Apple

Wie Apple mit Autos zwei Billionen Umsatz machen könnte

von Robert Basic am 24. September 2018

Nehmen wir an, Apple bastelt nicht an einem selbstfahrenden Auto, sondern an der besten selbstfahrenden Software aller Zeiten. Die dermaßen gut ist, dass sie jeder Hersteller haben will.

Preis?

Einmalgebühr 2.000 US-Dollar je Neufahrzeug. Die Nutzungsgebühr sei 1 Cent pro Kilometer. Fair.

Umsatz?

Im Erstjahr wird Apples Robo-OS in 100 Millionen Pkws eingebaut. Macht 200 Milliarden USD Umsatz aus Fixeinnahme. Aus der Kilometerpauschale kommen alleine aus Deutschland mit 500 Mrd. Fahrkilometern 5 Milliarden USD zusammen. Gehen wir vereinfacht von 30 lukrativen Märkten aus, kommen wir auf weitere 100 – 200 Milliarden USD variabler Einnahme. Macht im Erstjahr 300-400 Milliarden. Ganz nett, wenn man bedenkt, dass Apple bisher 230 Milliarden USD klassich aus dem iPhone und Mac-Geschäft (+ Sonstiges) macht.

Im Folgejahr? Jedes Jahr kommen 200 Milliarden aus dem Einmalverkauf für weitere, frische 100 Millionen Pkw-Einheiten hinzu. Die Einnahmen aus den Kilomterepauschalen erhöhen sich auf einen Fahrzeugbestand von 200 Millionen. Macht dann bereits 200-400 Milliarden. In Gesamtsumme wären das 400 – 600 Mrd. Umsatzdollar.

Im zehnten Jahr wird die 100 Millionen Pkw-Charge aus dem Jahr 1 verschrottet. Der globale Fahrzeugbestand bleibt von da an bei 1 Milliarde Fahrzeugen stehen. Was übrigens durchaus realistisch sein könnte. Denn wir gehen angesichts der Zunahme der Weltbevölkerung und steigender Einkommen bis 2050 geschätzt auf 2 – 3 Mrd. PKW-Einheiten zu. Was manuelle Fahrzeuge angeht. Robocars würden den Bestand um sagen wir 2/3 senken, et voila liegen wir bei der 1 Mrd. an Pkw-Gesamtbestand.

Apple würde von da an jedes Jahr 1-2 Billionen USD aus Kilometergebühren vereinnahmen und 200 Mrd. aus Einmalgebühren für 100 Mio. Neufahrzeuge pro Jahr. Macht summa summarum 1,2 – 2,2 Billionen US-Dollar Umsatz. Pro Jahr, ab dem Jahr 10. Womöglich mit irre hohen Margen von rund 40% ähnlich wie bei Apple heutzutage oder Google. Apple könnte dann irgendwann die EU oder USA aufkaufen, wenn sie weiterhin die Einnahmen steuergünstig in Cash bunkern.

Wäre ich Apple, würde ich die rund 250 Milliarden USD an geparkten Cash-Reserven komplett in die Forschung und Entwicklung von Robocar-Systemen stecken, alles links und recht wegblasen, die mit ihren kümmerlichen Milliarden-Budget zärtliche Forschung betreiben (Intel, Nvidia, Aurora, BMW, Daimler, GM, Tesla, VW, Toyota, …) oder technische Anbieter wegkaufen, die einigermaßen spannend genug im Robocar-Umfeld unterwegs sind.

Ist es ein Wunder oder Zufall, dass Apple sein Projekt Titan getauft hatte? Und tatsächlich schon sehr lange an selbstfahrenden Systemen werkelt. Alle denken, dass Apple irgendein schnittiges Auto herausbringt. Ich glaube das nicht. Ich habe oben mit lediglich 1 Cent/km gerechnet. Da Apple als gierige Firma bekannt ist, die nicht genug von Providern Umsatzanteile abbekommen kann und sich ebenso an App-Umsätzen ein goldene Nase verdient, warum sollten sie lediglich 1 Cent einfordern? Wo doch “alle” damit rechnen, dass Robocars um 1 Euro/km kosten werden. Es wird einem bereits bei den obigen Beträgen schlecht. Doch das ist noch lange nicht Ende der Fahnenstange.