Windows 10 Anniversary Update – Alle Features im Überblick

Das Windows 10 Anniversary Update kommt im Sommer diesen Jahres. Hier erhaltet ihr einen ausführlichen Überblick über die neuen Features, die Microsoft für Windows 10 geplant hat.

Mit dem Start der Build 2016 in San Francisco am 30. März hat Microsoft einige wirklich interessante Dinge für Windows 10 vorgestellt, die das Betriebssystem noch einmal mit neuen Funktionen und Verbesserungen versehen. Das Windows 10-Update, welches bisher unter dem Codenamen „Redstone“ bekannt war, hat nun endlich einen offiziellen Namen bekommen. Dieser lautet Windows 10 Anniversary Update und es wird im Sommer diesen Jahres erwartet. Einen genauen Termin gibt es bisher noch nicht, auf Grund der Namensgebung ist aber davon auszugehen, dass die Veröffentlichung zum ersten Geburtstag von Windows 10 geschieht. Also im Dreh um den 29. Juli 2016.

Da Microsoft verstärkt an der One-Windows-Strategie arbeitet, wird auch die Xbox One davon profitieren. Das Anniversary Update wird ebenfalls für die Konsole ausgerollt. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt dann auch die Universal Apps auf der Xbox One lauffähig werden. In wie fern wir diese dann auch nutzen können, bleibt aber offen. Microsoft selbst hatte schon angekündigt, dass man nicht alle Apps als sinnvoll erachtet und somit selektieren wird. Des Weiteren hängt es auch immer am Entwickler/Publisher, ob die App auch auf die Xbox kommt.

Neuerungen im Windows 10 Anniversary Update

Die Redmonder haben noch nicht alles durchsickern lassen, sondern haben auf der Entwicklerkonferenz nur einige Teile des neuen Updates genannt. Es wird von einer innovativen Weiterentwicklung von Windows 10 gesprochen und man habe hierbei auch auf die Insider gehört, die seit einiger Zeit schon fleißig Feedback zu den Preview-Builds geben.

Zu den bisher bekannten Features gehören neben dem bereits vorgestellten Windows Ink auch weitere Funktionen im Bezug auf Cortana. Ebenfalls wird das Startmenü leicht überarbeitet, sodass die wesentlichen Elemente besser in den Fokus rücken. Außerdem werden zukünftig die Windows Hello-Elemente auch für Apps, Programme und Webseiten nutzbar, somit ist eine Authentifizierung mit biometrischen Merkmalen, auch über den Login hinaus, nutzbar. Für Entwickler wird es zudem interessant, denn eine Vielzahl an Werkzeugen wartet auf den Einsatz.

Windows Ink

build screenshot 008
Mit Windows Ink wird die Stifteingabe deutlich verbessert und vereinfacht. Microsoft hat in diesem Zusammenhang eine Toolbox integriert, in der sich alle Anwendungen wiederfinden, die per Stift nutzbar sind. Ein wirklich tolles Feature ist hier das neue Lineal, welches als Systemkomponente konzipiert wurde. Soll heißen, dass es per „one line code“ in die eigene App eingebaut werden kann.

Windows Ink
Zudem kommen die digitalen Notizzettel zurück. Cortana ist hier fest integriert, sodass bei einer handschriftlichen Notiz direkt Vorschläge zu möglichen Aktionen gegeben werden. So lassen sich beispielsweise Kalendereinträge vermerken oder Erinnerungen setzen.

Weiterlesen: Windows Ink rückt den Stift in den Vordergrund

Anpassungen im Startmenü

Auch das Startmenü ist Microsoft zufolge noch nicht perfekt. Einige Änderungen sind geplant, wie diese jedoch im Endeffekt aussehen, erzählen die Redmonder noch nicht. Über den Insider Hub wird aktuell Feedback zu den geplanten Änderungen gesammelt. Im Fokus steht hier die Überarbeitung des Punktes „Alle Apps“. Dieser soll übersichtlicher gestaltet werden, um dem User noch schneller die relevanten Infos bereitzustellen.

In einer Sway-Präsentation zeigt Microsoft die Änderungen im Vergleich zum heutigen Stand. Folgende Bilder zeigen die geplanten Änderungen im Vergleich zur jetzigen Version. Dabei zeigt der obere Vergleich das Startmenü des Desktopmodus. Im zweiten Bild werden die Änderungen im Tabletmodus ersichtlich. Erinnert ein wenig an die Darstellung zu Zeiten von Windows 8, die meines Erachtens wesentlich übersichtlicher war.

Änderungen im Startmenü

Änderungen im Startmenü (alle Apps ausgeklappt)

Windows 10 Info-Center wird lebendiger

Änderungen im Notification-CenterDem Notification-Center stehen interessante Änderungen bevor. Auch hier steht die Übersichtlichkeit im Vordergrund. Aber auch die plattformübergreifende Synchronisation wird mit dem Anniversary Update umgesetzt. Dies geschieht über die Cloud, und ist vorerst nur mit Android realisierbar, für iOS ist es aus technischen Gründen bisher noch nicht möglich. Dies kann sich aber bis zum Rollout natürlich noch ändern. Windows 10 Mobile ist aber nicht außen vor, es funktioniert hier selbstredend genauso. Die beiden Screenshots rechts zeigen, wie das Ganze unter Windows 10 und Windows 10 Mobile aussehen wird.

Dabei lässt sich erkennen, dass die Notifications nun viel lebendiger aussehen. Es können nun nicht nur Texte, sondern auch Bilder angezeigt werden. Zudem werden nun die Kontaktfotos angezeigt, wenn eine Notification eines bestimmten Kontaktes eingeht. Microsoft erhofft sich davon, dass das Info-Center somit interessanter wird und vom Nutzer häufiger genutzt wird. Bisher ist es zumindest bei mir so, dass ich mal reinschaue, aber nie wirklich eine Interaktion ausführe. Die Notifications werden von mir zunehmend einfach weggeklickt. Ich bin gespannt wie Microsoft dies ändern möchte und mir einen Mehrwert präsentieren will. Auf den ersten Blick sieht es jedenfalls schon einmal recht schick aus.

Wie sieht es bei euch aus? Wie nutzt ihr das Info-Center aktuell? Sind die eingehenden Benachrichtigungen relevant, oder klickt ihr sie ebenso schnell weg, wie es bei mir der Fall ist? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Weiterhin wird das Info-Center aber auch dahingehend optimiert, dass das Icon in der Taskbar mit weiteren Features bestückt wird. Zum Ersten rutscht es an den rechten Rand, also noch hinter die Uhrzeit. Doch dies ist noch nicht alles, es wird zudem interaktiv. Das Icon zeigt nun nämlich auch einen Counter an, der angibt wie viele neue Benachrichtigungen eingegangen sind. Außerdem wechselt das Icon künftig kurz in das der entsprechenden App, die eine Benachrichtigung enthält. Wie das aussieht, könnt ihr folgendem Screenshot entnehmen, in dem gerade zwei Benachrichtigungen der Xbox App reinkommen. Was wir außerdem sehen, betrifft zwar nicht direkt das Info-Center, hat aber auch mit Benachrichtigungen zu tun: Die App-Icons in der Taskleiste haben nun auch einen Hinweis auf die Anzahl neuer Inhalte.

notification_center_icon

Die Einträge im Info-Center bekommen künftig auch ein Kontextmenü. Mittels dem können standardmäßig alle Benachrichtigungen für eine App deaktiviert werden. Weiterhin können die Entwickler aber auch eigene Interaktionen festlegen, die hier angezeigt werden sollen.

Ein weiterer wirklich interessanter Punkt sind die Widgets, die mit dem Anniversary Update im Info-Center und in den Toast-Benachrichtigungen einen Platz finden. So kann beispielsweise die Wetter-App detallierte Infos zum Wetter geben, oder aber die Karten-App Vorschläge zu Locations in der Nähe inkl. Kartenausschnitt. Ebenso können Albencover oder Bilder aus Facebook oder Twitter eingebunden werden.

Wer sich mehr für die Neuerungen des Info-Centers und den Toast-Benachrichtigungen interessiert, der kann sich die entsprechende Session von der Build 2016 hier anschauen. Dort werden viele der Features auch im Bewegtbild gezeigt.

Live-Kacheln werden interaktiver

Den Live-Kacheln wird auch etwas Entwicklerliebe entgegen gebracht, sie werden interaktiver. Wer kennt es nicht, dass man einen interessanten Inhalt einer App auf der Kachel sieht, beim Klick auf die Kachel aber auf den Startbildschirm der jeweiligen App und nicht direkt in den entsprechenden Inhalt gelangt. Dies soll geändert werden, indem Live-Kacheln nun auch Deeplinks zu Inhalten in der App übergeben können. Dadurch wird man auf die entsprechende Seite geleitet, die auf der Live-Kachel angekündigt wird. Als Beispiel wäre hier die Nachrichten-App zu sehen, die auf der Kachel einen interessanten News-Artikel promotet. Beim Klick auf die Kachel landet man nun direkt in dem Artikel und muss sich nicht erst durch die Artikelübersicht scrollen. Das Ganze wird von Microsoft selbst Chaseable Live-Tiles genannt, heißt so viel wie nachverfolgbare Live-Kacheln.

Neue Funktionen für Cortana

Cortana Windows 10 Anniversary Update

Cortana ist Microsofts persönliche Assistentin. War sie bisher aber eher ein Geek-Feature, so wird ihr in Zukunft wohl mehr Aufmerksamkeit zu teil. Denn Microsoft bohrt die Funktionalität mächtig auf und hat auch die Spracherkennung verbessert. Somit soll die Kommunikation mit Cortana wesentlich menschlicher werden.

Interessant in diesem Zusammenhang: Skype Universal App: Cortana und Bots unterstützen bei fast allem

So wird die persönliche Assistentin tiefer in das System integriert. Somit kann Cortana nun auch auf dem Startbildschirm ausgeführt werden. Das bedeutet, dass das Gerät nicht mehr entsperrt werden muss, um diverse Informationen zu erhalten. In Bezug auf persönliche Daten wird Cortana aber nicht alles preisgeben. Somit lassen sich nur allgemeine Fragen, wie die nach dem Wetter oder einer Fahrtroute durch Cortana beantworten. Sensible Daten werden erst nach einer Anmeldung am PC nutzbar, die Frage nach den anstehenden Terminen wird also nur möglich, sobald man sich auch authentifiziert hat. Dies ist leider so, da Cortana über die Stimme keine Person identifizieren und somit auch nicht sicherstellen kann, dass die Informationen in die richtigen Hände geraten.

Cortana sendet Powerpoint Datei auf Wunsch
Außerdem kann sie künftig viel besser auf unsere Wünsche reagieren. Auf der Build wurde ein Beispiel gezeigt, bei dem Cortana die Anweisung gegeben wurde, eine Powerpoint-Präsentation zu versenden, an der letzte Nacht gearbeitet wurde. Durch die tiefe Integration ins System und den Zugriff auf viele Apps erkennt Cortana den Wunsch, sucht die entsprechende Präsentation und sendet sie an den entsprechenden Kontakt. Hierbei ist es irrelevant, auf welchem Gerät der Befehl gegeben wird und auf welchem Gerät man zuletzt an der Powerpoint-Präsentation gearbeitet hat.

Vera hat dazu bereits einen Artikel geschrieben, der die neuen Features beleuchtet.
Weiterlesen: Build 2016: Neue Funktionen für Cortana und Personal Gaming Assistant

Continuum bekommt mächtig Aufwind

Auch Continuum ist Microsoft noch nicht genug, es wird kräftig weiterentwickelt. Bisher ist Continuum gerade im mobilen Bereich noch nicht wirklich eine Alternative zu einem Notebook. Der Fakt, dass man eine separate Tastatur, eine Maus und eigentlich auch einen Monitor mitschleppen müsste, lässt das Ganze etwas doof aussehen. Das haben sich wohl auch die Redmonder Entwickler gedacht und die Funktionalität von Continuum etwas erweitert. Fortan ist es möglich, einen anderen PC als Host zu nutzen sowie den Monitor, die Tastatur und die Maus. Jetzt fragt man sich natürlich im ersten Augenblick, was das bringen soll – wenn ich bereits einen PC vor mir stehen habe, kann ich diesen doch auch nutzen und brauche nicht mein Phone. Wenn man zu Hause ist, macht das auch Sinn, doch auf Reisen sieht das Ganze schon wieder anders aus. Hotel-PCs oder Rechner im fremden Büros werden so, über das Phone, zur persönlichen Arbeitsumgebung und man muss sich nicht einmal Gedanken über die Sicherheit bei der Passworteingabe oder ähnlichem machen.

Auch die Nutzung einer App im Continuum-Modus wurde erweitert. War es bisher nur möglich, die App entweder auf dem Monitor oder dem Phone zu starten, wird es in Zukunft auch möglich sein, sie parallel laufen zu lassen. Das Ganze könnte am Beispiel eines Videoplayers wie folgt aussehen: Auf dem Monitor wird das Video abgespielt, auf dem Phone kann in der Zwischenzeit in der Bibliothek gestöbert werden.

Continuum Multi-Display App

Aber auch die Möglichkeit, dass Inhalte über zwei Bildschirme verteilt sind, wie wir sie bereits aus der Office Remote kennen, ist neu. Dabei wird am Beispiel von Powerpoint eine Referentenansicht auf dem Phone gezeigt, während auf dem Monitor die eigentliche Präsentation wiedergegeben wird. Das Ganze soll für jeden Entwickler in seiner App umsetzbar sein.

Continuum Multi-Display App 02

Ein weiteres Feature für Continuum ist der Controller Support. Zukünftig kann ans Display-Dock auch ein Xbox-Controller angeschlossen werden. Somit wird das Spielen auf dem Phone via Continuum angenehmer. Hier muss der Entwickler des Spiels aber tätig werden, denn die Controller-Unterstützung muss erst fest in die App programmiert werden.

Windows Hello für Anwendungen und Webseiten

Windows Hello ermöglicht unter Windows 10 die Nutzung von biometrischen Merkmalen zur Identifikation und Authentifizierung. Bisher funktioniert dies nur beim Anmelden am PC/Smartphone oder Tablet. Mit dem Windows Anniversary Update wird aber auch die Möglichkeit kommen, sich per Windows Hello auf Webseiten oder in Apps anzumelden. Vorteil hierbei ist, dass man nach der Windows-Anmeldung über Windows Hello keine Passwörter mehr eingeben muss, dies übernimmt Windows Hello für einen.

Fazit

Microsoft macht dort weiter, wo sie aufgehört haben und heben Windows 10 in Bezug auf die Bedienbarkeit mit dem Stift auf ein neues Level. Die neuen Windows Ink-Features sehen vielversprechend aus und gefallen mir besonders gut. Ich bin gespannt, wie sie umgesetzt werden und inwiefern sich die entsprechenden Dinge im Alltag nutzen lassen. Gerade das Lineal wird mir im Uni-Alltag sicherlich viele gute Dienste erweisen. Die anderen Features sehen auf den ersten Blick auch wirklich brauchbar aus.

Auch Cortana wird konsequent weiterentwickelt und bekommt endlich die Funktionen, die ich mir seit langem Wünsche. Gerade die Spracherkennung und der Punkt, wie man zukünftig mit ihr kommunizieren kann (nämlich auf natürliche Art und Weise ohne irgendwelche Befehle auswendig zu lernen), macht aus Cortana endlich die persönliche Assistentin, die Microsoft am Anfang angekündigt hatte. Sie gibt Empfehlungen, weist auf Ereignisse und Inhalte von Kommunikationen, sei es in der Mail, in Skype oder in anderen Apps, hin und schlägt Aktionen für die jeweiligen Themen vor.

Continuum wird mit dem kommenden Update zwar nicht zum Feature, das fortan jeder nutzen wird. Doch die Neuerungen sind ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Ich sehe hier viel Potenzial, und auch wenn dies noch nicht ganz ausgeschöpft wird, so ist Continuum im jetzigen Stand schon ein wirklicher Meilenstein in der Art der Nutzung unserer Smartphones. Mit dem Windows Anniversary Update wird sich dies noch einmal bestätigen, denn so langsam wird eine runde Sache daraus. Gerade die Nutzung eines jeden Windows 10-PCs als Host für Continuum ist wirklich genial, denn so habe ich unterwegs immer meinen eigenen kleinen Office-Rechner in der Hosentasche und meine persönliche Arbeitsumgebung immer dabei.

Ich denke, Microsoft hat alle Weichen gestellt um uns in Zukunft noch mehr großartige Dinge in Bezug auf Cortana, Continuum und Co. zu zeigen. Ich freue mich heute schon auf das kommende Update und hoffe, dass es bei den Entwicklern genauso gut ankommt. Denn diese sind maßgeblich an dem Erfolg der beschriebenen Features beteiligt. Hoffentlich sehen wir bald reihenweise Universal Apps mit Cortana-Integration und der Möglichkeit, sie auch im Continuum-Betrieb zu nutzen. Denn genau das ist es, was mich im Moment am gesamten Windows-Ökosystem fasziniert.

Was denkt ihr zu den Neuerungen im kommenden Windows 10-Update? Macht Microsoft hier alles richtig, oder haben sie eurer Meinung nach Features vernachlässigt, die Windows 10 unbedingt noch fehlen? Sind die angesprochenen Punkte überhaupt relevant für euch? Nutzt ihr überhaupt einen Stift am Tablet, oder schreibt ihr lieber auf Papier? Habt ihr Cortana bisher in der Nutzung, oder straft ihr sie mit Schweigen?