Telekom Street Gigs: 360 Grad Live-Premiere mit Depeche Mode in Berlin

Für Depeche Mode und EntertainTV-Kunden war es eine Weltpremiere: Die britische Band stand im Berliner Funkhaus im Rahmen der Telekom Street Gigs auf der Bühne und präsentierte ihr neues Album "Spirit" live vor rund 1.000 Fans - und vor Millionen Online-Zuschauern via EntertainTV und Twitter.

Am Freitag, dem 17. März war es tatsächlich so weit: Um 20 Uhr stand ich im Berliner Funkhaus im Saal 1 mit insgesamt etwa 1.000 Fans, Pressevertretern und VIP-Gästen und sah, wie Depeche Mode erstmals seit Jahren wieder eine Konzertbühne betraten und dort ihr am gleichen Tag veröffentlichtes Album “Spirit” im Rahmen der Telekom Street Gigs promoteten.

Aber der Reihe nach: Zu verdanken habe ich diesen Trip hauptsächlich meinem Freund Caschy von Caschys Blog, der den Stein ins Rollen brachte. Danke aber auch an meine Freunde von Samsung und nicht zuletzt natürlich den Menschen bei der Telekom, die mich nicht nur mit einem Presse-Ticket  fürs Konzert ausstatteten, sondern auch im Vorfeld einige Zeit eingeplant hatten, in der wir uns die Räumlichkeiten schon mal anschauen konnten und auch viel sowohl über die Location, über die Band und selbstverständlich über die Technologie erzählt bekamen, die an diesem Abend eingesetzt wurde.

Die Fakten zur Band erspare ich euch jetzt mal – letzten Endes waren das eh nur die üblichen Selbstbeweihräucherungs-Infos vom Label: 100 Millionen Tonträger…Weltstars…Neues Album… Erfreulicherweise waren unter den Pressevertretern noch weitere Fans vertreten, so dass ich nicht der Einzige war, der die Eckdaten der Band-Karriere mitsprechen konnte, die uns vorgetragen wurden. Währenddessen konnten wir uns übrigens nicht nur im Saal selbst umsehen, sondern auch aus einem Raum oberhalb des Saals schon einen exklusiven Blick auf die Bühne werfen:

Mag die meisten von euch nicht vom Hocker hauen, aber als Depeche-Fan der ersten Stunde war ich schon absolut elektrisiert, als ich das Equipment meiner Helden lange vor dem Auftritt bestaunen konnte. Die Presse-Kollegen und auch die Telekom-Menschen schienen übrigens ein bisschen verunsichert zu sein: Man erzählt uns von wirklich bahnbrechenden Technologien zur Übertragung eines Live-Konzerts, Kollege Drees freut sich aber, dass er hinter der Bühne Kisten fotografieren kann:

Ein Abend voller Weltpremieren

Ihr merkt schon – für mich war es wirklich ein besonderer Abend, aber auch für Depeche Mode, die Telekom und Twitter war es das. Für Depeche Mode war es das erste Mal, dass sie ihr nagelneues, am selben Tag veröffentlichtes Album der Welt präsentieren, außerdem auch ihr erstes Konzert, welches mithilfe von 360-Grad-Kameras mitgeschnitten und  gestreamt wurde.

Bei der 360-Grad-Technologie sind die Jungs und Mädels in Magenta mittlerweile fast schon sowas wie alte Hasen – schon den Gig mit den Red Hot Chili Peppers hatte die Telekom ohne größere Schwierigkeiten ins Netz gebracht und dabei auf 360-Grad-Kameras gesetzt. Nachdem man bei diesem Konzert noch äußerst nervös war und drauf hoffte, dass alles fehlerfrei über die Bühne geht, war man Freitag bei Depeche Mode schon ein wenig entspannter.

Schließlich war die Technologie bereits erfolgreich erprobt und sogar noch optimiert worden. Dennoch gab es an diesem Abend auch für die Telekom noch eine Weltpremiere: Erstmals wurde ein Street Gigs-Konzert auch für die mehr als 2,8 Millionen Kunden bei EntertainTV live ausgestrahlt. Den Stream gab es zudem natürlich auch auf der Street Gigs-Seite zu bestaunen und nicht zuletzt – eine weitere Premiere – holte die Telekom auch noch Twitter Deutschland ins Boot, die das Konzert ebenfalls streamten.

Auch Twitter konnte sich über eine Premiere freuen an diesem besonderen Abend in Berlin: Twitter ist auch schon lange dabei, Events zu streamen, wobei man bislang hauptsächlich Sportveranstaltungen im Blick hat. Der Telekom gelang mit seinen Street Gigs aber ein besonderer Coup, denn das Depeche Mode-Konzert war das erste, welches Twitter wirklich weltweit streamen konnte. Wenn man gewohnt ist, dass bei allem die USA die Vorreiter sind, dann ist es durchaus erfrischend, dass dieses erste in alle Welt via Twitter übertragene Konzert in Deutschland und mit Twitter Deutschland realisiert wurde.

Viele Herausforderungen für die Telekom

Ihr braucht übrigens nicht denken, dass die Verantwortlichen der Telekom und alle beteiligten Menschen eine entspannte Vorbereitung hatten, nur weil man im Streamen von Konzerten erfahren ist. Einmal gab es die oben bereits erwähnten Premieren, die die Vorbereitung spannend gestalteten, außerdem waren da noch die besonderen Herausforderungen der Location: Das ging schon damit los, dass der Konzertsaal deutlich kleiner war als noch beim Chili Peppers-Konzert.

Das bedeutete in der Praxis, dass man in diesem echt kleinen Saal tonnenweise Kamera- und Übertragungstechnik unterbringen musste, ohne dass die Zuschauer zu sehr beeinträchtigt werden und überall nur in Kameras und Equipment glotzen. Um es vorwegzunehmen: Diese Hürde nahm die Telekom letzten Endes ganz locker – kein Zuschauer konnte sich jedenfalls über schlechte oder versperrte Sicht beschweren.

Wenn wir schon von der Technik sprechen: Die Telekom hat richtig, richtig schwer aufgefahren. Musste man auch – schließlich hat man im Grunde gleichzeitig zwei Events übertragen. Einmal ist da die “normale” TV-Übertragung, die man mit 11 Kameras realisiert hat. Die Besonderheit ist aber natürlich die 360-Grad-Technologie, die man gegenüber dem Konzert der Red Hot Chili Peppers herunterfahren konnte: Die Erfahrung bei jenem Konzert zeigte nämlich, dass “nur” drei anstelle der vorherigen vier 360 Grad-Kameras notwendig waren.

Zum Einsatz kam hier übrigens das Beste, was man auf diesem Bereich gerade nutzen kann – die Ozo-Kameras von Nokia! Übrigens die einzigen Kameras dieses Modells, die derzeit in Deutschland zur Verfügung stehen. Je eine dieser Cams waren links und rechts der Bühne platziert, die dritte schwebte als sogenannte Spider-Cam über den Zuschauern. Die Bilder der verschiedenen Kameras wurden dann im Rechner zu einem Gesamtbild zusammengesetzt – stellt es euch vor wie einen Globus, den ihr aber von innen heraus betrachtet.

Fun Fact: Wir haben es hier mit äußerst sensiblen Kameras zu tun, die nicht besonders gut damit klar kommen, wenn auf der Bühne jemand wild herumspringt während des Konzertes. Um Erschütterungen zu vermeiden, hatte die Telekom eine ebenso gute wie einfache Idee: Man bohrt einfach ein Loch in die Bühne und kann so an der geeigneten Stelle die Cam auf einer Stange positionieren. Der Haken an der Nummer: Geh mal als kleiner Telekom-Mensch zu einem Weltstar und mach ihm klar, dass Du jetzt gerne ein Loch in seine Bühne sägen möchtest!

Erfreulicherweise sperrten sich weder Depeche Mode noch vorher die Red Hot Chili Peppers dagegen, so dass die Telekom so aufzeichnen konnte, wie sie es geplant hatte. Apropos Übertragung: Während diese beiden Übertragungen – normales Signal in 4K und zusätzlich 360 Grad – über die Leitungen der Telekom ins Netz geschossen wurden, haben die Teufelskerle gleichzeitig auch noch Live-Werbespots realisieren müssen, die während des Konzerts ausgestrahlt wurden. Depeche Mode übrigens mussten auch erst lernen, sich mit den Anforderungen der neuen Technologie vertraut zu machen. Im Vorfeld mussten natürlich Dinge im soundspezifischen Bereich geklärt werden, weil jeder Künstler da seine Eigenheiten hat. Ungewöhnlich war es für die Jungs aber, dass die Location recht hell erleuchtet war für eine Konzerthalle. Klar – will man ein 360-Grad-Bild anbieten, bei der jeder Fan den Ausschnitt betrachten kann, auf den er Lust hat, muss natürlich vermieden werden, dass er auf eine schwarze Wand schaut, wenn er den Blick zum Beispiel aufs Publikum richtet.

Ich bin jedenfalls immer noch absolut beeindruckt, was die Kameraden da für einen Aufwand betreiben, um uns die Bilder so angenehm und professionell nach Hause zu liefern. Falls ihr das Gefühl habt, dass ihr das auch gern hinbiegen wollt, was die Telekom bei Konzerten dieses Ausmaßes auf die Beine stellt, nur zu: Ihr braucht nicht mehr als besagte 11 TV-Kameras plus Übertragungswagen und die richtige Infrastruktur sowie Erfahrung, ihr braucht drei 360 Grad-Kameras, die so viel Kohle kosten, dass ihr euch alternativ für jede dieser Cams auch einen Tesla vor die Tür stellen könnt und ihr braucht noch eine Marke wie die Telekom Street Gigs, die sich unter Musik-Fans aufgrund der wirklich besonderen und oftmals in außergewöhnlichen Locations realisierten Konzerte einen absolut bombigen Ruf erarbeitet hat. Okay – eine Sache fehlt dann noch: Bands von Weltformat, die bei euch anklopfen und fragen, ob eine Zusammenarbeit machbar wäre. Mittlerweile muss nämlich nicht mehr die Telekom Klinken putzen und um Künstler betteln – heute kommen Bands und fragen an.

Egal, ob wir über die Marke “Street Gigs” reden, über die eigenen Leitungen, die die Telekom nutzen kann oder eben die Skills auf dem Gebiet der Konzertübertragungen: Das Telekommunikationsunternehmen kann das alles aus einer Hand bieten und ich sehe weit und breit niemanden, der den Bonnern auf diesem Sektor in absehbarer Zeit gefährlich werden könnte. Auf der Plattform EntertainTV wird man die Konzerte jederzeit ohne Mehrkosten abrufen können – nicht gerade das schlechteste Verkaufsargument für IPTV, wenn ihr mich fragt.

Das 360-Grad-Video steht seit gestern im Netz – übrigens unbegrenzt und nicht etwa zeitlich limitiert und kostenlos. Wollt ihr die etwa 60 Minuten des Berlin-Konzerts von Depeche Mode nun auch in 360 Grad genießen – hier ist der Clip:

Falls ihr noch Fragen zu der Technologie habt, oder wie ihr solche 360-Grad-Videos am besten betrachten könnt, schaut am besten auf dieser Seite. Dort lest ihr dann auch, auf welchen Geräten ihr das Video sehen könnt. Grundsätzlich ist das Endgerät egal: Natürlich machen VR-Brillen am meisten Sinn/Spaß, aber ihr könnt auch via Smartphone oder auch auf dem Notebook von der Technologie profitieren.

Depeche Mode Live in Berlin – No tears for the creatures of the night

Nachdem wir den technischeren Teil der Veranstaltung jetzt abgehakt haben, will ich euch natürlich auch noch was übers Konzert erzählen. Ich schrieb oben ja bereits, wieso es überhaupt dazu kam bzw. wem ich es verdanke. Das Presse-Ticket hatte für mich den Vorteil, dass ich den Saal schon vorab betreten konnte und mich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen konnte. Ihr wisst schon – all diese lebenswichtigen Dinge wie:

  • Wo ist die nächste Bierbude und
  • Wo sind die Toiletten

In einem anderen Gebäude wurden wir vorab verköstigt. Soll heißen, es wurden köstliche Häppchen gereicht, aber hauptsächlich Bier. Man traf erste Bekannte, tauschte sich angeregt aus – Gruß an Addison und Begleitung an der Stelle – und hatte dann angenehm einen im Tee, als man wieder Richtung Konzertsaal stiefelte. Wir – Catrin, Jörn (vom Sonic Seducer) und ich – passierten auf dem Weg so manches bekannte Gesicht. Alles Menschen, die leider keine der begehrten Karten abstauben konnten.

Das war auch so ein bisschen der Wermutstropfen des Abends: Natürlich waren unter den 1.000 Menschen auch Pressevertreter, ich selbst habe ja nur dank Presse-Ticket teilnehmen können. Aber es gab da auch eine Vielzahl an Menschen, die auf irgendwelchen anderen Kanälen – man spricht da wohl von Vitamin B – hineingelangt sind. Sony hatte natürlich auch rangekarrt und so sah man im Publikum u.a. Silbermond, Teile von Rammstein, die Ochsenknecht-Jungs und hinterher sah man auch zumindest noch den Sänger von Kraftklub. Weshalb Wermutstropfen? Weil ganz viele der geladenen Gäste sich eben nicht dadurch auszeichneten, wirklich große Fans der Band zu sein und dann teilweise hinterher doch ziemlich gelangweilt im hinteren Teil des Saals dem Konzert folgten.

Uns weiter vorne sollte das aber dann erst mal nicht mehr interessieren, als wir darauf warteten, dass Depeche Mode um 20 Uhr die Bühne betreten. Ich glaub, ein paar Minuten später ist es dann geworden, so dass man in der Zeit noch den ein oder anderen Bekannten begrüßen konnte. Dann war es endlich soweit: Von rechts marschierte die Band auf die Bühne in der seit vielen Jahren bewährten Besetzung: Also natürlich Martin Gore, Dave Gahan und Andrew Fletcher (an den Moderator der Veranstaltung: Andrew NICHT, wie man es spricht!), aber eben auch Christian Eigner (Drums) und Peter Gordeno (Keyboard).

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Dave hat sich in Schale geschmissen und wirkte in der Kombination mit der auffälligen Hose, den noch auffälligeren Schuhen und dem gewöhnungsbedürftigen Schnäuzer wie ein Gigolo. Martin hingegen schien aus Versehen ins Schlaf-Shirt seiner Frau geschlüpft zu sein, während Fletch hinten rechts auf mich wie eine Reinkarnation von Roy Orbison wirkte.

Los ging es mit Going Backwards – jenem Song, der auch der Opener des Albums “Spirit” ist. Für mein Empfinden eine gute Wahl zum Einstieg, ist der Song doch noch einer der weniger sperrigen auf dem sehr düsteren und intensiven Album. Auch danach ein neuer Track: “So Much Love” ist vielleicht der eingängigste und flotteste Song auf “Spirit”, allerdings meiner Meinung nach nicht der stärkste.

Egal – Dave war gut drauf, tänzelte und sang sich souverän durch die Nummer, die vom Beat ein wenig an “A Question Of Time” erinnert und zum Schluss ließ sich der Mittfünfziger sogar noch dazu verleiten, ein “No Tears (For The Creatures Of The Night)” anzustimmen. Erklärt hat er es anschließend nicht – ich verstehe es mal als Verbeugung vor Tuxedomoon, denen wir den gleichnamigen Klassiker verdanken.

Nach zwei neuen Songs kam ein Track vom vorletzten Album, aber dennoch handelte es sich um die dritte Live-Premiere: Corrupt von “Sounds of the Universe” hatte die Band noch nie live gespielt, sieht man mal von einem Kurz-Gig ab, den man vor einigen Tagen in New York vor einer Handvoll Fans gegeben hat – eher Rehearsals vor Publikum. Hat mich gefreut, die Nummer mal live zu hören – bei jedem Konzert bräuchte ich sie aber eigentlich nicht.

Wir haben übrigens nach besten Kräften gefeiert, dennoch hatte ich schon früh im Konzert das Gefühl, dass die Stimmung nicht so überragend ist, wie man es von Depeche Mode-Konzerten gewöhnt ist. An der gut aufgelegten Band lag es nicht, daher schieb ich es zum Teil auf die vielen Anwesenden, die eben nicht zum engen Kreis von Fans zählen und zum Teil auf die Schwachköpfe, die das Konzert damit verbracht haben, es komplett mit ihrem Smartphone mitzufilmen. Hut ab, ernsthaft. Ich glaub, zu Smartphones bei Konzerten muss ich demnächst nochmal was schreiben. Wo ist der Smartphone Swatter, wenn man ihn braucht?

Evolution des Konzert-Zuschauers

Das nächste Lied, noch ein Album früher: “A Pain That I’m Used To” kennen wir schon in exakt dieser Version mit Gordeno an der Bass-Gitarre von der letzten Tour – und auch dieses Mal haben wir uns gefragt, wieso sich die Band ausgerechnet für diese Nummer entschieden hat. Bräuchte ich auf der kommenden Tour auch nicht mehr um jeden Preis, auch wenn Herr Gahan daran sichtlich Spaß zu haben schien.

Danach kam dann eines meiner persönlichen Highlights – “World In My Eyes” von Violator. Hier war deutlich mehr Stimmung im Saal und die eingefleischten Fans erfreuten sich am veränderten Intro des Songs. Für diese Nummer hatte sich Pyjama-Gore von seiner Gitarre getrennt und haute hinter seinem Synthesizer in die Tasten. Dave Gahan, der zwischendurch immer mal wieder den Platz checkte, der ihm zwischen Bühnenrand und Schlagzeug auf der kleinen Bühne blieb, tat das, was er immer tut neben der Singerei: Mal tigerte er wie ein nervöses Raubtier von der einen Bühnenseite zur anderen, mal warf er sich mit weit ausgestreckten Armen in Pose und mal gab er den Pirouettenkönig zum Besten – eingesprungener Rittberger, anschließender Doppel-Axel – die Moves sitzen alle noch bei Mr. Gahan.

Stück Nummer Sechs war dann wieder ein neues Lied und für mich das wohl Schönste vom neuen Album: “Cover Me” ist für mich persönlich einfach zum Sterben schön und verliert auch live nichts von seiner Wirkung. Wer einen Beleg dafür sucht, dass der Produzentenwechsel der Band (und den Songs) gut getan hat – “Cover Me” ist mein Beweisstück A.

The air is so cold here It’s so hard to breathe We better take cover Will you cover me? Depeche Mode - Cover Me

Dann war die Zeit gekommen, in der Martin Gore das Mikro übernimmt und für eine Songlänge den Frontmann gibt. Wie immer ist er der komplette Gegenpol zu Dave und wirkt eher schüchtern, während er singt. Nur von Gordeno an den Tasten begleitet gab er “Little Soul” von “Sounds Of The Universe” zum Besten. Ebenfalls ein Song aus der Abteilung: Schön, ihn mal wieder live gehört zu haben, aber brauche ich nicht bei jedem Konzert.

Mit der aktuellen Single “Where’s The Revolution” kehrte Gahan zurück auf die Bühne und zeigte, dass auch die neuen Sachen das Zeug dazu haben, auf der kommenden Stadion-Tour die Massen zu begeistern. Gerade der Part ziemlich am Ende, an dem man nur Dave und Mart zum Schlagzeug singen hört, ist wieder so eine perfekte Mitmach-Passage für uns “Devotees”.

Jetzt ging es wieder zurück in die Neunziger und natürlich erkannten die Fans “Barrel Of A Gun” bereits an den ersten Tönen. Beim Gesang hat Dave in diesem Lied hier und da mal ein bisschen daneben gelegen, aber sei es drum: Sehr eindringliche Nummer, die ich gern öfters hören würde auf den nächsten Konzerten. Danach hielten Depeche Mode mit “Walking In My Shoes” wieder einen absoluten Klassiker bereit. Ebenfalls übrigens mit verändertem Intro – schön, dass die Jungs ein wenig an den Versionen gebastelt haben seit der letzten Tour. Davon profitierte auch der allerletzte Track des Abends: “Personal Jesus” von “Violator”, welches die Band in einer kompakteren Version präsentierte, als wir es von der letzten Tour gewohnt waren. Logisch, dass bei dem Song auch wieder vom Publikum eifrig mitgefeiert wurde und die Fans auch textsicherer waren als bei den neuen Stücken.

Die Band bedankte sich dann artig, verbeugte sich vor seinen Fans und dann waren sie nach etwas mehr als einer Stunde wieder verschwunden. Kein “Enjoy The Silence”, kein “Never Let Me Down Again” und auch kein von mir herbeigesehntes “Everything Counts”. Berichte, dass Depeche Mode auch auf der regulären Tour auf diese Stücke verzichten wollen, stellten sich übrigens als Fake heraus. ;)

Nach elf Songs – ungefähr in dieser Länge hatten wir den Gig auch erwartet – ließ uns die Band hungrig nach mehr Konzerten zurück (und den fetten Drees auch ziemlich verschwitzt übrigens) und wir kämpften uns nach draußen. Auf dem Weg konnten wir noch alkoholische Kaltgetränke und Event-Poster einsammeln, bevor wir den Abend dann auf der Aftershow-Party ausklingen ließen. Dort sah ich übrigens, dass sich auch einer der Ochsenknecht-Söhne Poster mitgenommen hatte. Mag sein, dass die Jungs ja mehr musikalischen Geschmack besitzen, als man es innen gemeinhin zutraut.

Was bleibt?

  • Das gute Gefühl, dass “meine” Helden wieder zurück sind und dass mir noch ein paar tolle Konzerte bevorstehen im Rahmen der im Maii offiziell startenden Welttournee.
  • Das ebenfalls gute Gefühl, dass es Menschen gibt, die sich für einen reinwerfen, in diesem Fall vor allem Caschy, aber auch die Mädels von Samsung!
  • Das etwas weniger gute Gefühl, dass man selbst einer derjenigen war, die nur deshalb anwesend waren, weil sie die richtigen Leute kennen, während viele andere Fans draußen bleiben mussten. Viel anders kann man die Geschichte vermutlich nicht durchziehen – letzten Endes waren schließlich doch eine Menge Fans vor Ort und auch viele der Gewinner der Street Gigs-Verlosung bzw. der anderen Verlosungen.

Wer leider nicht dabei sein konnte, der nutzt hoffentlich die Gelegenheit, im Sommer auf den Deutschland-Konzerten aufzutauchen – ich wette, ihr werdet es nicht bereuen. Berlin war für mich – wieder mal – eine Reise wert. Ich konnte meine musikalischen Götter bestaunen, aber mit der Telekom auch ein echtes Entertaining-Schwergewicht. Rechnet mal damit, dass der Rosa Riese künftig noch sehr viel mehr in dieser Richtung unternehmen wird. Ich wüsste gerade kein Unternehmen, welches diese großartigen Voraussetzungen – Infrastruktur, Know-How und Content – in diesem Maß vereinen kann, um uns Erlebnisse wie dieses nach Hause zu zaubern.

Persönlich werde ich sicher noch eine Weile von diesem Abend zehren – alles, was hier gefehlt hat, waren meine Freunde, mit denen ich sonst – wie mit Catrin und Jörn – die Konzerte verbringe. Szapi, Zoni, Ohst, Marcel, Padre – ihr habt eindeutig gefehlt, aber das holen wir ja schon bald nach! Und Caschy: Auch wir bekommen sicher noch unser gemeinsames Depeche Mode-Konzert – ansonsten alternativ Discoteca Moskau :D

Hier jetzt noch zum Abschluss die Setlist des Konzerts und natürlich der Link zum Telekom Street Gig vom letzten Freitag in FullHD – viel Spaß, wenn ihr euch das Konzert reinzieht!

  1. Going Backwards
  2. So Much Love
  3. Corrupt
  4. A Pain That I’m Used To (Jacques Lu Cont Remix)
  5. World In My Eyes
  6. Cover Me
  7. Little Soul
  8. Where’s The Revolution
  9. Barrel of A Gun
  10. Walking in My Shoes
  11. Personal Jesus