VW Radlerwarnnung
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VW: Kommende Lichtfunktionen und Lichtinnovationen

VW lud zu einem Licht-Workshop nach Wolfsburg. Es war zwar spannend, aber mein grippaler Infekt lacht sich seitdem scheppich.

von Robert Basic am 24. Oktober 2018

Hamid: „Wozu ist das?“
Rambo: „Das ist blaues Licht.“
Hamid: „Und was macht es?“
Rambo: „Es leuchtet blau.“

So stellen sich viele die Funktion des Lichts eben vor, wenn es um Pkws geht. Es soll die Fahrbahn ausleuchten, fertig. Tut es ja auch, mit einigen modernen Funktionen gewürzt, greift man denn auf die modernsten Lichtpakete zurück. Beispiel VW Touareg gefällig?

  • Stadtlicht: Besonders breiter Lichtkegel mit Fokussierung auf die Seiten; bis 50 km/h aktiv.
  • Landstraßenlicht: Abblendlicht mit breiter Lichtverteilung in Richtung Straßenrand.
  • Maskiertes Dauerfernlicht: Dauerhaftes Fernlicht auf der Landstraße, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
  • Autobahnabblendlicht: Schmalerer Lichtkegel, fokussiert auf eine hohe Reichweite bei höheren Geschwindigkeiten.
  • Autobahnfernlicht: Schmalerer Lichtkegel, fokussiert auf eine hohe Reichweite bei höheren Geschwindigkeiten, sobald keine anderen Verkehrsteilnehmer geblendet werden.
  • Überhollicht: Punktgenaues Fernlicht bei Überholvorgängen ohne zu blenden. Das System erkennt, dass der Touareg seitlich ausschert; dieser seitliche Bereich wird nun stärker ausgeleuchtet.
  • Begegnungslicht: Rechte Fahrbahnbetonung bei maskierter Fernlichtfahrt und entgegenkommendem Verkehr. Der Blick wird dadurch mehr auf die eigene Fahrspur gelenkt.
  • Fernlicht: Manuell aktiviertes Fernlicht, um bewusst alle 75 LEDs der Scheinwerfer für eine maximale Ausleuchtung zu nutzen. Im Gegensatz zum Autobahnfernlicht ist der Lichtkegel breiter.
  • Schlechtwetterlicht: Reduziert die nächtliche Eigen- und Fremdblendung auf regennasser Fahrbahn. Die störende Reflexion des Scheinwerferlichts auf der nassen, spiegelnden Fahrbahnoberfläche direkt vor dem Fahrzeug wird verringert, indem das IQ.Light die Beleuchtungsstärke in diesem Bereich reduziert. Des Weiteren wird die Fahrbahn breiter ausgeleuchtet. Die Funktion kann der Fahrer aktivieren und deaktivieren.
  • Schilder-Entblendung: Punktgenaues Dimmen des Fernlichts auf Schildern, damit das reflektierte Licht der Scheinwerfer den Fahrer nicht blendet.
  • Offroadlicht: Besonders kräftiges statisches Abblendlicht, aufgefächert auf 90 Grad Breite, um Hindernisse im Gelände besser erkennen zu können.
  • Markierungslicht (bei „Nightvision“): Fokussiertes Anleuchten der per „Nightvision“ (Infrarotkamera) erkannten Menschen (oder Tiere) ohne zu blenden, um sie für den Fahrer besser erkennbar zu machen.
  • Sequentielles Abbiegelicht: Ermöglicht es, in vielen oben genannten Lichtverteilungen durch gezieltes Aufschalten, Abschalten und diverse Dimmstufen eine optimale Breite der Lichtverteilung zu generieren. Darüber hinaus wird beim Abbiegevorgang schnell „auf-“ und langsam wieder „eingefächert“.

Diese Funktionen bekommt man auch bei anderen Modellen und Marken, die sich in ihrer Ausprägung relativ ähneln. Und in der Tat, sie sind Gold wert. Wer einmal mit einem schön hellen LED-System durch die Nacht gefahren ist, will gar nicht mehr verstehen, wie man überhaupt mit alten Funzeln sicher nach Hause kam. Der Unterschied ist drastisch.

Mein persönliches HighTech-Feature? Wer kann, teste das Infrarotsystem aus. Sämtliche Tiere, Personen, Radler, Bikes und Fahrzeuge aller Bauarten werden in einer angenehmen Grau-Weiß Schattierung ins Cockpit eingeblendet. Für mich das perfekteste Nachtfahrtensystem überhaupt, das besonders bei Schlechtwetter seinen Vorteile ausspielt.

Was wird es Neues geben?

Volkswagen arbeitet in verschiedenen Bereichen an Lichtkonzepten. Die einen gehen klassisch in die Richtung Sicherheit, die anderen Konzepte verfolgen neuartige Kommunikationsansätze mit den Fahren und Straßenverkehrsteilnehmern. Die letztere Stoßrichtung würde ich als persönliche Lichtinszenierung bezeichnen.

Fangen wir einfach lose an. Das „Klick-Klack“ wird wohl in allen VW Modellen Einzug finden: es soll dem Verkehr besser vermitteln, dass man bremst.

Klick Klack

Au den ersten Blick erkennbar: Radler werden gewarnt, dass der Fahrer die Tür aufschwingen wird. Und der Fahrer über eine rote Lichtprojektion davor gewarnt, jetzt die Tür aufzumachen.

VW Radlerwarnnung

Auch eigentlich eindeutig: Ich will abbiegen.

VW Abbiegen

Das Welcome-Light etwas theatralischer inszeniert. Der Lichtkegel simuliert ein freundliches Augenpaar. Laut VW Designer sind hier beliebige, individualisierbare Einstellungen denkbar.

VW Welcome

Auch die Rücklichter bekommen mehr Anzeigeleben eingehaucht:

VW Rücklicht

Rangierlicht für die Umstehenden, Fokus liegt auf der “Positionsanweisung” für den Fahrer. Ähnlich wi beim Flieger? So in der Art.

VW Parken
VW PArken

Eines der allernützlichsten Features für die Zukunft: Eine Engpassmarkierung. Ebenso eine Art Positionslandelicht. Das die exakte Fahrzeugbreite einblendet, wenn man so weiterfährt. Oder den Fahrweg anzeigt, den man besser nehmen sollte.

VW Engstelle
VW Engstelle

Viele Jahre noch bis dahin, aber vollautonome Fahrzeuge müssen irgendwie mit der Umgebung kommunizieren. VW forscht hierbei an einer Art global verständlichem Standard.

VW Autonome Kommunikation

Im Zuge der Weiterentwicklung wird der Fahrer sowieso weiter blicken können, was aber irgendwann eh keinen Sinn mehr macht. Sprich, es ist egal, ob da 300 oder 600 m stehen.

VW Fernlicht

Zu guter Letzt ein Video von einer Fahrt mit einem VW Lichtingenieur in einem Testträger:

So, das war der Lichtworkshop bei VW im Kurzdurchlauf. Ich hätte an dem Tag nicht fahren soll, aber mein bestehender Infekt (popelige Erkältung von Sohnemann) fühlte sich eigentlich schon ganz prima an. Zurückkommend hatte sich mein Virus gedacht „dir zeig ich es richtig, Freundchen!“ und peitschte mich von einem Niedrig- zum nächsten Niedrigstand. Einmal Presswerk rein und wieder raus. Uffz!