Ulo Cam auf dem Tisch

Smart Home
Ulo: Die süßeste Überwachungskamera der Welt

Bei Kickstarter ist aktuell mit Ulo eine Überwachungskamera zu haben. Was macht sie besonders? Nun, sie ist definitiv putziger als andere Kameras dieser Art - wir stellen euch die Cam in unserem Beitrag vor. 

Auch Kamera-Überwachung spielt eine Rolle im smarten Zuhause, so viel steht mal fest. Wir wollen nicht nur die eigenen vier Wände überwachen können, wenn es drauf ankommt, sondern das Ganze am besten dann auch übers Smartphone kontrollieren können. Ulo ermöglicht uns exakt das – und bietet noch ein kleines bisschen mehr.

Was ist Ulo? Grundsätzlich erst einmal eine Überwachungskamera. Sie ist derzeit bei Kickstarter zu haben und kann noch etwa einen Monat lang für 149 Euro erworben werden, nachdem die 99 Euro Early Birds schnell ausgeflogen waren – ausgeliefert wird die Kamera dann erst in einem Jahr.

Wieso sollte man knapp 150 Euro für eine Security Cam zahlen, die man erst in einem Jahr bekommt? Zunächst mal aufgrund der Funktionen: Ihr könnt sie innerhalb eurer Bude dank Magnete überall anbringen, auch an der Wand. Dann habt ihr verschiedene Möglichkeiten: Einmal könnt ihr Ulo Live-Video übertragen lassen, welches dann auf einer sicheren Seite im Netz von euch eingesehen werden kann.

Dabei seid ihr also nicht auf eine spezielle App angewiesen, sondern könnt das Geschehen im überwachten Raum über jeden verfügbaren Browser verfolgen. Auf Wunsch macht Ulo auch Fotos, die ihr je nach Vorliebe entweder ebenfalls auf einer sicheren Seite betrachten könnt, oder ihr lasst sie euch per Mail oder gar direkt in die Dropbox oder zu Google Drive schicken. Für den Fall, dass ihr Fotos und Videos nicht online braucht, werden sie lokal auf einer SD-Karte abgespeichert.

Einen Alert-Mode gibt es auch, bei dem automatisch die Cam aktiviert wird, wenn im Raum eine Bewegung erkannt wird. Passiert das, wird eine kurze Videosequenz aufgezeichnet und direkt ans Smartphone geschickt. Somit seid ihr immer im Bilde, wenn sich doch mal ungebetene Gäste im Haus herumtreiben sollten.

Dank des entsprechenden Moduls könnt ihr die Cam mit eurem WLAN verbinden und diese Verbindung ist auch Voraussetzung dafür, dass Ulo hundertprozentig seinen Funktionsumfang ausschöpfen kann, beispielsweise bei besagtem Alert-Mode:  Ihr aktiviert ihn manuell, ab da filmt die Cam dann automatisch, wenn eine Bewegung erkannt wird und euer Smartphone nicht mehr im WLAN auftaucht. Kommt ihr nach Hause und das WLAN erkennt euer Smartphone, wird der Alarm-Modus dann wieder automatisch deaktiviert.

Kamera mit Cuteness-Faktor

Wo ist jetzt aber der Clou dieser Cam? Kurz gesagt: Es ist das Aussehen und die Interaktion mit den Leuten, die sich im Raum befinden. Ulo sieht aus wie eine Cartoon-Eule und Ulo-Erfinder Vivien Muller aus Frankreich hat ihr ein paar große Augen verpasst, besser gesagt, zwei 1,22-inch große, runde LCD-Displays. Diese Displays – ursprünglich für Smartwatches produziert – zeigen euch halt eben nur die Augen dieser kleinen Eule an und sollen eine besondere Interaktion ermöglichen. Muller setzt darauf, dass man sich rudimentär verständigen kann über Blicke, egal welche Sprache man spricht. Deshalb gibt es verschiedene Dinge, die wir an den Augen ablesen können:

Ulo am Tag

Bewegt ihr euch durch den Raum, folgen die Augen euch auf Schritt und Tritt. Macht ihr ein Foto, zwinkern die Augen und wenn das Live-Video-Feature aktiv ist, schielen sie. Auch für den Fall, dass der Akku langsam die Grätsche macht, hat sich der Ulo-Macher was überlegt – dann nämlich seht ihr bei der Eule besonders schläfrige Augen und wisst direkt mit einem Blick, dass ihr eurem smarten Mitbewohner wieder eine Portion Strom zukommen lassen müsst. Der Akku hält übrigens zwei Tage, wenn die Augen ständig aktiv sind und bis zu einer Woche im Alert Mode. Alternativ könnt ihr natürlich die Kamera auch ständig via USB angeschlossen lassen.

Ulo Akku leer

Über die App, die es sowohl für iOS als auch Android gibt, könnt ihr die Augen noch modifizieren und sowohl die Art der Pupillen als auch die Farbe anpassen – so, dass die Cam auch farblich besser zu eurer Einrichtung passt. Einbrechern dürfte das vermutlich herzlich egal sein, welche Augenfarbe eine Eulen-Kamera besitzt, aber für euch als Bewohner ist es vielleicht ein nettes Gimmick. Über die IFTTT-Kompatibilität könnt ihr weitere Funktionen ergänzen, so dass beispielsweise automatisch das Licht eurer Philips Hue-Lampen angeht, wenn Ulo nachts eine Bewegung im Raum erkennt, oder die Temperatur auf eine bestimmte Grad-Zahl erhöht wird, wenn Ulo erkennt, dass jemand sich im überwachten Bereich bewegt.

ulo specs

Tippt ihr dem kleinen Kerl übrigens auf die Birne, könnt ihr Ulo an- oder ausschalten, bei zweimal Tippen aktiviert ihr den Alert Mode. Sollte jetzt ein Einbrecher die Eule als Überwachungskamera entlarven, bringt ihm das übrigens nichts: Selbst, wenn er die Cam deaktivieren kann, hat sie vorher ein Foto von dem Eindringling gemacht und auch das Stehlen der Kamera ist nicht zu empfehlen – in dem Fall nämlich, dass jemand versucht, Ulo ohne euer Passwort ans Laufen zu bringen, schickt euch die Eule die Location (IP), macht noch flott ein Foto und ist ab da dann nicht mehr zu gebrauchen für den Dieb.

Künftig soll Ulo noch ein bisschen knuffiger werden, indem auch Dritte dafür sorgen können, dass seinen Augen neue Animationen verpasst werden. Aktuell kann Ulo schon ein paar verschiedene Ausdrücke – so kann er überrascht schauen oder fröhlich, kann aber auch grummelig dreinschauen. Als Beispiel wird auf der Kickstarter-Seite erklärt, dass man Ulo dank IFTTT ans Wetter koppeln könnte: Regnet es, schaut Ulo eben grumpy.

Für 150 Euro bekommt ihr hier also zweierlei: Einmal die Cam mit seiner eigentlichen Hauptfunktion und das zum anderen eben in einem Design, welches aus einem Security-Instrument eher sowas wie einen süßen, kleinen Mitbewohner macht. Ich denke, es ist sicher nicht das letzte Mal, dass wir einen solchen Ansatz sehen, der uns auf diese Weise ein Smart Home-Gadget menschlicher machen möchte.

Ob euch das nun aber 150 Euro wert ist, dass eure Überwachungskamera schrecklich niedlich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden – behaltet dabei im Hinterkopf, dass noch ein paar Stretchgoals erreicht werden können: Werden 299.000 Euro erreicht (aktuell stehen wir bei etwa 230.000 Euro) gibt es einen eingebauten Speaker, eine FullHD-Kamera und einen Micro-USB-Port, bei 399.000 Euro will man zudem dafür sorgen, dass Ulo wasserdicht wird, also auch im Garten zum Einsatz kommen kann. Was sagt ihr – witzige und interessante Nummer oder eher Schnapsidee?

Quelle: Kickstarter via Crave