VWs Vision von Shared Mobility heißt „Sedric“

VW zeigt auf dem Auto-Salon Genf seine Idee von Shared Mobility im selbstfahrenden Auto Sedric. Das soll einen großen Innenraum mit OLED-Displays in der Windschutzscheibe bieten und einen leichten Einstieg auch für körperlich beeinträchtigte Personen bieten. Völlig Autonomie und Sicherheit stehen dabei im Vordergrund. Aber auch das selbstständige erledigen von Aufgaben.

von Jake Pietras am 8. März 2017

Neben Audi zeigt auch der VW Konzern auf dem Genfer Auto-Salon seine Idee für die Zukunft des Straßenverkehrs. Die Wolfsburger präsentieren ihr erstes Konzeptfahrzeug namens Sedric, das für Self-driving Car steht. VWs Vision beschränkt sich dabei nicht nur auf ein selbstfahrendes Fahrzeug sondern möchte Möglichkeiten der individuellen und Shared Mobility aufzeigen.

Versetzen wir uns doch mal in eine Zukunft im Jahre 2025, in der VW sein Programm „Together – Strategie 2025“ angesiedelt hat. Nachdem ich mich für den Arbeitstag vorbereitet habe, drücke ich einen Button auf meiner Remote. Ein Ring zeigt mir farblich an, wann das Sedric da sein wird und kann Menschen mit Sehschwäche per Vibrationen zum Auto führen. Schöne Idee, VW.

So stellt sich VW den Call-Button des Sedric vor. Lichtimpulse und Vibrationsführung inklusive (Bild: VW)

Einen Bruchteil des Geldes, das ich durch den Verzicht auf Garage, Auto, Sprit und Versicherung gespart habe, gebe ich für die 30 Minuten aus, die mich Sedric zur Arbeit fährt. Oder wenn ich im Urlaub in San Francisco bin, denn das System funktioniert global.

Nach dem Einstieg kann ich mich an einen Artikel für Mobile Geeks machen und darüber schreiben, dass nach der Gesetzesänderung jetzt Trumps dritte Amtszeit beginnt, während Sedric von alleine fährt. VWs Konzeptauto ist nämlich ein autonomes Fahrzeug nach Level 5, das keinen menschlichen Fahrer mehr braucht.

Als Bildschirm dient mir die Windschutzscheibe, die gleichzeitig ein riesiger OLED-Bildschirm ist und ein paar nützliche Augmented Reality Features bietet, wenn ich durchblicke. Wetter, individualisierte Angebote bei Geschäften, an denen ich vorbei fahre und hier und da ein Like bei mir bekannten Passanten da lassen (ich nenne es einfach mal Facebook Mobile… auch die Idee darfst du klauen, Zuckerberg).

Der Innenraum kann dank fehlendem Cockpit großzügig gestaltet werden (Bild: VW)

Bei der Fahrt selbst brauche ich mir keine Sorgen machen, was die Straßensicherheit angeht. Denn integrierte Systeme arbeiten mit anderen Fahrzeugen und dem Verkehrsnetz zusammen und kommunizieren so miteinander, dass Unfälle und Staus ausgeschlossen sind. Zudem sind Karosserie und Dachsäulen stabil verbaut und erlauben gleichzeitig den komfortablen Ausstieg an meinem Zielort.

Je nach Wunsch kann ich Sedric nun anweisen, zunächst selbstständig die Einkäufe von einem Amazon Pantry-Shop und dann die Kinder von der Schule abzuholen und nach Hause zu bringen. Das geht per App, per Sprachassistent oder nach einem vorher festgelegten Zeitplan.

Bis zu vier Personen passen in Sedric, der dank des Fehlens von Lenkrad, Pedalen und Armaturenbrett dennoch recht kompakt ist und dank Birkenleder sehr komfortabel – im Grunde wie eine Couch auf Rädern. Der Akku des rein elektrischen Autos ist übrigens unter dem Boden verbaut und Sedric lädt diesen natürlich selbst wieder auf.

Der Einstieg soll bequem wie bei einer U-Bahn erfolgen (Bild: VW)

Zurück in der Gegenwart würde ich persönlich mich freuen, wenn VW das Sedric von aussen ein wenig ästhetischer fürs Auge macht. Denn trotz seiner drollig zwinkernden LED-Scheinwerfer wirkt das Konzept auf mich ein wenig merkwürdig. Vielleicht müssen wir uns in Zukunft aber auch einfach an solche Anblicke umstellen. 

Denn der Umschwung in der Autoindustrie ist momentan so groß wie seit Dekaden nicht mehr und Anfang des 20. Jahrhunderts sahen die Karossen schließlich auch anders aus, als heute. VWs Idee ist übrigens, den Sedric sowohl als Leihvariante anzubieten, wie auch klassisch als Privatfahrzeug zu verkaufen. Im hypothetischen Sinne, denn Sedric dient eher als Denkanstoß und Grundlage für zukünftige Modelle, User Experience und Technologien. Was meint ihr dazu? Vielleicht noch nicht für 2025 aber für, sagen wir 2033?