Im Fokus: Facebook
Umfrage: Würdet ihr ein kostenpflichtiges Facebook nutzen?

Gestern sprach Mark Zuckerberg erstmals vor US-Kongressabgeordneten zum Thema Facebook. Auch über ein kostenpflichtiges Facebook wurde geredet. Was würdet ihr davon halten und wie viel wäre es euch wert?

Gleich geht es weiter: Runde Zwei im Duell “Mark Zuckerberg vs. US-Kongressausschüsse”. Ich werde mich noch ausführlicher dazu melden, was da gestern Nacht unserer Zeit zu beobachten war und wie ich das Gesagte und Gezeigte einschätze. Dazu möchte ich aber auch noch den besagten zweiten Teil abwarten und schauen, ob die Senatoren — oder auch der Facebook-Chef — anders vorbereitet präsentieren.

Eine wichtige Aussage, die Mark Zuckerberg gestern vor den Augen der Welt tätigte: Facebook wird unter seiner Regie auch immer kostenlos verfügbar sein. Er ließ allerdings auch durchblicken, dass er gerade in letzter Zeit immer wieder auch auf eine kostenpflichtige Alternative angesprochen würde. Und wenn wir uns erinnern: Letztes Jahr hörten wir zwar nicht von einem komplett kostenpflichtigen Facebook, aber zumindest von einer vorstellbaren Bezahlschranke für News.

Auf mich wirkt es so, als habe er sowas vorher kategorisch ausgeschlossen, lässt sich nun aber doch mehr auf diese Idee ein und spielt sie sicher in Gedanken auch schon mal durch. Von einem Senator angesprochen, antwortete Zuckerberg gestern wie folgt:

Das sind bestimmt vernünftige Gedanken. Aber am Ende ist die werbefinanzierte Variante die beste, glaube ich.” Mark Zuckerberg, Facebook CEO

Insgesamt machte Mark Zuckerberg den Eindruck, als schließt er es ganz bewusst nicht aus und dennoch glaube ich nicht, dass Facebook tatsächlich mittelfristig als werbefreie, kostenpflichtige Version vorliegen wird. Aber was, wenn sich das Unternehmen doch zu diesem Schritt entscheiden würde? Was würde es bedeuten, wenn Facebook kostenpflichtig würde?

Okay, es wäre natürlich erst einmal frei von Werbung. Würde sich sich das überhaupt rechnen? Ich behaupte mal: Ja, locker. Wie die Tagesschau berichtet, hätten Experten bereits einen monatlichen Preis kalkuliert, der bei etwa sieben US-Dollar liegen würde, umgerechnet also etwas mehr als 5,60 Euro pro Monat.

Gleichzeitig erwähnt die Tagesschau auch eine — nicht repräsentative Umfrage — der Washington Post. Dort hätten lediglich 40 Prozent der Abstimmenden angegeben, dass sie bereit wären, für Facebook einen Betrag zu entrichten, nicht einmal 20 Prozent der Befragten würden den Betrag von sieben Dollar akzeptieren.

Aber selbst, wenn tatsächlich die meisten nicht mitziehen wollen würden bei einem Bezahlangebot, würde der Rubel rollen. Geht mal davon, dass nicht 20 Prozent, nicht einmal 10 Prozent, sondern vielleicht lediglich ein einziges Prozent die kostenpflichtige Alternative wählen würde. Selbst dann wären es knapp 1,4 Milliarden US-Dollar im Jahr, wenn wir von sieben Dollar im Monat ausgehen.

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Die wären sicher mehr als nur ein nettes Zubrot auf die weiterhin sprudelnden Werbeeinnahmen, die durch die anderen 99 Prozent der Nutzer generiert werden, findet ihr nicht? Aber damit ich jeden Monat 5-6 Euro in Facebook investiere, müsste man mir dort schon mehr bieten als lediglich Werbefreiheit und Datensicherheit.

Ich persönlich würde mir zusätzliche Features wünschen. Ich hätte dann gern endlich eine Vanity-URL, die nur vier Zeichen lang ist (“Casi” statt das aktuelle facebook.com/carsten ), das geht bei Mark Zuckerberg (Zuck) ja schließlich auch. Ich würde mir wünschen bzw. könnte mir vorstellen, dass ich Bilder in Originalgröße hochladen dürfte, dass Suchfunktionen aufgebohrt würden und ich meinen Feed deutlich besser steuern könnte.

Klar ist für mich, dass die kostenpflichtige Ausführung des Social Networks aufgebohrt werden müsste, also Facebook auf die kostenlose, jetzt verfügbare Version noch was drauf packen muss. Undenkbar wäre für mich hingegen, wenn das kostenlose Facebook beschnitten würde und einige aktuell kostenlose Funktionen dann nur noch gegen Bezahlung zu haben wären.

Aber gehen wir einfach mal davon aus, dass für etwa sechs Euro im Monat die Werbung verschwindet und Facebook “Pro” zudem um Funktionen erweitert würde. Unter solchen Bedingungen wäre ein Service, den ich stundenlang tagtäglich nutze, absolut auch 72 Euro im Jahr wert. Aber wie sieht es bei euch aus? Wäre es euch das wert bzw. wie viel wäre es euch wert? Oder würdet ihr bei der kostenlosen Variante bleiben? Lasst es mich in unserer Umfrage — und gerne auch in den Kommentaren — wissen: