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Tesla lässt es krachen: Neuer Bestwert beim Produktionsausstoß

von Robert Basic am 4. Oktober 2018

Tesla vermeldet eine deutliche Erhöhung der produzierten Einheiten im Vergleich zum letzten Quartal 18.

Zum Ende des dritten Quartals werden folgende Outputs gemeldet:

  • 53.239 Model 3 (man habe die Produktion nahezu verdoppelt zum Q2/18)
  • 5.300 Model 3 in der letzten Quartalswoche
  • 26.903 Model S und Model X
  • = 80.142 produzierte Einheiten im Q3/18
  • 83.500 ausgelieferte Einheiten
    – 55.840 Model 3
    – 14,.70 Model S
    – 13.190 Model X

Tesla betont, es handele sich hierbei ausschließlich um Auslieferungen in Nordamerika. Mehr an wertigen Informationen gab es nicht. Finanzdaten gibt es erst im November. Weitere Aussagen China betreffend (siehe Tesla-Report) sind nichts Neues, wo Tesla ein neues Werk bei Shanghai hochzuziehen versucht.

Wenn wir die Daten relativieren?

Tesla hat mit dem Model 3 von den angeblich über 400.000 Vorbestellungen kumulativ etwas unter 100.000 Einheiten hergestellt. Hiermit wären grob geschätzt 25% des abzuarbeitenden Bestellvolumens auf Basis von 400.000 Einheiten abgearbeitet.

Das große Geheimnis bleibt die Frage nach den Marathonfähigkeiten oder aber nach dem potentiellen Gesamtbedarf in Nachfrageeinheiten/Jahr, sobald die große Bestellwelle abgearbeitet ist. Sind es überhaupt jemals 400.000 Vorbestellungen gewesen? Mehr? Weniger? Wir wissen ja nicht einmal mehr die Gesamtsumme der vorliegenden Vorbestellungen (die letzten offiziellen Aussagen Teslas lagen bei rund 125.000 Rückziehern + einer nicht näher bezifferten Menge an Nachbestellern).

Da sich Tesla hierzu partout nicht mehr äußern will (weder zur Konversionsrate Vorbesteller zu Besteller, Neubesteller, Absprungraten), muss man logischerweise von einem womöglich drastischen Unterschied zum künftigen Bestelleingangspotential ausgehen. Eine andere Logik könnte in der gesteigerten Vorsicht Teslas liegen, keine zu hohen Erwartungen mehr wecken zu wollen, um die nachkommenden Kunden nicht zu enttäuschen. Die womöglich ebenso lange warten müssten wie diejenigen aus der ersten Bestellwelle. Wie sehr die Untersuchung des US-Justizministeriums da hineinspielt, wissen wir nicht. Letztlich ist das egal.

Spätestens mit dem Trend auf Basis der öffentlichen Neuzulassungsdaten in den USA wissen wir mehr, sobald die 400.000er Marke erreicht ist, denn dann kommt der Moment der Wahrheit. Und natürlich dann auch in Europa, sobald Tesla mit dem Export des Model 3 beginnt (angeblich 2019). Die Verkaufsdaten sehen momentan selbstverständlich superb aus und das Tesla Model 3 hat mittlerweile im PKW-Verkaufsrang der USA die Position 4 erobert. Die Elektrogemeinde freut es ungemein. Was ihr auch gegönnt sei, denn es hat immerhin eine Ewigkeit vom üblichen Tesla-Versprechen bis hin zur Auslieferung gedauert. Ich jedoch warne davor, sich zu früh zu freuen. Eine derart hohe Vorbestellzahl musste zwingend und wenig überraschend zu extrem hohen Positionen bei den Zulassungsstatistiken führen. Wie lange das aber währt, ist die alles entscheidende Frage für kühle Rechner schlechthin.

VW allein hat schließlich angekündigt, mit dem für 2019 angekündigten VW ID. Neo bereits im ersten Volljahr 2020 rund 100.000 Einheiten absetzen zu wollen. Für meinen Geschmack etwas vorlaut, aber so ist der Wettbewerb eben. Der preislich bei einem Basispreis eines Golf Diesels angesiedelt sein soll. Also deutlich unter 25.000 Euro. Was eine brutale Kampfansage wäre, wenn dann auch noch die technischen Werte einigermaßen OK sind (Minimumvariante soll bei 330 km liegen).

Zum Schluss ein Bestwert, um einen Verbrenner-Vergleich aufzuzeigen: der Toyota Corolla kommt jährlich auf 1,5 Mio. Absatzeinheiten. Heißt, dass Toyota pro Quartal 375.000 Stück raushaut.