Die z.T. überraschende Platzierung verschiedener Länder ergibt sich ohnehin auch, weil einzelne Artikel in der Liste der ausgewählten Produkte überproportional günstig sind. Andere wiederum sind trotz einer besseren Länderplatzierung in dem jeweiligen Land wesentlich teurer als in Ländern, die im Durchschnitt schlechter abschneiden. So kostet ein iPhone in Kuwait (#1) circa 605,19 EUR, während in Japan (#7) nur je 390,17 EUR, in Deutschland (#16) nur je 579 EUR und in der als wohlhabend geltenden Schweiz (#19) nur je 525,37 EUR fällig werden.

Quelle: Linio, via futurezone.at