Tesla Model S ist die meistverkaufte “Luxuslimousine” in den USA

Tesla dominiert in den Vereinigten mit dem Model S die Klasse der Luxuslimousinen. Der kalofornische Autobauer konnte im wichtigen Heimatmarkt mehr Fahrzeuge absetzen als Mercedes-Benz mit der S-Klasse und BMW mit dem 7er. Die Aussagekraft der Statistik hat ihre Grenzen.

von Bernd Rubel am 16. Oktober 2016

Der schriftliche Appell von Elon Musk an die eigenen Mitarbeiter hat seine Wirkung offenbar nicht verfehlt: Tesla hat nach eigenen Angaben die dringend benötigten Umsätze erreicht und vermeldet, dass das Model S im wichtigen Heimatmarkt USA das Segment der Luxuslimousinen dominiert.

Nach den von Tesla vorgelegten Zahlen wurden im vergangenen Quartal insgesamt 9.156 Model S und insgesamt 5.428 Model X abgesetzt. Tesla vertreibt nur diese beiden Fahrzeuge, die Preise für die unterschiedlichen Ausstattungsvarianten schwanken zwischen 66.000 US-Dollar und 134.000 US-Dollar für das Model S bzw. zwischen 85.500 US-Dollar und 136.000 US-Dollar für das Model X.

Rein zahlenmässig verkauft Tesla damit mehr Model S als die Konkurrenten Mercedes und BMW mit ihren Modellen S-Klasse und 7er in diesem Luxuslimousinen-Segment an den Mann bringen können.

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Kritiker bemängeln an solchen Vergleichen, dass sich Tesla eigentlich nur mit den höherpreisigen Ausstattungsvarianten zwischen den Luxuslimousinen platzieren dürfte. Die unverbindliche Preisempfehlung für die 2017er S-Klasse liegt bei 96.600 US-Dollar, der BMW 7 startet in den Vereinigten Staaten bei 81.500 US-Dollar. Im Vergleich zu den Einstiegsvarianten des Model S ist das schon ein erheblicher Unterschied, zudem wird das Fahrzeug in vielen Bundesstaaten steuerlich gefördert. Tesla orientiert sich damit preislich in vielen Fällen eher am BMW 5 oder an der Mercedes-Benz E-Klasse.

Ende 2015 sah sich Tesla noch mit Vorwürfen der eigenen Kunden konfrontiert, die sich über die fehlende Zuverlässigkeit und Verarbeitungsmängel der “Luxuslimousine” beschwerten . Das renommierte Verbrauchermagazin zog daraufhin eine zuvor ausgesprochene Empfehlung zurück.

Tesla Model S - Die Innenausstattung der Luxuslimousine

Ohne Frage profitiert der kalifornische Autobauer momentan von dem Umstand, dass es in den oberen Klassen noch kein Fahrzeug mit reinem Elektroantrieb gibt. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal konnte man in den vergangenen Monaten und Jahren besonders die Besitzer eines in den USA vergleichsweise beliebten Toyota Prius zu einem “Upgrade” bewegen, die Japaner haben hier mächtig Federn gelassen.

Die deutschen Autobauer kämpfen unterdessen auch mit einer z.T. wiedererstarkten us-amerikanischen Automobilindustrie. Viele Kunden hatten sich schon im vergangenen Jahr nach einem zwischenzeitlichen Vertrauensverlust, einer unüblich langen Wartezeit, bei sinkenden Spritkosten und niedrigen Finanzierungskosten wieder für hochpreisigere Modelle von General Motors, Chrysler oder Ford entschieden und sind damit für den Neuwagenmarkt erst einmal “verloren”. Der VW-Abgasskandal und damit einhergehende Vorbehalte gegen deutsche Marken spielen ebenfalls eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete. Last but not least sind die meisten Hersteller mit ihren Modellpaletten selbstverständlich wesentlich breiter aufgestellt und “kannibalisieren” sich klassenübergreifend gegenseitig und selbst. Besonders die weiterhin erfolgreichen SUVs werden den ein oder anderen Kunden zur Entscheidung gegen eine klassische Limousine bewegt haben.

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Auf dem Weltmarkt spielt Tesla weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Besonders auf dem wichtigen chinesischen Markt konnte sich das Unternehmen trotz der dort explodierenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bisher nicht platzieren, hier fehlt es u.a. An den gesetzlich vorgeschriebenen Partnerschaften.

In Deutschland wurden im vergangenen Monat 377 Tesla-Fahrzeuge angemeldet: 177 Model X und 200 Model S fanden einen neuen Besitzer. Von den ursprünglich sehr ambitionierten Jahreszielen ist man damit hierzulande zwar meilenweit entfernt, doch der Markt für Elektrofahrzeuge soll ja erst jetzt langsam Fahrt aufnehmen. BMW verkaufte in Deutschland im September 511 i3, der Renault Zoe stromt seitdem mit weiteren 279 Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen.

via motortrend.com