Testbericht
Xiaomi Mi Note Kamera-Test: Unterwegs in Hongkong

Die 13MP Kamera des Xiaomi Mi Note wurde groß angepriesen, doch wie gut ist sie wirklich? Wir haben sie auf einer Kurzreise nach Hongkong ausführlich getestet

Auf der Rückreise von Shenzhen, wo ich das neue Xiaomi Mi Note gekauft habe, habe ich drei Tage in Hongkong verbracht. Genug Zeit also, um die Kamera das Xiaomi Mi Note ausführlich zu testen und nebenbei Hongkong zu erkunden. Ich nehme euch einfach mal mit und wir schauen einfach mal unterwegs, wie sich die Kamera des Xiaomi Mi Note bei den unterschiedlichsten Verhältnissen schlägt.

Zum ausführlichen Test des Mi Note geht es hier: Xiaomi Mi Note Test

xiaomi mi note kamera nahansichtDie Kamera des Xiaomi Mi Note

Bevor es mit unserer Reise losgeht, ein kurzer Blick in die technischen Daten der Kamera im Xiaomi Mi Note. Die Kamera löst mit 13 Megapixeln auf und bietet eine optische Bildstabilisierung, die vor allem im Dunkeln und bei Videos für bessere Ergebnisse sorgt. Der Sony IMX214 Sensor mit einer Größe von 1/3.06″ und einer Blende von f/2.0 bietet zudem eine HDR-Video Möglichkeit bei 720p, 1080p und sogar bei 4K Auflösung! Dazu kommt auf der Rückseite ein zweifarbiger Blitz, der die Hauttöne schön natürlich herüberbringt. Die Front hat eine 4 Megapixel-Kamera mit 2micron-großen Pixeln und nutzt dabei die Ultrapixel Technologie, die vom HTC One M8 bekannt ist.
Insgesamt also gute Voraussetzungen für gute Fotos.

Für Geeks: Apliu Street & Golden Computer Plaza

Nachdem ich vier Tage und über 50 Kilometer in Shenzhens Elektronikmärkten zurückgelegt habe (Bericht folgt), war mir nach etwas Ablenkung. Ich ging also zu einem Elektronikmarkt. Der Sham Shui Po Elektronikmarkt ist in der Apliu Street gelegen und bietet viele kleine Marktstände in der Mitte der Straße sowie Ladengeschäfte am Rand. Das Angebot reicht dabei von gebrauchten Kameras und Objektiven, über Smartphones, Kabel, Hüllen hin zu Sicherheitskameras und LED-Beleuchtung.

Das Gute im Vergleich zu Shenzhen: Die Händler sind auf gewöhnliche Kunden eingestellt und nicht auf Großhändler. Der Nachteil: Die Preise sind mindestens doppelt so hoch, bei Zubehör oft eher 4-5 Mal. Eine gute Anlaufstelle für Computerspiele, Mainboards, Tablets und Router bietet die Golden Computer Plaza, die sich auf zwei Stockwerken erstreckt. Preise für bei uns erhältliche Tablets oder Smartphones von Samsung, HTC oder Apple sind oft höher als in Deutschland, der Kauf lohnt sich kaum. Falls ihr trotzdem etwas kaufen wollt wie zum Beispiel Zubehör: Handeln nicht vergessen.

Der Autofokus ist manchmal etwas ungenau
Der Autofokus ist manchmal etwas ungenau

Durch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse in den Märkten habe ich ein erstes Gefühl für die Kamera des Xiaomi Mi Note bekommen. Zum einen kann die Kamera auf unterschiedliche Weisen gestartet werden: Im Lockscreen nach rechts wischen, die zurück-Taste im Lockscreen lange gedrückt halten oder einfach nur die Kamera-App starten.

Das schöne ist, dass die Kamera in der Tat schnell startet und auf dem Niveau vom Galaxy Note 4 liegt – schnelle Schnappschüsse aus der Situation heraus sind damit also durchaus möglich, gelingen aber nicht immer. Das liegt vor allem an dem manchmal langsamen und ungenauen Autofokus. Die Bilder werden zwar in 9 von 10 Fällen scharf, aber das ist ein Fall zu viel, wo der Fokus komplett daneben liegt; sowohl das iPhone 6 Plus als auch das Galaxy Note 4 oder Huawei Ascend Mate 7 sind genauer.

Xiaomi Mi Note Foto Hongkong Markt Apliu Street LED BeleuchtungDie Bildqualität kann bei den Szenen mit Schatten und gleichzeitig viel Licht überzeugen (siehe z.B. LED-Beleuchtungsladen, was übrigens kein HDR-Bild ist). Die hellen Bereiche sind nicht überbelichtet und in den Schatten kann man noch Details erkennen.

Hilfreich dabei ist auch der Auto HDR-Modus, in dem sich das Xiaomi Mi Note automatisch beim Kamerastart befindet. Man kann dabei zwischen Auto, Normal, Live und Off wählen, der Automodus schaltet sich allerdings so logisch nachvollziehbar hinzu, sodass ich ihn immer auf Auto anließ.

Was ebenfalls Spaß macht, ist die intuitive Tap-to-focus Funktion. Man tippt auf einen Bildschirmbereich, damit dieser scharfgestellt wird und kann direkt an der gleichen Stelle den Auslöser drücken. Besonders nützlich ist diese Funktion, wenn man einhändig fotografiert und der Finger gerade nicht bis zum Auslöser reicht. Dazu kommt, dass man, nachdem man fokussiert hat, sehr einfach die Belichtungskorrektur anpassen kann, indem man einfach eine Kreisbewegung auf dem Bildschirm vollzieht: Im Uhrzeigersinn drehen und das Bild wird heller, in die andere Richtung drehen und das Bild wird dunkler. Der EV-Wert wird dabei am linken Bildschirmrand angezeigt.

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Laser Show & Hollywood Walk

Xiaomi Mi Note Foto Hongkong Hollywood Walk of Fame Bruce LeeAbends ging es zur berühmten Laser Show in Hongkong, der Symphony of Lights. Jeden Abend pünktlich um 20 Uhr spielen Laserlichter auf den Hochhäusern der Skyline, untermalt wird das ganze von Musik. Die perfekte Gelegenheit also, um die Kamera bei wenig Licht zu testen und ein Video zu schießen.

Ganz ehrlich: Ich war überrascht, wie gut sich das Xiaomi Mi Note geschlagen hat. Die Bilder waren zum großen Teil scharf und die Belichtung hat so gut wie immer gestimmt, sonst konnte man sie schnell anpassen. Spaß gemacht hat auch der manuelle Modus, mit dem man Weißabgleich, Fokus, Belichtungszeit und ISO einstellen konnte. Bei ruhiger Hand oder mit Stativ kann man somit deutlich rauschärmere Bilder schießen.

Insgesamt ist das Xiaomi Mi Note erstaunlich nah an der Bildqualität des iPhone 6 Plus dran – eine beachtliche Leistung. Auch die Videos in 4K und 1080p lassen sich durchaus sehen, wobei die Bildstabilisierung des iPhone 6 Plus deutlich besser arbeitet.
Nach der Laser Show gab es noch einen kleinen Spaziergang am chinesischen Hollywood Walk of Fame. Auch wenn der Fokus nicht komplett stimmt, so ist dieses Bild von Bruce Lee eines meiner Lieblingsfotos aus Hongkong.

Xiaomi Mi Note links, iPhone 6 Plus rechts

 

 

Victoria Peak

Oh nein, Selfies!
Oh nein, Selfies!

Am nächsten Tag ging es mit der Peak Tram zum Victoria Peak, der höchsten Erhebung Hongkongs. Von der Aussichtsplattform aus hat man eine wunderschöne Sicht auf die Stadt. Man steht also da, schaut in die Ferne und denkt sich: Super, diesen Smog atme ich die ganze Zeit ein. Dort oben kurz das Unboxing gedreht ging es dann weiter um den Berg herum mit tollen Locations für Bilder, Panoramas, Videos und… Selfies!

Nutzt man die 4 Megapixel Frontkamera so fällt einem sofort auf, dass um sein Gesicht ein Kasten mit einer Altersangabe erscheint. Warum? Das können wir gemeinsam in den Kommentaren raten. Ich vermute, damit man sich etwas jünger auf dem Bild positionieren kann, oder damit man beim Geburtstagsselfie mit seiner Oma weiß, wie alt die Oma denn jetzt geworden ist (Mangels Oma in Griffnähe kann ich das nicht verifizieren) oder damit man täglich daran erinnert wird, wie lange man schon auf dieser Erde weilt.
Überraschenderweise ist die Alterseinschätzung erstaunlich präzise, auch wenn sie je nach Tagesform ab und zu schwankt. Neben einem Beauty-Filter, der eure Haut aussehen lässt wie einen Babypopo, gibt es auch diverse andere Filter. Videos kann man auch aufnehmen in FullHD.

Hongkong Skyline vom Victoria Peak

Apropos Videos. Auch bei Tag sind die Videos der rückwärtigen Kamera ordentlich. Der HDR-Modus lässt die Videos zwar etwas blass aussehen, bietet dafür bei der Nachbearbeitung allerdings mehr Spielraum. Der Ton geht in Ordnung, kommt allerdings nicht an die Qualität eines Lumia 930 oder 1020 heran. Bei den Schwenks hat man wieder gemerkt, dass die Bildstabilisierung des iPhone 6 Plus ein deutlich flüssigeres Bild erzeugt.

Mid Level Escalator & weitere Eindrücke

Xiaomi Mi Note Foto Hongkong Mid-central escalatorAm nächsten Tag ging es noch mit dem Mid Level Escalator in den Central/West District, wo ich nochmal einen letzten 13€-Döner zu mir genommen habe (Gott, habe ich den in Taiwan vermisst!). Der Mid Level Escalator ist mit 800 Metern das längste offene Rolltreppensystem der Welt und bringt Pendler von ihren Wohnungen in Mid-levels in die Business districts in Central und umgekehrt. Die Rolltreppe fließt immer nur in eine Richtung und wird täglich um kurz nach zehn umgestellt. Beeindruckend ist die Vielfalt an Cafes und Restaurants aus aller Welt sowie natürlich auch eine ganze Menge an Expats, die auf Hongkong Island leben.

Fazit

Die Kamera des Xiaomi Mi Note konnte in Hongkong überzeugen und kommt erstaunlich nah an das iPhone 6 Plus heran. Die Kamera App ist simpel und intuitiv aufgebaut, sodass man schnell zu guten Ergebnissen kommt. Wem das nicht reicht, der kann auch noch den Experten-Modus einschalten. Sowohl bei wenig Licht als auch bei Licht/Schatten-Kompositionen bleiben viele Details erhalten, sodass die Bilder sich auch zur Nachbearbeitung via Snapseed & co sehr gut eignen. Insgesamt betrachtet hat das Xiaomi Mi Note eines der besten Kameras auf dem Markt und die drei Tage in Hongkong haben mir damit viel Spaß bereitet.