Windows 10 HowTo: Updates verwalten und zurückstellen

Updates sind wesentlicher Bestandteil der Windows 10 Strategie. Neben Feature Updates liefert Microsoft aber auch weiterhin Sicherheitspatches und Treiberaktualisierungen. Um hier den Überblick zu behalten, haben wir die wichtigsten Dinge zusammengefasst. Außerdem erklären wir euch, wie ihr bestimmte Updates zurückstellen könnt.
von Marco Wilde am 8. Februar 2017

Microsoft hat mit der Einführung von Windows 10 einen neuen Weg eingeschlagen und erstmals Windows-as-a-Service angekündigt. Dies bedeutet zwangsläufig, dass es mit dem neuen Betriebssystem viele Updates geben wird. Wir haben mit dem Anniversary Update bereits ein großes Versionsupdate bekommen und können uns künftig noch auf weitere freuen. Doch nicht nur die Feature Updates sind elementarer Bestandteil der Updatestrategie von Microsoft. So gibt es verschiedene Aktualisierungen in verschiedenen Zeitabständen.

Um einmal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, geben wir euch hier einmal eine kleine Einführung in die Mechaniken der Windows Updates. Zudem zeigen wir euch Möglichkeiten, die Updates zu pausieren oder für eine längere Zeit zurückzustellen.

Welche Arten von Windows 10 Updates gibt es

Für Windows 10 gibt es drei verschiedene Arten von Updates.

Zum einen sind da die Feature Updates, die Windows 10 mit neuen Funktionen versorgen und die fester Bestandteil von Microsofts „Windows-as-a-Service“ Konzept sind – man kann sie auch Upgrades nennen. Die Feature Updates sind meist mehrere Gigabyte groß und erscheinen zwei bis drei mal pro Jahr. An der Versionsnummer, die durch die Feature Updates angehoben wird, erkennt man, wann diese fertiggestellt wurden – so beispielsweise Version 1607, die im Juli 2016 fertiggestellt wurde. Ausgerollt werden die Updates dann als Builds, die ebenfalls eine eindeutige Kennzeichnung erhalten. Das Update 1607 erhielt die Buildnummer 14393.

Zum anderen erscheinen monatliche Updates, die neben Treiberaktualisierungen auch Sicherheitsprobleme adressieren und Stabilitätsverbesserungen bringen. Weiterhin sind hier aber auch Updates für Microsoft Produkte integriert, beispielsweise für Office oder Visual Studio. Diese Quality Updates erscheinen in der Regel am zweiten Dienstag im Monat. Bei kritischen Sicherheitslücken kann es aber auch einmal außerplanmäßige Updates geben. Das Sicherheitsupdate für Version 1607, aus dem Januar diesen Jahres, ist an einem Zusatz der Buildnummer zu erkennen – Build 14393.693.

Eine Besonderheit der Quality Updates ist, dass sie kumulativ sind, das bedeutet, dass nur die Teile des Updates heruntergeladen werden, die benötigt werden. Sollte man einmal ein Quality Update auslassen, so beinhaltet das nachfolgende Update alle wichtigen Patches die auf dem System fehlen.

Eine zusätzliche Art der Updates sind die Definitions-Updates, die das hauseigene Antiviren-Programm Windows Defender mit Aktualisierungen versorgen.

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Wie werden die Windows 10 Updates verteilt

Die Windows 10 Updates für den Heimanwender, egal ob Feature, Quality oder Definitions-Updates, werden über den Windows Update Service bereitgestellt. Dabei spielt die Current Branch (zu Deutsch soviel wie der Updatezweig) eine große Rolle. Standardmäßig ist jeder Windows 10 PC auf diesem Zweig eingeordnet. Das heißt, man bekommt die Windows 10 Updates direkt nachdem sie veröffentlicht werden. Bei Feature Updates kann es hier zu einer Verzögerung kommen, da die Redmonder beim Ausrollen in Wellen vorgehen, damit die Server beim Update der über einhundert Millionen Windows 10 Geräte nicht unnötig überlastet werden.

Nur am Rande erwähnt: Für Businesskunden sieht das etwas anders aus. Hier ist der Rollout um bis zu vier Monate verzögert. Die Gründe dafür sind verschieden, zum einen müssen viele Businesskunden erst die Vorbereitungen für ein solches Update treffen. Zum anderen ist so noch etwas Zeit kritische Probleme der Updates im Vorfeld zu beheben. Der Updateprozess läuft hier über die Windows Server Update Services. Warum ich das hier mit erwähne? Durch die Current Branch for Business lassen sich Windows Updates verzögern, auch auf dem Heimrechner. Aber dazu später mehr.

Windows 10 Updatestatus und Version checken

Windows 10 Updateverlauf - letzte installierte Updates anzeigen lassen

Um euch einen Überblick der installierten Updates zu verschaffen, navigiert zu Einstellungen -> Update & Sicherheit -> Windows Updates und klickt auf den Link zum Updateverlauf. Hier lassen sich installierte Updates auch wieder entfernen. Dies ist aber nur ratsam, falls es ernsthafte Probleme mit einem bestimmten Update gibt, beispielsweise bei Treiberkomplikationen.

Um herauszufinden, welche Windows 10 Version aktuell auf dem System läuft, navigiert zu Einstellungen -> System -> Info. Dort findet man zum einen die Versionsnummer, zum anderen aber auch die installierte Build, inkl. Quality Update.

Wann werden Windows Updates installiert

Windows Updates werden automatisch im Hintergrund heruntergeladen, sofern die Verbindungsgeschwindigkeit dies zulässt. Dass nach jedem Update ein Neustart fällig wird, hat schon den einen oder anderen während der Arbeit gestört. Dies lässt sich seit dem Anniversary Update (Version 1607) ändern. Denn Microsoft hat dem System eine Einstellung verpasst, mit der man die die Nutzungszeit definieren kann. In dieser Zeit wird das Windows Update nicht zum Neustart auffordern und man wird bei einem notwendigen Update nicht mehr plötzlich aus dem Workflow gerissen.

Windows 10 Update - Nutzungszeiten einstellen

Diese Einstellung findet sich ebenfalls unter Einstellungen -> Update & Sicherheit -> Windows Update. Für die Nutzungszeit kann ein Zeitraum zwischen einer und zwölf Stunden angegeben werden. In dieser Zeit hat man dann seine Ruhe und kann sich der Arbeit am Computer widmen.

Feature Updates zurückstellen

Normalerweise ist es für Heimanwender nicht angedacht Feature Updates zurückzustellen. Doch wie bereits oben erwähnt, können Business Kunden die Updates bis zu vier Monate verzögern. Möglich ist es also über Umwege auch für die Heimnutzer auf ein Feature Update vorerst zu verzichten. Um dies zu bewerkstelligen muss man in die Current Branch for Business wechseln. Dies gilt jedoch nur für die Pro, Enterprise oder Education Varianten von Windows 10. In der Home Variante gibt es leider keine Möglichkeit Feature Updates zu verzögern.

Windows 10 Update - Erweiterte Optionen

Solltet ihr im Besitz einer der genannten Windows Varianten sein, so könnt ihr wie folgt vorgehen um ein Feature Update für bis zu vier Monate auszusetzen. Dazu wieder einmal zu Einstellungen -> Update & Sicherheit -> Windows Update navigieren und diesmal den Punkt Erweiterte Optionen auswählen. Hier hat man die Möglichkeit, per Checkbox die Feature Updates zurückzustellen. Sobald der Haken gesetzt ist, ist man in der Current Branch for Business.

Wem das noch nicht genug ist, der kann über die Gruppenrichtlinien weiterhin den Zeitraum auf bis zu 180 Tage ausweiten. Dazu muss der PC über den Gruppenrichtlinien Editor in die Current Branch for Business gesetzt werden. Dazu lässt sich dann noch der Verzögerungszeitraum definieren.

Um diese Einstellungen zu setzen muss zunächst der Editor für lokale Gruppenrichtlinien gestartet werden. Am schnellsten geht dies durch einen Druck auf die Windows Taste und anschließender Eingabe von „gpedit“ (Alternativ: ‚Windowstaste + r‘ drücken und „gpedit.msc“ eingeben). Nun muss man sich ein wenig durch die Ordnerstruktur klicken: Computerkonfiguration -> Administrative Vorlagen -> Windows-Komponenten -> Windows Update -> Windows-Updates zurückstellen. Hier findet man die Einstellungen für Feature Updates (Funktionsupdates) und auch für Quality Updates (Qualitätsupdates). Die relevanten Einstellungen entnehmt bitte dem Screenshot, der Zeitraum kann beliebig gewählt werden, maximal jedoch auf 180 Tage gesetzt werden.

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Der Gruppenrichtlinien Editor ermöglicht das zurückstellen von Feature Updates bis zu 180 Tagen

Quality Updates zurückstellen

Wie auch schon bei den Feature Updates, ist es Nutzer der Home Variante von Windows 10 nicht möglich Quality Updates zurückzustellen. Für die Pro, Education und Enterprise Varianten lassen sich diese aber bis zu 30 Tage aussetzen. Dazu geht den selben Weg wie oben für die Features beschrieben.

Für die Quality Updates muss man hingegen aber nicht die Branch wechseln, denn diese gilt nur für die Feature Updates. Weiterhin kann das Update nur bis zu 30 Tage zurückgestellt werden. Mit dem Creators Update wird es einen zusätzlichen Weg geben, die Quality Updates zu pausieren. In den erweiterten Optionen der Updates wird dann künftig eine entsprechende Checkbox vorhanden sein.