Mi5c: Xiaomi stellt erstes Smartphone mit eigenem SoC vor

Mit dem Mi5c hat Xiaomi nun sein erstes Smartphone mit eigenem Pinecone SoC vorgestellt. Beim Surge S1 handelt es sich um einen Mittelklasse-Prozessor. 

Xiaomi ist überraschenderweise ja nicht beim MWC vertreten, aber das muss natürlich nicht heißen, dass Xiaomi nichts Neues zu zeigen hätte. Bereits seit einiger Zeit warten Smartphone-Fans darauf, dass mit Xiaomi ein weiterer Hersteller Hardware mit selbst-produzierten SoCs (System on a chip) herausbringt. Jetzt ist es so weit und Xiaomi tritt in dieser Disziplin in die Fußstapfen von Unternehmen wie Huawei, Apple und Samsung und bringt mit dem Xiaomi Mi5c ein Smartphone auf den Markt, in welchem ein selbst produzierter Prozessor seine Arbeit verrichtet.

Surge S1

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“Surge S1” hat Xiaomi sein SoC getauft und bringt damit einen Prozessor an den Start, den wir aufgrund seiner Performance eher in der Mittelklasse verorten. Folgerichtig vergleicht Xiaomi den Surge S1 auch nicht etwa mit den High-End-SoCs, sondern mit dem Snapdragon 625 und den SoCs P10 und P20 von MediaTek.

Wie ihr sehen könnt, platziert sich beim Geek Bench der Surge S1 sehr ordentlich und muss nur dem MediaTek P20 den Vortritt lassen, beim GPU-Test versägt der Xiaomi-Prozessor alle drei SoCs sogar sehr souverän. Produziert wird der Prozessor von Beijing Pinecone Electronics, einem Xiaomi-eigenen Unternehmen und zwar im 28nm-Verfahren.

Der Surge S1 setzt aus big.LITTLE-Design und kombiniert vier A53-Kerne mit 2,2 GHz mit weiteren vier A53-Kernen, die mit 1,4 GHz takten. Wir haben es hier also mit einem 64-Bit-fähigen Octa-Core-SoC zu tun. Ihm zur Seite stellt man für die Grafik die vierkernige Mali-T860-GPU, die deutlich effizienter und sparsamer arbeiten soll als ihre Vorgängerin.

Klar, dass Xiaomi stolz wie Hulle ist und mit diesem eigenen Prozessor nun den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem großen Smartphone-Hersteller gemacht hat. Dass man die Chipsätze selbst fertigen kann, bringt gleich mehrere Vorteile. Zum Beispiel spart Xiaomi selbst Kosten bei der Produktion, weil man keine fremden SoCs lizenzieren muss und kann somit seine Smartphones günstiger herstellen. Aber auch wir Nutzer produzieren davon, weil wir auf schnellere Android-Updates hoffen dürfen.

Xiaomi Mi5c

Bei all der Aufregung um Xiaomis SoC-Einstand wollen wir aber nun auch nicht vergessen, dass es diesen neuen Prozessor ja auch bereits in einem ebenfalls neu vorgestellten Smartphone gibt, dem Xiaomi Mi5c, einem Ableger des Xiaomi Mi5 aus dem letzten Jahr. Den Preis für das spektakulärste Smartphone der Welt wird Xiaomi damit nicht holen, aber darum geht es in diesem Fall ja auch gar nicht. Lasst uns kurz auf die technischen Daten schauen:

Display5,15 Zoll großes Display mit der FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln
ProzessorPinecone Surge S1 Octa-Core-SoC
RAM3 GB LPDDR3 RAM
Speicher64 GB eMMC 5.0 interner Speicher
BetriebssystemAndroid 7.0 Nougat (Update auf 7.1 für März angekündigt)
Kamera hinten12 MP Cam mit f/2.2-Blende und 1,25 Mikrometer großen Pixeln
Kamera vorne8 MP Selfie-Cam mit f/2.0-Blende
Akku2.860 mAh Akku mit 9V/2A Fast Charging
SicherheitFingerabdrucksensor
Gewicht132 Gramm
Maße7,09 mm dünn

Xiaomi bietet hier solide Mittelklasse auf, die technisch so ziemlich jedem durchschnittlichen Smartphone-Nutzer locker ausreichen sollte. Weder der 2.860 mAh Akku noch die Kameras oder das FullHD-Panel enttäuschen und gerade in der Preisklasse, in der sich Xiaomi mit dem Mi5c befindet, dürfen wir wohl nicht mit viel anspruchsvollerer Technik rechnen. Zum Display sollten wir aber noch sagen, dass die Ränder äußerst dünn geraten sind und das Panel mit bis zu 550 Nit auch äußerst hell ist – somit sollte es auch in der Sonne gut ablesbar sein.

Android 7.0 Nougat ist auf dem Smartphone bereits installiert, wobei man bei der Präsentation schon verlauten ließ, dass bereits im März das Update auf Android 7.1 kommen soll. Mit 7,09 mm ist das Smartphone sehr dünn geraten, zudem wiegt das in Metall gehüllte Gerät 132 Gramm.

Wie immer der enttäuschende Teil am Ende einer Xiaomi-Meldung: Natürlich werden wir das Mi5c in Deutschland nicht auf offiziellem Weg kaufen können – geht da am besten den Weg über den Chiina-Händler eures Vertrauens. Regulär wird es in China ab dem 03. März zu kaufen sein, wobei ein Preis von 1 499 RMB oder umgerechnet etwa 205 Euro aufgerufen wird. Das macht das Xiaomi Mi5c zu einer sehr günstigen, abgespeckten Mi5-Alternative.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Xiaomi – trotz nicht so toller Zahlen im letzten Jahr – seinen Weg entschlossen weitergeht. Der ein oder andere mag vielleicht enttäuscht sein, dass Xiaomi mit dem Surge S1 einen Mittelklasse-Prozessor vorgestellt hat und nicht etwa ein High-End-SoC, welches es mit einem Qualcomm Snapdragon 835 oder einem Samsung Exynos 9 aufnehmen kann.

Die Strategie ist für mich aber absolut nachvollziehbar und vernünftig: So kann Xiaomi jetzt mit dem Xiaomi Mi5c erst mal vorfühlen, sowohl was die Reaktion der Kunden angeht als auch die Performance des SoCs an sich beobachten. Daraus wird man genügend Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln können, um dann auch später mit stärkeren SoCs den Premium-Bereich abdecken zu können.

Quellen: Engadget und TechCrunch