Windows 10: Energieoptionen – Ruhezustand vs Standby

Standby oder hybrider Standby, Ruhezustand oder Herunterfahren - Microsoft bietet unter Windows 10 einige Möglichkeiten den Rechner bei Inaktivität dazu zu bringen, Energie zu sparen. Doch wo liegen die Unterschiede und wie konfiguriert man die einzelnen Modi richtig?
von Marco Wilde am 12. Januar 2017

Die Energiesparoptionen von Windows 10 ermöglichen es, den Stromverbrauch eures Desktops, Laptops oder Tablets mit ein paar Tricks einzudämmen – gerade dann, wenn man ihn nicht aktiv nutzt. Hierzu bietet das Betriebssystem von Haus aus ein paar Möglichkeiten, um die Energiesparpläne individuell anzupassen. Einige kennen diese Möglichkeiten schon, einige werden sich aber sicher auch gefragt haben, worin die Unterschiede der einzelnen Modi liegen.

Der Standby-Modus – auch “Energie sparen” genannt

Der Standby-Modus ist wahrscheinlich vielen ein Begriff. Dieser Zustand tritt ein, sobald der PC oder Laptop etwas längere Zeit ungenutzt bleibt. Der Vorteil daran ist, dass im Standby alle Arbeitsgänge erhalten bleiben und man direkt dort weiter machen kann, wo man aufgehört hat. Sämtliche Programmdaten werden im RAM abgelegt und sind insofern auch direkt wieder abrufbar, sobald man den Computer wieder nutzt. Dies geschieht in der Regel innerhalb von Sekunden und bedarf keiner langen Wartezeit.

Wer sich jetzt Gedanken darum macht, was passiert wenn, beispielsweise bei einem Laptop der Akkustand sehr niedrig ist, braucht jedoch keine Angst vor Datenverlust haben. Sobald dieser Fall eintritt, fährt der Rechner automatisch herunter und Windows speichert zuvor alle Daten auf der Festplatte. Somit kann bei angeschlossener Stromversorgung zu späterem Zeitpunkt die Arbeit fortgeführt werden.

Um den Standby zu aktivieren muss man eigentlich nicht viel tun, außer das Ereignis zu definieren, bei dem der Computer automatisch in den Energiesparmodus gehen soll. Dazu navigiert man zunächst in die Energieoptionen. Der schnellste Weg ist der über das Windows 10-Suchfeld bzw. mittels Cortana. Hier einfach “Energieoptionen” eintippen (oder sprechen) und schon gelangt man zu den entsprechenden Optionen. Anderenfalls lässt sich das Ganze über die Einstellungen wie folgt erreichen: Start -> Einstellungen (kleines Zahnrad im Startmenü) -> System -> Netzbetrieb & Energiesparen. Nun folgt noch ein Klick auf “Zusätzliche Energieeinstellungen” und es öffnen sich die Energieoptionen.

Energieoptionen - Windows 10

Nun können drei Szenarien eingestellt werden – Drücken des Netzschalters, Zuklappen des Computers oder zeitgesteuert. Die entsprechenden Einstellungen finden sich auf der linken Seite im Menü. Bei den ersten beiden Methoden hat man die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Einstellungen zu wählen und dies jeweils für den Betrieb im Akkumodus oder am Netzkabel. Diese kann man nach seinen Vorlieben konfigurieren.

Um einen Intervall zu setzen, nachdem der Computer automatisch in den Standby geht, muss man den entsprechenden Energiesparplan ändern. Hierzu klickt man auf “Energiesparmodus ändern”. Im folgenden kann dann definiert werden, wann sich der Bildschirm ausschalten soll und nach wie vielen Minuten der Rechner in den Energiesparmodus gehen soll. Auch wieder jeweils für den Akku- und Netzbetrieb.

Der Ruhezustand

Der Ruhezustand ist der Ersatz für das Herunterfahren bei Geräten, die längere Zeit nicht genutzt werden, bei denen man aber nur ungern auf das Weiterarbeiten verzichtet – wie beispielsweise Laptops und Tablets. Microsoft deklariert diesen Energiesparzustand explizit für die Nutzung von portablen Geräten, daher ist er auf vielen Desktop-Rechnern auch gar nicht vorhanden.

Der Zustand, in dem sich das Gerät befindet, ähnelt dem klassischen Herunterfahren. Der Stromverbrauch ist auf Null reduziert, jedoch werden beim Eintritt in Ruhezustand alle aktiven Programme und die Daten auf der Festplatte zwischengespeichert. Somit lässt sich beim Reaktivieren des Geräts der Zustand vor dem Ruhezustand wieder herstellen.

Der Ruhezustand kann auf unterschiedliche Weise aktiviert werden. Zum einen lässt sich das entsprechende Event ebenfalls wie beim Standby definieren – also beim Zuklappen des Computers oder beim Drücken des Netzschalters. Außerdem kann auch über Start – Herunterfahren, der Ruhezustand aktiviert werden. Hierzu muss aber ggf. zunächst einmal die entsprechende Option im Menü freigeschaltet werden.

Aktion bei Zuklappen oder Drücken des Netzschalters - Windows 10 Energieoptionen

Dazu einfach wieder in die Energieoptionen navigieren. Beim Klick auf “Auswählen was beim Drücken des Netzschalters geschehen soll” gelangt man an die entsprechende Stelle. Hier kann man nun die Einstellungen für das Herunterfahren ändern. Falls diese ausgegraut sind, muss zunächst auf “Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar” im oberen Teil des Fensters geklickt werden. Jetzt kann der Ruhezustand ausgewählt werden – dieser wird fortan beim Klick auf Herunterfahren angeboten.

Falls ihr jetzt noch eine Aktion für den Ruhezustand definieren wollt, könnt ihr das gleich hier im selben Fenster tun. Einfach in den Dropdown-Feldern den Ruhezustand wählen.

Der Sonderfall: hybrider Standby-Modus

Der hybride Standby-Modus ist ein Sonderfall, der die Vorteile des Standbys um die Vorteile des Ruhezustands erweitert. Die Daten werden neben dem Arbeitsspeicher auch auf die Festplatte geschrieben. Sofern die Stromversorgung nicht unterbrochen wird, werden die Daten aus dem Arbeitsspeicher gezogen und das Weiterarbeiten ist in wenigen Sekunden möglich. Im Falle eines Stromausfalls greift Windows auf die Festplatte zurück und stellt die Daten wieder her. Der Vorgang beim Wiederherstellen dauert dabei etwas länger, man kann aber auch hier dann direkt dort weiter machen, wo man zuvor aufgehört hat.

Auf vielen neueren Windows Tablets oder Laptops ist der hybride Standby gar nicht auswählbar, da hier das Gerät eine automatische Sicherung anfertigt, sofern der Akkuzustand in den kritischen Bereich rutscht. Für den Desktop ist diese Funktion aber sehr sinnvoll, denn man profitiert von einem geringeren Stromverbrauch und ist zusätzlich gegen Stromausfälle gewappnet.

Um den hybriden Standby-Modus zu aktivieren, muss man zunächst in die Energieoptionen navigieren. Hier klicken wir nun neben den entsprechenden Energiesparplan auf “Energiesparplaneinstellungen ändern” und im folgenden Fenster noch auf “Erweiterte Energieeinstellungen ändern”. Nun folgt das im Screenshot zu sehende Optionsfenster, in dem der hybride Standby, sofern er von eurem Gerät unterstützt wird, konfiguriert werden kann.

Aktivieren des hybriden Standbymodus

Wann sollte welcher Modus genutzt werden? Wann sollte man den Computer herunterfahren?

Gerade bei Laptops und Tablets, die häufig im Einsatz sind, ist dieser Modus zu empfehlen, denn im Standby wird weniger Energie benötigt, da viele Komponenten wie beispielsweise der Prozessor oder der Bildschirm ausgeschaltet werden. Sollte der Akku mal zu Neige gehen, braucht man sich außerdem keine Sorgen um seine Arbeit machen.

Für Laptops und Tablets ist der Ruhezustand die beste Wahl, wenn der Rechner längere Zeit nicht genutzt wird und es ungewiss ist, wann die nächste Steckdose in der Nähe ist. Der Computer fährt herunter, speichert die Arbeit auf der Festplatte und verbraucht keinen Strom in diesem Modus. Vorteil gegenüber dem klassischen Herunterfahren ist die Möglichkeit seine Arbeit fortzusetzen.

Bei Standrechnern, ohne Akku, ist der Standby-Modus nicht die beste Wahl, wenn es um Datensicherheit geht. Zwar wird somit ein schneller Start nach der Nichtbenutzung gewährleistet, aber sobald die Stromversorgung, beispielsweise durch einen Stromausfall, unterbrochen wird, bringt das Sichern der Daten im Arbeitsspeicher nicht viel. Der Rechner hat in diesem Fall keine Möglichkeit mehr, die Daten auf die Festplatte zu schreiben und sie so zu sichern. Hier empfiehlt es sich, den hybriden Standby zu nutzen, damit die Arbeit auch bei einem Stromausfall gesichert ist und man unmittelbar dort weitermachen kann, wo man vorher aufgehört hat.

Das Herunterfahren des Computers ist in einigen Fällen dennoch die beste Wahl. So zum Beispiel, wenn der Computer nur sehr unregelmäßig und selten genutzt wird – etwa nur jeden Dienstag und den Rest der Woche nicht. Aber auch, wenn man längere Zeit in den Urlaub fährt, ist es ratsam. Wenn man bei seinem Standrechner die Stromzufuhr unterbricht, oder beim Laptop den Akku ausbauen/austauschen möchte, sollte man zuvor zwingend den Rechner komplett herunterfahren. Generell gilt, bei jeder Reparatur- oder Wartungsmaßnahme, sei es zu Hause oder vor dem Einschicken an den Support, sollte zuvor der PC heruntergefahren werden.