Die besten Apps: Twilight für Android

Mit iOS 9.3 hält Night Shift Einzug auf Apple-Geräte - ein Nachtmodus mit Blaulicht-Filter. Twilight ist eine von mehreren Apps, die schon seit Jahren ähnliches für Android leistet. Wir stellen euch die Anwendung in unserer neuen "Die besten Apps"-Reihe vor.

Als kürzlich das neue Apple iPhone SE vorgestellt wurde, waren selbstverständlich auch die neuen Software-Features ein Thema, die mit der neuen iOS-Iteration auf die iDevices gelangen. Eine Funktion, die beim mittlerweile finalen iOS 9.3 viel Beachtung findet, ist Night Shift. So nennt Apple seinen Nachtmodus, der die iOS-Geräte mit einem Blaulicht-Filter ausstattet.

Wieso man blaues Licht herausfiltern möchte? Ganz einfach: Wir profitieren beim Einschlafvorgang davon, dass das Hormon Melatonin ausgeschüttet wird. Licht generell unterdrückt dieses Hormon, besonders auffällig ist dieser Effekt jedoch bei blauem Licht. Abends bedeutet das, dass wir durch das Lesen auf Displays mit hohem Blau-Anteil bis zu eine Stunde später einschlafen. Schon 2014 berichteten wir darüber, dass dieser Blau-Anteil auf unseren Displays diesen negativen Effekt auf uns hat, wenn es ans Einschlafen geht.

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Bei iOS ist nun also ein solcher Blaulicht-Filter integriert, mit dem ihr den Blau-Anteil auf eurem iPhone- oder iPad-Display konfigurieren und reduzieren könnt. Dieses Feature ist allerdings lediglich iOS-Geräten vorbehalten, die mit einem 64 Bit-SoC ausgestattet sind.

Während einige Nutzer mit älteren iPads oder iPhones in die Röhre schauen, haben es Android-Nutzer leichter: Die Funktion ist zwar nicht von Haus aus in Android integriert, es gibt aber direkt mehrere Anwendungen, die den Blau-Anteil im Display herunterregeln. Mein Favorit ist dabei die App Twilight und wie sie funktioniert, wollen wir euch hier nun vorstellen.

Twilight: so funktioniert die App

Zunächst einmal: Apps wie Twilight sind auch keine Allheilmittel, wenn ihr schlecht einschlafen könnt. In der Natur wird beim Sonnenlicht zum Abend hin der Blau-Anteil reduziert und der Rot-Anteil erhöht – das soll hier mittels Anwendung simuliert werden. Technisch müsste das eigentlich so gelöst werden, dass die Farbanteile entsprechend angepasst werden, bei Apps wie Twilight hingegen wird lediglich Rot hochgedreht bzw. ein Rot-Filter über das Display gelegt.

Bei Twilight gibt es eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Funktionen: Zum einen wird eben der Rot-Anteil im Licht hochgefahren, zum anderen wird das Display aber auch gedimmt. So kann das dann im Vergleich aussehen:

Wenn ihr euch die App kostenlos aus dem Play Store aufs Smartphone oder Tablet geladen habt, könnt ihr euch die Funktionsweise auch auf wenigen Screens noch mal erklären lassen:

Twilight ermittelt mit Hilfe eures Standortes die für euch passenden Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und setzt entsprechend diesen Zeiten dann seinen Filter ein. Logischerweise könnt ihr euch da aber auch ausklinken und selbst festlegen, in welchem Zeitraum die Filter aktiv sein sollen. Genauer gesagt könnt ihr aus vier Optionen auswählen:

  • immer – der Filter ist ständig aktiv
  • Sonne – der Filter ist an die Sonnenzeiten gekoppelt
  • Wecker – die App kann mit einer Wecker-App gekoppelt werden
  • Eigene – legt auf einer Zeitachse selbst die Filter-Phase fest

Wenn ihr euch entscheidet, Twilight an einen Wecker zu koppeln, dann ist es nahe liegend, auf Sleep as Android zu vertrauen. Nicht nur, dass es wirklich starke Wecker-App mit vielen Möglichkeiten ist – sie stammt zudem vom gleichen Urbandroid-Team wie Twilight, womit die Kompatibilität natürlich vorhanden ist.

In der App habt ihr die Möglichkeit, Farbtemperatur, Intensität und Display-Verdunkelung über Schieberegler selbst zu justieren und dank der Vorschau-Option braucht ihr zum Testen natürlich auch nicht abwarten, bis draußen tatsächlich die Sonne untergeht. Über das Plus-Icon oben rechts könnt ihr verschiedene Profile anlegen – insgesamt könnt ihr in der kostenlosen Version der App bis zu drei Profile nutzen.

Diese Profile könnt ihr euch über die Übersichts-Seite (unten rechts im Bild) anschauen. Aufrufen könnt ihr diese Übersicht, in der ihr die App auch pausieren, schließen oder upgraden könnt, indem ihr in der App links das Hamburger-Menü öffnet oder von der linken Seite ins Display wischt.

Twilight befindet sich ständig in eurer Benachrichtigungsleiste (kann in den Einstellungen deaktiviert werden) und dort könnt ihr jederzeit mit einem Fingertipp die App pausieren lassen. Falls ihr also mal auf mehr Licht bzw. ein helleres Display angewiesen seid nachts, müsst ihr Twilight nicht deaktivieren, um den Filter für die gewünschte Zeit loszuwerden.

Twilight: Zahlen, Systemanforderungen

Twilight hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde mittlerweile mehr als eine Million mal installiert. Die Wertung von 4,6 Sternen zeigt, dass ihr es hier tatsächlich mit einer gelungenen App zu tun habt, die sich auch nach mehreren Jahren großer Beliebtheit erfreut.

Die Basis-Version ist kostenlos, wer seine Filter noch granularer einstellen möchte und/oder mehr Profile anlegen will, kann für 1,99 Euro zur Pro-Version greifen. Explizite Systemanforderungen werden nicht genannt, da die von eurem Device abhängig sind. Ich hab aber einige Android-Geräte im Einsatz mit unterschiedlichen Android-Versionen und die sind alle kompatibel.

Twilight
Twilight
Entwickler: Urbandroid Team
Preis: Kostenlos
  • Twilight Screenshot
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Ich selbst hab Twilight bereits seit zwei Jahren im Einsatz und hab die App wirklich schätzen gelernt. Vergesst aber nicht, dass von der Anwendung allein nicht abhängt, ob ihr gut oder schlecht schlafen könnt. Stellt am besten das Display auch nicht zu dunkel ein, denn wenn ihr eure Augen übermäßig anstrengen müsst, um was erkennen zu können, ist das natürlich auch wenig zielführend. Experimentiert am besten ein wenig mit den Einstellungen, dann dürfte auch für euch Twilight eine nette Unterstützung beim Einschlafen sein.

PS: Wenn es mit dem Einschlafen immer noch nicht klappt, kann ich euch diesen Kollegen wärmstens ans Herz legen (danke fürs Erinnern, Mirko ^^). Ich kann gar nicht mehr zählen, in wie vielen Nächten es Bob Ross war, der mich mit seiner ruhigen Art so einlullte, dass ich bereits vor dem Ende der knapp halbstündigen Folgen tief und fest schlief.