Kommentar
WWDC 2015 – Apple Music als lahmer Spotify Klon

Mit Apple Music hat das Unternehmen aus Cupertino seinen Konkurrenten zu Spotify und Co. vorgestellt. Ueberzeugen kann dieser Service dabei aber noch nicht wirklich.

Es kam wie es kommen musste. Apple und sein jetziger CEO haben sich nun final vom Uebervater Steve Jobs emanzipiert. Der ewige Steve und die ultimative Tech-Ikone fuer viele Anhaenger des angebissenen Apfels, hat sich immer gegen Abomodelle im Streamingbereich gewehrt. Ein Grund dafuer, warum Apple auf diesem Markt in den letzten Jahren ueberhaupt kein Land sah.

Jetzt soll alles anders werden, denn Apple Music ist da. Sozusagen das „one more thing“ der diesjaehrigen WWDC Keynote, wobei man sich nach der Ankuendigung wirklich fragt, was denn an der Nummer nun so besonders ist… mal abgesehen von den typischen Apple Marketingfloskeln. $9.99 kostet das einfache Abo und fuer $14.99 kann man eine komplette Familie mit insgesamt 6 Konten versorgen. Aber welche typische Familie besteht denn aus 6 Personen oder sollen Oma und Opa nun auch Lady Gaga und Co via Stream empfangen?

Downloads, Streaming Radio und Streaming Musik, ach und natuerlich kann Apple Music auch Empfehlungen aufgrund der persoenlichen Vorlieben treffen. Ah ja! 30 Millionen Tracks stehen zur Verfuegung und auch damit bewegt man sich auf dem Level der anderen Services. Wohl mit ein Grund, warum der Spotify CEO sich zu folgendem, inzwischen geloeschten, Tweet hinreissen lassen musste:

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iTunes Radio soll letztendlich die Kohlen aus dem Feuer holen. Dr. Dre oder will.i.am werden dort in Zukunft als DJs auftreten… Sorry, ich halte es fuer einen riesigen Marketing Bullshit. Mir ist es sowas von  Wumpe ob einer von denen Mucke auflegt oder nicht, ich hoere letztendlich eh das was ich hoeren moechte… Das macht alles ganz schwer den Eindruck als wuerde man verzeifelt nach einem Alleinstellungsmerkmal fuer Apple Music suchen. Gefunden hat man ihn bisher nicht.

Die erste Station nennt sich dann uebrigens BeatsOne und wird von den 3 DJs Ebro Darden, Julie Adenuga und Zane Lowe bespielt. Abonennten koennen so viele Titel skippen wie sie wollen und… ach, ich werde gerade ziemlich lustlos bei der Nummer. Warum schreibe ich eigentlich so ein belangloses Zeug runter? Wieviele Dienste bieten dies eigentlich schon seit Jahren? Das ist ja als haette heute Apple iOS 5 vorgestellt!

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Connect soll es richten

Das Connect Feature hoert sich dann in der Tat ein wenig besonders an, was aber ehrlich gesagt nicht heisst, dass es dadurch besser wird. Kuenstler koennen Musik, Fotos und Nachrichten hochladen. Prima, das machen sie ja auch noch nicht via Twitter, Instagram, Facebook und Co.!

Fazit: Nichts neues im Westen!

Wenn Prinz Valium eine Featureliste fuer einen Musikservice erstellen muesste, herausgekommen waere Apple Music. Eine langweilige Kopie von Spotify mit vermeintlich spannenden Features, die eher wie ein kreativer Offenbarungseid der Macher anmuten. Da laesst auch die durchaus erfrischende Siri-Integration („Siri, spiel mir doch mal die Nummer 1 aus dem Jahre 1979“) keine Hoffnung mehr aufkommen.

Aber wisst ihr was? Das Dingen wird funktionieren, erfolgreich sein und letztendlich von den diversen Anhaenger wieder als ultimative Neuerfindung des Musik-Streamings gefeiert werden.

Ich bleib bei Spotify und das hat 3 fuer mich ganz wichtige Gruende:

1. Die kommen aus Europa
2. Ich bin ein loyaler Anhaenger von Underdogs und Firmen, die Maerkte definierten
3. Apples Bankkonto ist schon dick genug