Wearables: Das neue Jahr bringt den Durchbruch

Schon für das letzte Jahr galten die Wearable Devices als einer der heißen Techniktrends. Einen Durchbruch konnten die kleinen tragbaren Geräte aber noch nicht wirklich verzeichnen.

Unter den Geeks haben die Wearables deutlich mehr Aufmerksamkeit erlangt als im Jahr zuvor. Aber die breite Masse wurde vom Wearables-Wahn nicht angesteckt. Was die Dinger tatsächlich nutzen und warum man das jetzt zusätzlich zum Smartphone braucht? Für viele sind Wearables eine seltsame Technik-Gattung. Noch.

Die Geek-Mauer durchbrechen

Apple-WatchDas sollte sich 2015 ändern. Dieses Jahr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Jahr des Durchbruchs. Und wenn nicht alles komplett schief läuft, dann wird die Apple Watch einen großen Anteil daran haben, dass die Geek-Mauer durchbrochen wird. Wenn Apple das nicht schafft, wer sonst? Zumindest einfache Fitnesstracker und smarte Uhren werden deutlich häufiger über den – virtuellen – Ladentisch gehen. Das hat das Marktforschungsunternehmen IDC im letzten Jahr schon prognostiziert. In drei Jahren, 2018, sollen schon 100 Millionen Geräte verkauft werden. Derzeit ist es nur ein Bruchteil dessen.

Die Luft nach oben wollen nicht nur Samsung und Apple füllen, sondern mehr und mehr Hersteller – von HTC, Asus und Sony über Runtastic und Fitbit bis hin zu vielen weniger bekannten Herstellern. Der Wearables-Markt wird 2015 sicherlich voll werden. Der Konkurrenzkampf führt hoffentlich dazu, dass die derzeit teilweise noch ziemlich hohen Preise nach unten gedrückt werden – im Sinne der Nutzer.

Auch Early Adopter werden bedient

Wearables sind aber nicht nur Armbänder, die Kalorien und Schritte zählen oder Uhren, die sich mit dem Internet verbinden. Es geht auch geekiger: smarte Socken, Kontaktlinsen oder Pflaster, Hirn-stimulierende Kopfbänder oder Smartwatches, die das Display auf den Arm projizieren. Oder wie wäre es mit Nixie, einer fliegenden Drohne, die am Handgelenk getragen werden kann? Sie ist der Gewinner des Intel-Wettbewerbs „Make it wearable“. Nixie und Co. sind Geräte, die eher das Herz des Early Adopters höher schlagen lassen und die wohl kaum den Otto Normalverbraucher erreichen.

Das ist aber auch nicht schlimm. Die Geeks unter uns spielen ja schließlich gerne mal das Versuchskaninchen und testen die Gadgetsphäre von links nach rechts und von oben nach unten. Und wer sagt schon, dass etwa das trackende T-Shirt nicht irgendwann wie selbstverständlich von Sportlern getragen wird? Das Mobiltelefon, das Smartphone oder die Tablets beziehungsweise Phablets waren ja auch irgendwann einmal Gadgets für eine kleine, vorauseilende Zielgruppe, die andere bloß belächelt haben. Warum soll es den Wearables und ihren Nutzern nicht auch so ergehen?

Spannend: Wearables im Business

Ziemlich viel deutet jetzt schon darauf hin, dass Wearables langfristig nicht in der Geek-Ecke bleiben werden. Und selbst wenn das ein oder andere Wearable nicht bei den Consumern ankommen wird – man denke an Google Glass -, dann wäre da noch der Business-Bereich. Zum Beispiel in der Medizin oder im Kundenservice zeigen sich schon jetzt vielfältige Möglichkeiten, wie Wearable Devices sinnvoll eingesetzt werden können.

Google Glass im OP-EinsatzIn Kansas beispielsweise wurde die Datenbrille von Google bei einer Operation zur Gesichtsrekonstruktion eingesetzt. Der Operateur hat die Röntgenbilder bei Bedarf stets im Blick, ohne dafür ständig aufblicken zu müssen. Während Google Glass bei der privaten Nutzung eher in der Kritik steht – zum Beispiel aufgrund Datenschutzbedenken – scheint der Einsatz im OP-Saal durchaus sinnvoll zu sein.

Die Hotelkette Marriott hat für sich ebenfalls ein spannendes Feld gefunden, um Wearables für sich zu nutzen. Das Ziel war, die Kunden virtuelle Reisen an die schönsten Strände oder andere Orte zu beamen – mithilfe der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. Ein Service, der definitiv einmalig ist und Kunden anlockt.

Virgin Atlantic nutzt Google Glass im Kundenservice.Ein weiteres Beispiel ist die Airline Virgin Atlantic, die den Einsatz von Google Glass getestet hat, um den Service für ihre Passagiere zu verbessern. In Echtzeit kann das Personal somit Daten über Passagiere abrufen und entsprechende Informationen live verwerten.

Das sind nur einige von vielen Beispielen, welche Rolle Wearables im Business-Bereich spielen können. Und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Das haben auch Samsung und SAP erkannt, die kürzlich erst eine Kooperation bekanntgegeben haben, um mobile und tragbare Lösungen für den Handel zu entwickeln. Im stationären Einzelhandel können Wearables durch die vollständige Vernetzung – die auch im eigenen Haus (Smart Home) vorangetrieben wird – mithilfe von Beacons und Co. ihr volles Potential ausschöpfen.

Samsung wagte vor wenigen Wochen die Prognose, dass Wearables in diesem Jahr in den Business-Alltag einziehen werden. Ob das wirklich der Fall sein wird oder im Endeffekt doch nur das ein oder andere Pilot-Projekt durchgeführt wird… warten wir es ab. Wearables werden 2015 aber bestimmt für jede Menge Gesprächsstoff sorgen. So viel dürfte feststehen.