Kommentar
Von Depressionen, Aufmerksamkeitsspannen und schlechter werdenden Bands

Der Tod von Chester Bennington sorgt - wieder einmal - dafür, dass das Thema "Depressionen" in aller Munde ist. Das ist gut so, aber das Interesse wird wieder abflauen -- bis zum nächsten prominenten Toten. Ein paar Gedanken dazu.

Sorry, Tech-Freunde — dieses ist wieder eher eines dieser Befindlichkeits-Postings, die ich ganz gerne dann verfasse, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mir ein wenig Luft verschaffen muss. Das ist meistens dann der Fall, wenn mich ein Thema emotional sehr packt und nicht selten passiert das, wenn ein sehr geschätzter Mensch verstorben ist. In solchen Momenten ist mir dann halt weniger nach technischen Daten, geleakten Smartphones und smarten Gadgets zumute, also seht es mir nach — danach konzentriere ich mich wieder auf Tech, versprochen.

Worum es geht, ist vermutlich klar: Chester Bennington, langjähriger Sänger und Songwriter bei Linkin Park, hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Ähnlich wie beim letztjährigen Ableben von Prince, David Bowie und George Michael schlug sein Tod auch im Netz riesige Wellen. Über die Diskussion, ob bzw. wie man um Prominente zu trauern hat, möchte ich aber nicht schon wieder reden. Dazu habe ich mich hier auf dem Blog bereits ausführlich ausgelassen.

Liebe Facebook-Freunde: Lasst mich doch trauern…

Im Gegensatz zu den oben genannten Künstlern hat Chester sich den Tod selbst gewählt. Genau wie sein Freund Chris Cornell (Sänger von Soundgarden und Audioslave), der diesen schrecklichen Ausweg nur wenige Wochen vor ihm wählte, erhängte er sich — an Cornells Geburtstag. Ein depressiver, alkohol- und drogensüchtiger Superstar: Das wird auch im Netz gleich ganz anders behandelt als das „normale“ Versterben eines Stars.

80 Millionen Experten

Als ich vor Ewigkeiten erstmals den Begriff „Schwarmintelligenz“ hörte, assoziierte ich irgendwas damit, was tatsächlich mit Intelligenz zu tun hat. In Wirklichkeit, so scheint es fast, ist diese Schwarmintelligenz eher eine diffuse Masse an Menschen, die je nach aktueller Lage in Deutschland mal aus 80 Millionen Bundestrainern, mal aus 80 Verteidigungsministern oder — wie neulich — mal aus 80 Millionen G20-Experten besteht.

Aktuell sind es also 80 Millionen Experten zum Thema „Depression“. Jeder hat dazu eine Meinung derzeit, was grundsätzlich ja auch absolut in Ordnung ist. Es ergibt ja durchaus Sinn, auch solche Themen kontrovers zu diskutieren und gerade die widerwärtige Krankheit namens Depression gehört in die Öffentlichkeit. Dummerweise leben wir in Zeiten, in denen viel zu selten ergebnisoffen diskutiert wird und es zu vielen Menschen einfach nur darum geht, um jeden Preis auf seiner Meinung zu beharren.

„…aber er hatte doch alles“

Das ist jetzt leider auch im Fall Chester Bennington der Fall. Eine der prominentesten Meinungen dazu beschäftigt sich damit, dass er doch scheinbar alles hatte, was ein Mensch sich wünschen kann: Er war verheiratet, hatte eine Frau und aus zwei Ehen insgesamt sechs Kinder, die ihn lieben, außerdem war er ein millionenschwerer Superstar, dem weltweit die Herzen zuflogen und der mit so unfassbar viel Talent gesegnet war.

Die Depression ist wie ein dunkler Begleiter, der immer mit euch unterwegs ist. Mal latscht er nur gemütlich nebenher und sorgt dafür, dass ihr auch an tollen Tagen ein Gefühl in euch tragt, dass irgendetwas nicht richtig sei. An den schlimmen Tagen jedoch hält er euch fest umklammert.

Die einen sagen daher, dass sie es nicht verstehen können, wieso ein solcher Mensch nicht glücklich ist und diesen Ausweg sucht. Die anderen sind sogar enttäuscht und sauer, weil Bennington trotz Ruhm, Reichtum und einer liebenden Familie allen Menschen in seinem Umfeld solches Leid zufügt durch den Freitod.

Lasst es euch von jemandem gesagt sein, der die Diagnose „Depression“ leider nicht nur vom Lesen oder vom Drüber-Reden kennt: Diese Krankheit kann euch jegliches Glück nehmen oder zumindest zeitweise verhindern, dass ihr euer eigenes Glück erkennen könnt. Es ist wie ein dunkler Begleiter, der immer mit euch unterwegs ist. Mal latscht er nur gemütlich nebenher und sorgt dafür, dass ihr auch an tollen Tagen ein Gefühl in euch tragt, dass irgendetwas nicht richtig sei.

An den schlimmen Tagen jedoch hält er euch fest umklammert. Kein Geld der Welt und keine Liebe kann bei einer ausgeprägten Form dieser Krankheit bewirken, dass ihr den Sinn eurer Existenz noch erkennen könnt. In einem Interview aus diesem Jahr findet Chester Bennington ziemlich deutliche und treffende Worte, um zu beschreiben, was in ihm vorgeht:

Auch er spricht davon, dass ihm Leute immer wieder sagen, dass er doch zufrieden sein müsste mit seinem Leben, aber der Erfolg mit Linkin Park und sein Liebesglück konnten auch nicht bewirken, dass sich in seinem Kopf die Dinge auch nur ein kleines bisschen anders anfühlten als den Rest seines Lebens.

If they say Who cares if one more light goes out? In the sky of a million stars It flickers, flickers Who cares when someone’s time runs out? If a moment is all we are Or quicker, quicker Who cares if one more light goes out? Well I do

Ein Gedanke noch zu Kommentaren, in denen es heißt, man hätte ihm doch helfen müssen: Er hat in seinen Texten seine Gefühle und sein Befinden sehr oft thematisiert und auch sehr deutlich. Glaubt mal, dass seine Band-Mates, seine Freunde und seine Familie um seine Lage wussten und sicher alles dafür getan haben, dass es ihm besser geht. Wir neigen dazu, gerade in schlimmen Situationen immer einen Schuldigen benennen zu wollen, weil es so eine Geschichte für uns erträglicher macht — manchmal gibt es aber einfach keinen Schuldigen, den man anzählen kann.

„Selbst Schuld — er hätte die Finger von den Drogen lassen sollen“

Eine weitere Analyse von selbsterklärten Depressions-Experten lässt einen anderen Grund für die Probleme des Chester Bennington erkennen: Er war süchtig – nach Drogen und Alkohol. Es ist die immerjunge Geschichte von dem Rock ’n Roll-Star, der mit dem Ruhm einfach nicht klar kommt und früher oder später in der Sucht landet.

Auch hier gilt wieder: So eine Vermutung ist schnell getippt, ein Urteil viel zu schnell gefällt. Hätte er die Finger davon gelassen, dann würde er jetzt noch leben. Ja klar – die selbsternannten Experten sind nämlich auch oftmals Hellseher, so scheint es. Die Wahrheit ist vielmehr, dass der Junge, der nach eigener Aussage seit seinem siebten oder achten Lebensjahr bis in die Pubertät sexuell missbraucht wurde, aus genau diesem Grund schon sehr früh zu Drogen griff.

Es ist also kein Ruhm, keine Langeweile oder das übliche Rockstar-Ding. Das soll keine Drogensucht rechtfertigen, erklärt es aber zumindest so gut, dass im Grunde jedem sein „er hätte das lassen sollen“ im Halse steckenbleiben müsste.

Kleiner Exkurs: „Früher war die Musik besser“

„Die sind nicht mehr so super wie früher“, „Die sind mir viel zu kommerziell geworden“, „Nach 1993 haben die nur noch Scheiße produziert!“ – so und so ähnlich lese ich es immer und immer wieder. Das passt zum aktuellen Sound von Linkin Park, aber ich höre es auch bei anderen Bands noch und nöcher: Beispielsweise bei Coldplay oder auch meinen persönlichen Heroes von Depeche Mode.

Unabhängig davon, was solche Fan-Reaktionen in Musikern anrichten können: Auch hier bin ich wieder der Meinung, dass daran nichts Verwerfliches ist, wenn man seine Meinung zu dem musikalischen Output von wem auch immer kommuniziert. Ich selbst lese die obigen Sätze nicht nur selbst, mitunter kommen sie mir selbst über die Lippen. Aber der Ton macht die Musik!

Linkin Park ist dafür ein perfektes Beispiel, denn mit diesem neuen Sound bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Viel zu weichgespült klingt es in meinen Ohren und viel zu wenig nach dem brachialen Sound, für den ich Linkin Park viele Jahre so geschätzt habe. Ich weiß, dass ich manchmal echt ein Penner sein kann und mich auch mal im Ton vergreife, aber ich versuche stets, mein persönliches Missfallen auch als solches zu kommunizieren — also als eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Weder Linkin Park, noch Depeche Mode, Coldplay oder welche Band auch sonst ist heute noch musikalisch hochbegabt und am nächsten Tag komplett verblödet. Es ergibt also überhaupt keinen Sinn, von jetzt auf gleich einem Künstler sein musikalisches Talent abzusprechen, bloß weil man eine stilistische Neuausrichtung nicht nachvollziehen kann.

Gilt auch für mich und Linkin Park: Die neuen Songs mag ich nicht, die Band und deren altes Material liebe ich aber selbstverständlich immer noch. Es ist eine ganz normale Geschichte: Wir alle verändern uns unser ganzes Leben lang und entwickeln uns weiter. Das gilt eben auch für den Musikgeschmack und das gilt besonders für den Musikgeschmack der Künstler, die wir anbeten. Depeche Mode werden nicht nochmal „Speak and Spell“ einspielen (zum Glück) und Linkin Park hatten nie den Plan, nochmal ein „Hybrid Theory“ oder „Meteora“ aufzunehmen.

Worauf ich hinaus will mit diesem kleinen Exkurs: Sagt ruhig, wenn euch irgendwas musikalisch so gar nicht mehr zusagt. Erst recht, wenn es von einem Act kommt, den ihr vormals vergöttert habt. Aber lasst es doch bitte, all diejenigen, die die Musik immer noch mögen, tagtäglich belehren zu wollen und ihnen zu erklären, dass die Musik jetzt nun mal „faktisch“ Scheiße ist.

Wie gesagt komme ich an die neuen Linkin Park-Songs auch nicht mehr ran musikalisch. Textlich hat Chester aber auch auf „One more light“ wieder absolut abgeliefert. Rückblickend betrachtet hat er uns aber auch immer und immer wieder erzählt, dass er einen ständigen Kampf mit seinen Dämonen kämpft. In „Talking to myself“ schildert er seine Situation — aber aus der Sicht seiner Frau:

Tell me what I’ve gotta do There’s no getting through to you The lights are on but nobody’s home You say I can’t understand But you’re not giving me a chance When you leave me, where do you go?

Tabu-Thema Depression – wo stehen wir gerade?

Ich habe diesen Artikel „Von Depressionen, Aufmerksamkeitsspannen und schlechter werdenden Bands“ getauft. Zwei Punkte habe ich in diesem Beitrag schon abgearbeitet, kommen wir jetzt also zur Aufmerksamkeitsspanne. Wir leben in Zeiten, in denen sich Themen auch in den Nachrichten schnell abnutzen. Keine Naturkatastrophe ist so schlimm, dass sie nicht nach wenigen Tagen ins zweite oder dritte Glied der Berichterstattung zurückgeworfen wird.

Ähnlich ist es auch bei einer so tragischen Geschichte wie der des Selbstmordes von Chester Bennington: Ähnlich wie damals beim Freitod des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke (dessen Tod sich übrigens in diesem Jahr bereits zum achten Male jährt) ist das Thema Depression plötzlich wieder in aller Munde.

Lesenswert: Das Digitale der Depression: Twittern #ausderklapse

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Wenn ich mich zurück an Robert Enke erinnere, dann hatte ich damals schon das Gefühl, dass der Ton im Netz ein rauer ist. Wie viel schlimmer heute diskutiert wird, wissen wir leider alle. Auch die pietätlosen Postings und überflüssigen Beschimpfungen in Situationen wie diesen haben seitdem dramatisch zugenommen.

Damals hatte ich das Gefühl, dass wir erstmals ernsthaft in der Öffentlichkeit über Depressionen und über Depressive reden, ohne dass es den Anschein erweckte, wir würden einen Tabubruch begehen. Dummerweise ist die Aufmerksamkeitsspanne auch bei diesem Thema eine sehr geringe. Soll heißen: Ein, zwei Wochen lang wurde in den Medien die Depressions-Sau durchs Dorf getrieben, sehr nachhaltig schien es mir aber nicht zu sein. Schon kurze Zeit später wurde in den Stadien wieder aus voller Kehle gegen Spieler gepöbelt und gebasht, nachdem vorher alle einhellig beteuerten, dass wir menschlicher miteinander umgehen müssten.

When you and your mom wait all day to see your favorite band, and you know it was totally worth it.

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Lese ich heute Artikel zum Thema Selbstmord oder zum Thema Depression allgemein, dann bilde ich mir zumindest ein, dass es besser geworden ist. Es wird differenzierter besprochen, außerdem wird fast stets am Artikelende darauf hingewiesen, wo man Hilfe in Anspruch nehmen kann, wenn man selbst betroffen ist. Die Depression ist kein Tabuthema mehr, das glaube ich schon.

Dennoch fürchte ich, dass es immer den Tod eines Prominenten braucht, um dieses schwierige Thema in die Köpfe derjenigen zu pflanzen, die glücklicherweise nicht betroffen sind. Und dieses in-die-Köpfe-pflanzen ist so unsagbar wichtig, weil wir eben nicht nur „mal scheiße drauf“ sind, oder „’ne schlechte Phase“ haben, die man mit einem Schulterklopfen und einem gemeinsamen Bier in den Griff bekommt.

Der Blick in unzählige Kommentarspalten hat mir gezeigt, dass immer noch viel zu wenige Menschen auch nur eine leise Ahnung davon haben, was eine Depression mit einem anstellt. Das Problem: Es gibt nicht die Depression, die man auf Anhieb erkennen kann, weil sie immer gleich auftritt.

Die Krankheit ist so unterschiedlich, wie wir Menschen es auch sind. Und ihr erkennt Betroffene nicht daran, dass jemand mit hängendem Kopf durch die Stadt stapft oder sich eine Klinge ans Handgelenk hält. Berücksichtigt, dass gerade Depressive oft perfekt gelernt haben, euch den gesunden Menschen vorzuspielen. Weil man zu funktionieren hat, weil man vielleicht einfach Gespräche vermeiden möchte und weil man auch seinen Freunden nicht immer wieder was vorjammern mag. Kann ich gleichzeitig lustige Memes oder witzige Sprüche auf Facebook raushauen und dabei heulend zuhause sitzen? Natürlich! Kann ich ein tolles Wochenende mit Freunden feiern und schon einen Tag später das Gefühl haben, nicht mehr das Haus verlassen zu können? Selbstverständlich!

Lest euch vielleicht diesen Beitrag mal durch, über den ich auf Facebook gestolpert bin. Sie schreibt es ganz gut auf wie ich finde — besser, als ich es gerade könnte:

Und das Fazit?

Wenn man selbst neben der Spur steht, dann kommen Artikel wie dieser raus, die vielleicht nicht so schön strukturiert sind, wie man es selbst gern hätte. Dummerweise gibt es zu diesem unschönen Thema auch kein perfektes Fazit oder eine überzeugende Strategie. Ich will euch aber abschließend wenigstens noch kurz sagen, wieso ich diesen Exkurs in den Artikel eingebaut habe, in dem es um die Kritik am Schaffen eines Künstlers geht:

Schreibe ich bei mir oder einem von euch, dass Linkin Park der letzte Rotz ist aus irgendeinem Grund, dann ist das nicht schön, aber vermutlich auch kein Problem für die Band selbst. Schreibe ich es aber auf die Seite von Linkin Park oder beschimpfe sie zusammen mit unzähligen anderen direkt auf Twitter, dann ist es eine andere Nummer.

I tried so hard and got so far But In the End, it doesn’t even matter I had to fall to lose it all But In the End, it doesn’t even matter

Ein Mensch wie Chester Bennington hat vermutlich über die Jahre gelernt damit zu leben, dass er nicht nur von vielen für seine Kunst vergöttert wird, sondern dass da auch immer Tausende sind, die ihn überall aufs Übelste beleidigen. Ich kannte Chester nicht und kann nicht sagen, wie hart ihn diese vielfache Kritik trifft. Der eine geht besser damit um, der andere schlechter.

Ich weiß aber, dass es mich trifft, wenn ich in Kommentaren unter einem Artikel lese, dass ich zu dumm bin, um über Thema XY zu schreiben, oder dass ich vermutlich nie einen Schulabschluss gemacht habe, weil jemand in einem 1000-Wörter-Text zwei Schreibfehler gefunden hat.

An vielen anderen prallt sowas ab – bei mir ist das nur an guten Tagen so. Konstruktive Kritik freut mich, logisch — nicht, dass ihr das jetzt hier falsch versteht. Der Punkt ist: Vielleicht meint ihr es gar nicht so böse, wenn ihr einen Menschen mal etwas schroffer angeht – egal, ob unter Artikeln oder unter Facebook-Postings.

Ihr — diejenigen, die nicht unter der Krankheit leiden — habt es wahrlich nicht leicht, so viel steht mal fest: Ein depressiver Mensch ist nun mal nicht einfach zu erkennen und selbst, wenn ihr wisst, dass jemand depressiv ist, gibt es kein Patentrezept, wie man mit dieser Person umgehen kann.

#seidlaut

Daher kann ich euch eigentlich nur einen einzigen klitzekleinen Tipp geben und der sollte pauschal und für uns alle gelten, nicht nur für Kranke: Wir sollten vor unserer nächsten Beleidigung unter einem Facebook-Posting oder auf Twitter einfach kurz in uns gehen, ein wenig nachdenken — und einfach kein Arschloch sein.

Den Betroffenen rate ich: Wenn ihr stark genug seid, geht offen damit um, seid laut! Das kann und will nicht jeder, verstehe ich. Aber je mehr Menschen darüber reden, desto weniger Depressive werden stigmatisiert und desto mehr Gesunde können damit umgehen und gegebenenfalls helfen.

Vermutlich schlagen jetzt wieder viele die Hände über dem Kopf zusammen (vielleicht auch meine Mobile Geeks-Kollegen, denen ich hier ohne Absprache einen solchen Emo-Post reindrücke), aber viele Gedanken schleppe ich jetzt seit dem Tod von Chester Bennington mit mir herum, manche schon deutlich länger. Chester hat in seinen Songtexten Dampf ablassen können – mein Ventil ist vermutlich dieses Blog. Seht es mir also nach — und wie eingangs schon erwähnt: Der nächste Artikel dreht sich wieder um Technik, versprochen!

Hier zum Abschluss noch ein Song, der mir in dieser Acapella-Version am letzten Wochenende eine Gänsehaut bereitete und mir die Tränen in die Augen trieb. Beim Amphi-Festival in Köln wurde das in Gedenken an Chester als Intro gespielt, bevor die erste Band die Bühne betrat:

Habt ihr das Gefühl, dass euer Leben ausweglos ist und plagen euch vielleicht sogar suizidale Gedanken? Schnappt euch jemanden zum Reden! Vertraut euch Freunden oder Familie an – eine Situation ist niemals so bedrohlich, dass sich nicht ein deutlich besserer Weg findet als ein Selbstmord. Also – seid laut!

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und für jedermann 24/7 erreichbar unter den Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Diese Telefonate tauchen übrigens weder im Einzelverbindungsnachweis noch auf der Telefonrechnung auf. Alternativ erreicht ihr die Seelsorge auch nach einer kurzen Anmeldung im Chat oder per Mail!