Übersicht: In diesen Ländern übernehmen Roboter die meisten Jobs

Im "Transforming World Atlas" beleuchtet Bank of America Merrill Lynch unter anderem, in welchen Ländern Roboter bereits heute besonders viele Arbeitsplätze übernommen haben. Deutschland belegt dabei einen der vorderen Plätze.

Der ein oder andere von euch mag angesichts all der Berichte über Roboter und über künstliche Intelligenz vielleicht jetzt schon ein wenig Angst davor haben, dass auch seine Arbeitskraft irgendwann durch eine Maschine ersetzt wird.

Wir würden euch jetzt gerne Mut machen und sagen, dass eure Jobs sicher sind, aber ihr könnt es euch sicher denken: Das sind sie oftmals nicht! Bernd warnte euch in seinem Artikel über Jobs, die es in 20 Jahren nicht mehr gibt bereits im letzten Dezember vor den Folgen der technischen Entwicklung:

…Es könnte nämlich sein, dass ihr alle ganz schnell eure bisherigen beruflichen Pläne überdenken solltet und nochmal kurz den dicken roten Reset-Button drücken müsst. Wir stehen nämlich ziemlich kurz vor einer Roboterisierungs- und Computerisierungs-Revolution, die in den nächsten zwanzig Jahren den gesamten Arbeitsmarkt auf Dauer verändern wird, mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen. Bernd Rubel, Mobile Geeks

Vor ein paar Tagen erst erzählte ich euch dann von einem Schreibroboter, der erfolgreich an einem Literturwettbewerb teilgenommen hat und von künstlicher Intelligenz, die bereits heute Texte wie beispielsweise Geschäftsberichte ziemlich zuverlässig verfasst ohne menschliches Zutun. Soll heißen: Auch ein Redakteurs-Job ist angesichts dieser auf uns zurollenden Technologien nicht mehr unantastbar.

Jetzt muss ich leider noch ein weiteres Mal in die gleiche Kerbe hauen und beziehe mich dabei auf den Transforming World Atlas von Bank of America Merrill Lynch, den ihr hier als PDF-Datei komplett einsehen könnt. In diesem Report werden die fürs Investment relevanten Themen nach fünf großen Überbegriffen – Mensch, Innovation, Regierung, Märkte, Erde – abgeklappert und darin befindet sich auch eine sehr interessante Übersicht, was den operativen Einsatz von Robotern angeht.

Dort bezieht man sich konkret allerdings auf Zahlen, die bereits von 2012 stammen und die am heutigen Tag nochmal deutlich dramatischer aussehen dürften. Nach dieser Weltkarte sind es – in dieser Reihenfolge – die Länder Japan, USA und Deutschland, in denen in der Industrie die meisten Roboter eingesetzt werden. Hierzulande sind das demnach 2012 161.988 Roboter gewesen, die zum Einsatz kommen, in den USA mit etwas über 168.000 nur wenig mehr und deutlich vorne liegt Japan mit 310.508 Robotern. Hier könnt ihr einen Blick auf diese Weltkarte werfen:

Roboter weltweit

Es wird auch erwähnt, dass der Einsatz von Robotern in Japan bereits jetzt recht skurrile Blüten treibt, wurde im letzten Jahr in Nagasaki immerhin sogar ein Hotel eröffnet, in welchem nur Roboter beschäftigt sind und auf menschliche Arbeitskraft komplett verzichtet wird. Weiter wird darauf hingewiesen, dass in den USA die Zahl der industriell genutzten Roboter um 72 Prozent gestiegen ist, während in der gleichen Zeit die Zahl der Arbeitsplätze in der Produktion um 16 Prozent schrumpfte.

Bis 2020 werden „dank“ der Entwicklungen in der Robotik und bei der künstlichen Intelligenz einer Prognose zufolge weitere sieben Millionen Arbeitsplätze verloren gehen, während lediglich zwei Millionen neu geschaffen werden können – macht ein Minus von fünf Millionen Arbeitsplätzen in Industrienationen, die wir binnen der nächsten vier Jahre an Roboter verlieren werden!

Betroffen sind nicht etwa nur Jobs an Fließbändern und in der Fertigung, auch Büro-Jobs können zunehmend besser von Maschinen erledigt werden – wenn euch jetzt also schon ein bisschen die Düse geht, können wir das durchaus verstehen. Ich persönlich sehe ja gern mal ein bisschen verträumt naiv in die Zukunft und mache mir daher keine großen Sorgen. Meiner Meinung nach wird sich unsere Gesellschaft in den nächsten Dekaden signifikant verändern in eine Richtung, in der es zunehmend weniger Arbeitsplätze für Menschen gibt und zunehmend mehr eine finanzielle Grundversorgung an die Stelle eines Gehalts tritt.

Bis es soweit ist, müssen sowohl unsere Regierung, die Unternehmen als auch wir als Arbeitnehmer allesamt stets am Ball bleiben, um nicht den Anschluss zu verlieren. Es wird sich ein industrieller Wandel vollziehen müssen, dem von Seiten der Politik der Weg geebnet werden muss – und wir als letztes Glied in der Kette müssen vielleicht tatsächlich mit dem unschönen Gedanken leben, dass wir langfristig in einem anderen Arbeitsbereich tätig sein werden, weil unser erlernter Job von einem Roboter erledigt wird. Das ist für jeden Einzelnen selbstverständlich immer schlimm, in der Entwicklung der Industrie aber nun mal immer so gewesen – Hufschmied und Kutschenbauer sind ja heute auch keine ausgewiesenen Traumberufe mehr.

Quelle: Business Insider