Windows 10 Family Safety: Einrichten eines Windows-Kontos für das Kind

Das Internet ist voll von brutalen Bildern und nicht-kindgerechten Inhalten. Viele Eltern sind besorgt, wenn es darum geht, das Kind vor den Computer zu setzen, da bereits eine falsche Suchanfrage verheerende Folgen haben kann. Microsoft gibt den Eltern mit Windows 10 Family Safety ein Hilfsmittel an die Hand, um die Computernutzung für Kinder sicherer zu machen.
von Marco Wilde am 31. Januar 2017

Microsoft tut viel dafür, Eltern Hilfsmittel an die Hand zu geben, um Kinder im Internet und bei der Computernutzung zu schützen. Mit Family Safety in Windows 10 können bequem Richtlinien für die Nutzungszeit eingerichtet werden, oder diverse Webseiten gesperrt werden. Aber auch der Store wird dadurch kinderfreundlicher – mit Einschalten des Features zeigt er nur noch kindgerechte Apps und verhindert ungewollte Einkäufe. Um dem Kind aber dennoch genügend Freiheiten zu geben, kann ein Guthaben zugewiesen werden, über das das Kind selbst verfügen kann, um kostenpflichtige Apps herunterzuladen.

Nach Ablauf der Nutzungszeit können Eltern zusätzliche Kontingente für den Tag freischalten. Dies geschieht online über das entsprechende Family Portal. Hier können auch alle Anpassungen vorgenommen werden, die im Zusammenhang mit dem Schutz des Kindes stehen. Falls das Kind eine gesperrte Webseite öffnen möchte, so kann es die Eltern fragen. Diese werden per Email oder im Info-Center von Windows 10 informiert, sobald das Kind eine Anfrage stellt und können darauf direkt reagieren.

Ebenso werden die Eltern wöchentlich über die Aktivitäten ihres Kindes informiert. Dies geschieht in Form eines Email-Statusberichts – hier sind unter anderem alle Webseiten, die das Kind angesurft hat und alle Apps, die gekauft wurden, protokolliert. Wenn dem Kind genügend Vertrauen entgegengebracht wird, kann dieser Statusbericht aber auch leicht deaktiviert werden. Alles eine Frage der richtigen Konfiguration von Family Safety.

Kinderschutz einrichten

Um Family Safety zu aktivieren, bedarf es einer kurzen Einrichtung über den Microsoft-Account. Nach dem Einloggen auf der Family Safety Webseite kann unter dem Punkt „Familie“ ein Kind hinzugefügt, oder ein weiterer Erwachsener berechtigt werden. Dazu klickt man auf den entsprechenden Punkt und gibt die Email-Adresse der Person/des Kindes ein. Beim Hinzufügen eines neues Kindes hat man drei Möglichkeiten zur Auswahl:

Sollte das Kind noch keine eigene Email-Adresse besitzen, so kann man hier über den Link „Neue E-Mail-Adresse für Ihr Kind einrichten“ einen neuen Account anlegen. Sofern schon ein Microsoft-Account für das Kind angelegt wurde, so kann man diesen einfach verknüpfen (Button „Mein Kind anmelden“). Andernfalls lässt sich aber auch eine andere Email-Adresse, die noch kein Microsoft-Konto ist, nutzen – hierzu einfach eine „Einladung senden“. In diesem Fall erhält das Kind eine Email, mit der Aufforderung der Familie beizutreten (siehe Screenshot).

Family Safety Home

Nun kann es losgehen mit den Einstellungen der Richtlinien. Auf der Startseite von Family Home können die verschiedenen Dinge festgelegt werden. Die aktuellen Aktivitäten lassen sich überprüfen, es wird eine Auflistung der Einkäufe und Aufgaben angeboten und die Computerzeit kann festgelegt werden. Unter „Mehr“ finden sich zudem noch die Einstellungen zum Webbrowsen und zu den Storeinhalten. Außerdem kann hier auch das Kind im Notfall auch geortet werden, sofern es ein Windows 10 mobile Smartphone besitzt und der Account mit diesem verknüpft ist.

Aktivitätsberichte einschalten

Windows 10 Family Safety Letzte Aktivität

Unter dem Menüpunkt „Letzte Aktivitäten“ befindet sich der Einstellungspunkt für die Aktivitätsberichte. Werden diese aktiviert (Standardmäßig waren sie bei mir deaktiviert), so kann man über die Webseite die Aktivitäten des Kindes verfolgen. Hier können so die besuchten Webseiten, Apps und Spiele, sowie die Nutzungszeit abgerufen werden und die Erwachsenen erhalten so einen Einblick in die Computernutzung des Kindes. Ob die Überwachung sinnvoll ist oder nicht, das ist den Eltern selbst überlassen. Den wöchentlichen Report kann man sich auch per E-Mail zuschicken lassen und muss somit nicht ständig auf die Webseite gehen.

Sicherheit beim Surfen

Windows 10 Family Safety Webbrowsen

Hinter dem Punkt „Webbrowsen“ verbergen sich alle Einstellung bezüglich Webseiten, die das Kind besuchen darf, oder blockiert werden. Zum einen kann hier die SafeSearch eingeschaltet werden, sodass der Browser auf Wunsch ungeeignete Webseiten blockieren. Zum anderen können auch nur einzelne Webseiten erlaubt und bestimmte blockiert werden.
Zu bedenken ist hierbei, dass sich diese Einstellungen nur auf den Internet Explorer oder den Microsoft Edge beziehen. Andere Browser werden nicht unterstützt. Diese müssen im nächsten Schritt zu den blockierten Anwendungen hinzugefügt werden.

Apps, Spiele und Anwendungen blockieren

Windows 10 Family Safety Apps, Spiele und Medien

Da der Store auch Inhalte ab 18 beinhaltet, ist es sinnvoll, die ungeeigneten Apps oder Spiele zu blockieren. Die Beschränkung für den Store wird über die Alterskennzeichnung geregelt. Bei Auswahl der Option kann man die Altersgruppe des Kindes wählen, um unerwünschte Suchtreffer zu vermeiden. Des weiteren können auch einzelne Apps und Programme zur Blockliste hinzugefügt werden. Hier sollte man alle Browser eintragen, die sonst noch auf dem Computer installiert sind, sofern man die Webbrowser-Sicherheit nutzen möchte.

Die Nutzungszeit begrenzen

Windows 10 Family Safety Computerzeit

Sofern man dem Kind die Zeit am Computer einschränken möchte, kann man dies unter dem Menüpunkt „Computerzeit“ erledigen. Hier kann man für jeden Wochentag ein Zeitguthaben bestimmten, über das das Kind dann beliebig am Tag verfügen kann. Wer dies noch weiter einschränken möchte, der kann auch für jeden Wochentag ein individuelles Zeitlimit festlegen, in dem das Kind den Computer nutzen kann. Dazu genügt ein Klick auf die Zeitleiste des jeweiligen Tages. So lässt sich einstellen, dass die Nutzungszeit von Sonntag bis Freitag in der Zeit zwischen 15 und 18 Uhr liegt. Am Samstag hingegen kann der Computer zwischen 10 und 20 Uhr genutzt werden, dafür aber maximal zweieinhalb Stunden lang.

Dem Kind Storeguthaben zur Verfügung stellen

Windows 10 Family Safety Einkäufe und Ausgaben

Microsoft stellt den Eltern die Möglichkeit zur Verfügung, dem Kind digitales Taschengeld für den Store bereitzustellen. Dazu kann dem Kind ein Guthaben zur Verfügung gestellt werden, mit dem es nach belieben im Store einkaufen kann. Natürlich nur die Apps die für das Alter geeignet sind – haben wir ja vorher schon festgelegt. Die Einstellungen dafür finden sich bei „Einkäufe und Ausgaben“. Außerdem lassen sich hier auch alle Einkäufe des Kindes auflisten. Falls gewünscht kann aber auch definiert werden, dass das Kind nur kostenlose Apps und Spiele herunterladen darf. Oder man verbietet dies komplett. Für die Eltern, die gerne wissen möchten, was ihr Kind gerade herunterlädt, gibt es dann noch die Möglichkeit, darüber informiert zu werden.

Im Notfall das Kind orten

Windows 10 Family Safety Aufenthaltsort Ihres Kindes

Sofern das Kind im Besitz eines Windows 10 mobile Smartphones ist, so bietet Family Safety noch ein weiteres Feature. Das Smartphone des Kindes kann im Notfall über die Webseite geortet werden. So lässt sich der Aufenthaltsort des Kindes bestimmen, falls es einmal nicht nach Hause gekommen ist und man sich sorgt. Die Option ist verfügbar, sobald das Kind auf dem Gerät mit dem Microsoft-Konto angemeldet ist.

Vorsicht: Sicherheit kann ausgehebelt werden

Die Family Safety Features sind eine nette Sache um das Kind, in Bezug auf die Medienkompetenzen zu schulen, und dabei dennoch sicherzugehen, dass keine unangemessenen Inhalte über den Bildschirm wandern. Das Problem bei diesem Feature ist aber eine kleine Ungereimtheit bezüglich der Umgehbarkeit der Sperren. All die Features sind an ein Microsoft-Konto geknüpft und genau da liegt das Problem. Wie in diversen Foren diskutiert wird, so reicht es aus, das Windows-Konto in ein lokales Nutzerkonto umzuwandeln und schon hat man wieder vollen Zugriff auf etliche Funktionen, die zuvor durch Family Safety gesperrt waren. Dieser Umstand sollte jedem Elternteil bewusst sein, denn sofern das Kind solche Tricks kennt, ist es aus mit der Kontrolle.