Toyota FCV Plus: Konzept-Auto liefert Hausstrom

Bei der Tokyo Motor Show zeigt Toyota derzeit mit dem FCV Plus ein hochinteressantes Konzept, welches nicht nur durch futuristisches Design und dem Wasserstoff-Antrieb von sich reden macht, sondern auch dadurch, dass dieses Fahrzeug zuhause den Strom fürs Heim liefern soll.

von Carsten Drees am 30. Oktober 2015

Ich muss zugeben, dass ich diese Konzept-Spielereien mag, gerade bei Autos: Man hat die Technik beim Entwickeln eines solchen Konzepts im Blick, auf die man in absehbarer Zeit zugreifen kann, darf darüber hinaus aber auch sämtliche Fäden in alle möglichen Richtungen weiterspinnen. So manches wird sich daraufhin als nicht machbar herausstellen, aber die ein oder andere Idee ist dann dafür vielleicht so gut, dass sie das Leben vieler Menschen in Zukunft deutlich verbessern könnte.

Dass da nicht mit jedem Konzept-Auto gelingt, steht außer Frage, aber bei so manchem Projekt lässt sich durchaus schon ein spannender Blick in die Zukunft werfen – unabhängig davon, ob dieses Fahrzeug exakt so oder zumindest so ähnlich jemals wirklich über die Straßen rasen wird. In diese Abteilung der hochspannenden Konzepte gehört der Toyota FCV Plus absolut rein meiner Meinung nach.

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Toyota hat dieses Projekt in Japan bei der Tokyo Motor Show vorgestellt und präsentierte damit nicht nur ein Auto, welches mit Wasserstoff betrieben wird, sondern auch eines, welches mit einem besonderen Hausstrom-Konzept aufwarten kann.

In erster Linie ist der FCV Plus ein sehr zierliches und futuristisch gestaltetes Stadt-Auto mit einer Länge von lediglich 3,80 m und einer Breite von 1,75 m. Der schlanke Brennstoffzellen-Kamerad ist grundsätzlich ein Zweisitzer, besitzt zudem aber noch zwei Notsitze. Zwischen den Vorderrädern sitzt die Brennstoffzelle, den Wasserstofftank findet man hinter dem Rücksitz.

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Die vier Elektromotoren sind über den Radnaben angebracht statt im Chassis, was Toyota die Möglichkeit gibt, den ja doch ziemlich begrenzten Innenraum nahezu komplett für die Insassen verplanen zu können. Wie ihr seht, setzt Toyota nicht nur auf futuristisches Design in einer Art Tropfenform, sondern verbaut auch sehr viel Glas im FCV Plus.

Lediglich Wasser wird ausgestoßen, also keinerlei Schadstoffe – somit ein absolut umweltfreundliches Fahrzeug. Auf diesen Antrieb setzen natürlich auch längst schon andere Hersteller, wenngleich es auf Auto-Shows wie der in Tokio immer noch Exoten sind. Besonders interessant wird das Konzept dadurch, dass euch dieser Wasserstoff-Antrieb auch in den eigenen vier Wänden zunutze gemacht werden kann.

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Dort fungiert er nämlich als so eine Art Notstromaggregat, welches dann auch euer Haus mit Strom versorgt. Damit das funktioniert, reicht jedoch der im Auto verbaute Wasserstofftank nicht aus, weshalb im Haus externe Tanks installiert sein müssen. Wäre auch nicht pfiffig, abends mit dem Strom die eigene Hütte zu befeuern und dann morgens nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können.

Wann wird man den FCV Plus auf den Straßen sehen können? Vermutlich niemals – es ist ein reines Konzept, mit dem Toyota derzeit experimentiert und natürlich darauf hofft, die ein oder anderen Erkenntnisse dieser Studie dann künftig in andere Serienmodelle einfließen zu lassen. Ob das Auto – so wie es jetzt im Konzept gestaltet wurde – eine Schönheit ist, lasse ich mal so im Raum stehen, aber die Konzeption eines Fahrzeugs, welches von einer Brennstoffzelle angetrieben wird, die gleich auch noch zuhause genutzt werden kann, scheint mir wahrlich ein Modell zu sein, welches man im Hinterkopf behalten sollte. Was meint ihr?

Quelle: Toyota via CNET