Tesla - X von Jakob Härter, CC by SA 2.0, Flickr.com
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Tesla: Hero or Zero?

von Robert Basic am 13. September 2018

Wurde gefragt, warum hier schon länger nichts über Tesla stattfindet? Die Antwort ist einfach: Es gibt nichts Neues. Nachdem sich die Börsen-Offline-Story gelegt hat und außer dem üblichen Klatsch und Tratsch über den Tesla-Chef nichts stattfand, wüsste ich nicht, was es zu berichten gäbe.

Aber wenn ihr schon da seit, kann ich euch ja berichten, was sich die Presse und Blogger untereinander erzählen. Zumindest über das, was ich so aufschnappe. Zum einen dürfte es nichts Neues sein, dass durch die Bank weg Autojournalisten, Auto- und Techbloggern die Kiste ob Elon Musk auf die Nüsse geht. Oder sagen wir besser, die Tesla-Boys nerven angeblich penetrant und man meidet daher gerne das Thema. Die Sage geht um, dass sobald auch nur ein Mü irgendwas Kritisches im Artikel vorkommt, man erneut in exzessive Diskussionen hinabtrudelt. Weitaus interessanter wäre die Frage, ob die exzessive Fan-Gemeinschaft nicht sogar andere Käufer abschreckt? Meinungen dazu?

Hero or Zero Theorie

Weitaus spannender ist die Frage, ob Tesla im Bereich des Volumensegments standhalten könnte. Was den Tesla 3 und das kommende Tesla Y-Modell angeht. Die Meinungen der Techies und Autopresse scheinen dahin zu tendieren, dass ein VW oder ein Toyota mit ihren Massenfabriken jeden vom Markt fegen, der seine Produktionsprozesse nicht im Griff hat. Wozu Tesla ohne mit der Wimper zu zucken dazugezählt wird. Sprich, sollte Toyota ernsthaft ein E-Auto um die 30.000 Euro anbieten, mit ordentlicher Reichweite, war es das für Tesla. Oder eben VW mit dem bald kommenden VW Neo (einst nur VW I.D. genannt), von dem wir nicht wissen, wo der Basispreiszeiger zum Stehen kommt.

Kommt es wirklich so? Tesla wird im Volumensegment an die Wand gedrückt? Bleibt Tesla am Ende des Tages lieber dem Premiumsegment mit S und X treu? Hierzu ein spannendes Lesestückchen von Benedict Evans: Tesla, Software and Disruption.

Was ich persönlich denke: Tesla soll schön brav die Produktion hochfahren, das Qualitätsmanagement sicherstellen, Aftersales und Services deutlichst ausbauen (sonst knallt es gewaltig), das Problem mit den extrem hohen Versicherungsprämien lösen und vor allen Dingen zusehen, nicht unter die Räder der kommenden Robocars zu geraten (die sich ohne Ausnahme die gleiche Frage wie die versammelte Autoriege stellen müssen, was owned und shared cars angeht / auf die Gefahr hin, dass es nur noch billige Flottenfahrzeuge gibt und teure Premiumfahrzeuge im Eigenbesitz der Privatkäufer, womit der gesamte Mittelteil ausstirbt). Ach ja, und ich bin ein Fan davon, dass der Tesla-Chef einen exzellenten Automanager finden soll, der ihm das Alltagsgeschäft abnimmt. Er kann dann weiterhin den Frontmann und Visionär spielen.

Alles in allem gibt es wirklich nichts Neues. Auch wenn das Thema Tesla früher bei MobileGeeks ein regelmäßiges Schlachtfeld war. Ich kann damit kaum dienen.

Titelbild von Jakob Härter, CC by SA 2.0