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Übersicht: Welcher Cloud-Speicherdienst bietet welche Funktionen?

Es gibt so viele Cloud-Dienste, da kann man mal schnell den Überblick verlieren. Wie unterscheiden sich die Anbieter in Preis und Funktionsumfang? Ich habe für euch die beliebtesten Dienste aufgelistet, sodass ihr sie besser miteinander vergleichen könnt und die passende Option für eure Bedürfnisse findet.
von Vera Bauer am 7. November 2018

Eure sensibelsten Daten lokal auf einer Festplatte zu speichern ist immer noch die beste und sicherste Option. Wer aber von überall auf seine Daten zugreifen möchte, der wird die Cloud-Lösung wohl am bequemsten empfinden. Wie wir alle wissen ist dies aber nur die zweitbeste Möglichkeit, denn der Cloud-Speicher hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Es erleichtert die gemeinsame Nutzung von Daten, auf den meisten Betriebssystemen und Geräten ist ein solcher Speicher bereits allgegenwärtig und es ist einfach schön, ein Backup zu haben, wenn die Festplatte mal den Geist aufgibt. Der Nachteil ist natürlich der altbekannte Datenschutz. Zu oft haben wir von gehackten Clouds und nackten Promifotos gehört.

Es gibt mehrere Dienste, aus denen man wählen kann. Während alle Angebote zwar in ihren Kernfunktionen gleich sind, bieten nur manche von ihnen noch weitere Features an, wie beispielsweise mehr kostenloser Speicher, Online-Produktivitätswerkzeuge und die Möglichkeit, den Speicherplatz über die 1-TB-Marke hinaus zu erweitern. Ich habe für euch die beliebtesten Dienste aufgelistet, sodass ihr sie besser miteinander vergleichen könnt und die passende Option für eure Bedürfnisse findet.

Google Drive

Der Cloud-Service, der die meisten Vorteile bietet

Wenn man ein Google-Konto hat, bekommt man auch 15 GB kostenlosen Cloud-Speicher zur Verfügung gestellt. Was ihr dort sichern wollt, liegt natürlich bei euch, aber Drive funktioniert besonders gut mit Dokumenten und ermöglicht außerdem die Zusammenarbeit und Bearbeitung von Texten, Präsentationen und Tabellen in Echtzeit. Emails über Google Mail nehmen den Cloud Speicher zwar auch in Anspruch, aber wenn man den Posteingang unter Kontrolle hat, kann man aus den 15 GB Speicherplatz viel rausholen.

Einige Tools von Drive, wie zum Beispiel Docs, Sheets und Slides, machen die Nutzung von Microsoft Office Anwendungen eigentlich überflüssig. Der Cloud-Speicher zeichnet sich also nicht nur durch das Abspeichern von Dateien aus, sondern bietet auch viel mehr Funktionen, die kostenlos im Packet enthalten sind. Noch dazu können Android-Benutzer mit Google-Konto – was heute so gut wie jeder haben dürfte – ein Backup ihres Handys, einschließlich SMS-Nachrichten, Apps, Einstellungen und Anrufe auf Drive sichern. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man sein Smartphone zurücksetzen muss oder ein neues Gerät am Start hat.

Apps: Google Drive ist außerdem als App für iOS und Android verfügbar, sodass es einfach ist, unterwegs auf Dateien zuzugreifen, sie zu bearbeiten und mit anderen zu teilen. Am PC kann man ein Google Drive Tool installieren, welches dann automatisch Dateien und ganze Verzeichnisse, wie den Dokumentenordner des Computers, in den Cloud-Speicher verschiebt. So wird ein ständiges Backup gemacht und eine teure Festplatte ist erstmal kein Muss.

Upgrade: Der Preis für ein Upgrade beträgt 2 Euro pro Monat, um eurem Konto 100 GB Cloud-Speicher hinzuzufügen. Wenn ihr noch mehr zum Speichern und Übertragen großer Dateien benötigt, sind 2 TB für 10 Euro monatlich drin oder in Ausnahmefällen auch 30 TB für 300 Euro pro Monat. Kleiner Tipp: Wer wirklich 30 TB benötigt, der scrollt jetzt ganz schnell mal zum Punkt Amazon Drive, damit werdet ihr garantiert glücklicher.

Microsoft OneDrive

Ideal für Windows-Benutzer, die auch monatlich für Office bezahlen möchten

OneDrive ist natürlich nicht zu verwechseln mit Google One und Google Drive. Die Tech-Unternehmen werden auch wirklich immer kreativer mit den Produktnamen. Dieser Cloud-Speicher stammt natürlich von Microsoft und wer ein Microsoft- oder Outlook-Konto hat, dem werden erstmal 5 GB Cloud-Speicher kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie Google Drive ermöglicht auch das Einstiegsangebot von OneDrive die Speicherung, Bearbeitung und Zusammenarbeit von Dokumenten über Office Online.

Wenn man dann 7 Euro pro Monat oder 70 Euro jährlich bezahlen möchte, kann man 1 TB Cloud-Speicher nutzen und außerdem die gesamte Office 365-Palette. Das ist natürlich ideal für Windows-Nutzer, die eh schon ein Auge auf Office geworfen haben. OneDrive ist für Windows 10-Benutzer standardmäßig in das Betriebssystem eingebettet und manchmal versucht Microsoft hier ein wenig zu aggressiv, allen Nutzern OneDrive anzudrehen. Das ist natürlich gut für alle, die es nutzen wollen und nervig für diejenigen, die bereits eine andere für sich passendere Lösung gefunden haben.

Apps: OneDrive ist für iOS, Android und Microsofts hauseigene Windows Phones verfügbar. Wer sich für das Standard Abonnement mit den 7 Euro pro Monat entscheidet, kann Apps wie Microsoft Word auch auf dem Handy und Tablet nutzen.

Upgrade: Die verschiedenen Preisoptionen für mehr Cloud-Speicher beginnen bei 2 Euro monatlich für 50 GB Speicherplatz, was genau die Hälfte von dem ist, was Google Drive für denselben Preis anbietet. Danach kommen die 7 Euro pro Monat mit 1 TB Speicherplatz. Die höchste Stufe, die der Service anbietet, ist für Familien mit bis zu sechs Mitgliedern attraktiv, denn mit nur 10 Euro monatlich oder 100 Euro jährlich lassen sich insgesamt 6 TB- Cloud-Speicher freischalten. Dieser kann außerdem in 1 TB-Blöcke aufgeteilt und jedem Familienmitglied zugefügt werden. Diese Stufe gewährt jedem Benutzer auch eine Office 365-Lizenz für die Verwendung auf einem Computer, Tablet und dem Handy.

Amazon-Drive

Die beste Option für Nutzer mit großen Dateien

Eine Sache, die ich noch nicht wusste: Wenn ihr ein Amazon-Konto habt, stehen euch 5 GB Cloud-Speicher zur Verfügung. Für Prime-Abonnenten bietet Amazon außerdem unbegrenzten Fotospeicher an. Amazon Drive hat zwar auch eine Dokumenten-Ablage, doch im Gegensatz zu Google oder den Diensten von Microsoft kann man hier nicht in Echtzeit zusammenarbeiten. Es ist also nur ein reiner Cloud-Speicher, der sich aber vor allem mit attraktiven Preisoptionen für größeren Speicherplatz auszeichnet.

Apps: Amazon Drive ist als App für iOS und Android erhältlich und ermöglicht euch einen schnellen Zugriff auf die in der Cloud gespeicherten Daten. Wenn ihr mit MacOS oder Windows arbeitet, könnt ihr ebenfalls die App auf dem PC nutzen und die kann Ordner sogar automatisch synchronisieren, ohne, dass man etwas dafür tun muss.

Upgrade: Amazon Drive ist die Lösung für alle, die große Dateien irgendwo unterbringen möchten, denn von allen Optionen ist dies die günstigste. Für 20 Euro jährlich kann man das Konto auf 100 GB upgraden, 1 TB gibt’s für 100 Euro im Jahr und wer wirklich aufs Ganze gehen will, findet mit 30 TB für 3.000 Euro jährlich hier wohl das beste Angebot. Verglichen mit Google Drive, kommt man hier 600 Euro günstiger weg.

Apple iCloud

Ein umfassendes Cloud-Paket, aber nicht ideal für große Dateien

Jeder mit einer Apple ID erhält 5 GB kostenlosen iCloud-Speicher, auf den man vom iPhone, iPad oder über die iCloud-Seite zugreifen kann. Diese Speicherlösung von Apple ist gut für die Grundlagen, also wenn man Dokumente, Fotos und Videos speichern möchten. Wie der Service von Google bietet iCloud allen Anwendern eine eigene Sammlung von Produktivitätsanwendungen, die sich hier Pages, Numbers und Keynote nennen. Auch ist eine geräteübergreifende Echtzeit-Zusammenarbeit möglich und Dateien wie beispielsweise iMessages, Kalendereinträge, Erinnerungen und Notizen werden in die Cloud übertragen.

Der Vorteil von dieser Anwendung gegenüber anderen Cloud-Diensten, liegt ganz klar in der Benutzeroberfläche. Die ist übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Der Apple Dienst ist jedoch nicht nur ein Online-Workspace, sondern kann auch Backups des iPhones und iPads abspeichern, falls man die Daten auf einem neuen Gerät wiederherstellen muss. Doch man sollte auch bedenken, dass 5 GB Speicherplatz schnell aufgebraucht sind.

Apps: iCloud gibt es natürlich für alle iOS-Geräten wie iPhone und iPad sowie MacOS und Windows. Derzeit gibt es jedoch noch keine Android-App.

Upgrade: Wenn man 1 Euro pro Monat bezahlt, werden dem iCloud-Konto 50 GB hinzugefügt. Für 3 Euro gibt es 200 GB Speicherplatz und 10 Euro monatlich bezahlt man für 2 TB. Darüber hinaus gibt es kein weiteres Angebot mehr.

Dropbox

Eine anständige Cloud-Option, die sich kaum abhebt

Ein Konto bei Dropbox bringt einem erstmal nur 2 GB Cloud-Speicher. Das ist nicht gerade viel und somit auch das niedrigste Angebot unter allen hier vorgestellten Diensten. Ohne einen Aufpreis zahlen zu müssen, kann man in Dropbox Paper, einem Textverarbeitungsprogramm, mit anderen in Echtzeit zusammenarbeiten. Das Ganze ist derzeit auf Textdokumente beschränkt, obwohl Benutzer auch gespeicherte Word- oder Excel-Dokumente problemlos öffnen und bearbeiten können. Wer bei Dropbox für mehr Speicherplatz bezahlt, bekommt eine Vielzahl von Funktionen freigeschaltet. Dropbox Plus-Benutzer erhalten somit 1 TB Cloud-Speicher, Offline-Dateizugriff und die Möglichkeit, Fotos und Videos von ihrem Smartphone direkt zu importieren.

Dropbox Professional erhöht die Speicherkapazität auf 2 TB und erweitert das Angebot von Plus nochmal um weitere Funktionen. Vor allem kann man dann gelöschte Dateien und Änderungen an diesen Dateien noch 120 Tage danach wiederherstellen oder lokale Datenautomatisch über Smart Sync aktualisieren. Es steht außerdem die Showcase Funktion zur Verfügung – eine Art thematisches Portfolio für unterschiedliche Inhalte, die übersichtlich gestaltet und organisiert werden. Die höchste Ebene nennt sich Dropbox Business und ist für Unternehmen und Gruppen gedacht. Hier hängen die Speicherplatz-Optionen und Preise von der jeweiligen Teamgröße ab.

Apps: Dropbox ist für iOS und Android sowie unter macOS und Windows verfügbar. Man sollte jedoch bedenken, dass nur die Professional-Ebene die Smart Sync Funktion erlaubt.

Upgrade: Für 1 TB Speicherplatz und weitere Funktionen mit Dropbox Plus zahlt man etwa 8 Euro im Monat. Die Professional Variante verdoppelt sowohl den Speicherplatz als auch den Preis.

Box

Gute Grundlagen, bietet für einen Aufpreis jedoch nicht viel mehr

Der Cloud-Dienst Box war mir bisher völlig unbekannt, existiert aber tatsächlich schon seit 2005. Wenn man sich hier für das Basic-Konto anmeldet, erhält man direkt 10 GB Cloud-Speicher kostenlos, was schonmal ein guter Anfang ist. Ähnlich wie bei Dropbox ermöglicht Box seinen Benutzern die Erstellung von Textdokumenten, die in Echtzeit mit Kollegen bearbeitet werden können. Man kann auch Texte und andere Arten von Dokumenten mit der Office-Tools-Integration von Microsoft bearbeiten, sodass man nicht zwangsläufig auf die hauseigenen Box-Anwendungen zurückgreifen muss. Was dem Dienst fehlt, ist eine sinnvolle Steigerung von kostenpflichtigen Upgrades. Das lässt sich aber vertrösten, gerade wenn man sich die Kompatibilität zu anderen Geräten anschaut.


Apps: Box Drive ermöglicht den Desktopzugriff auf den Cloud-Speicher und aktualisiert automatisch, wenn man ein Element bearbeitet. Die App für iOS und Android ermöglichet einem, Dateien für den Offline-Zugriff zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist der Dienst mit Blackberry und Windows Phone Geräten kompatibel.

Upgrade: 4,50 Euro werden für 100 GB pro Monat fällig und mit dem Business-Packet sind es 13,50 Euro für anscheinend unbegrenzten Speicherplatz (laut Webseite). Der Unterschied zwischen dieser und der Business Plus-Variante besteht zwar im Preis, jedoch nicht in dem verfügbaren Speicherplatz. Beide unterscheiden sich wohl in den Funktionen und werden für unterschiedliche Teamgrößen empfohlen.

via: theverge