Youtube und Blogging-Ausrüstung – Meine Kamera und Equipment

Auf dem Mobile Geeks Youtube-Kanal veröffentlichen wir immer wieder Testvideos, Hands-Ons und vieles mehr. Auch auf Events müssen oft Fotos gemacht, Interviews geführt werden usw. Dabei muss man sich oft an unterschiedliche Situationen anpassen. Hier stelle ich euch mein Video- und Blogging-Equipment vor. Im Video dazu seht Ihr meine Ausrüstung auch einmal im Einsatz.
von Ümit Memisoglu am 31. Juli 2017

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Kamera: Canon EOS 80D

Als Kamera meiner Blogging-Ausrüstung nutze ich die Canon EOS 80D (mit Kitobjektiv), welche mir von Canon freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, denn meine alte Sony hat sich leider vor kurzem von mir verabschiedet.

Die 80D gefällt mir besonders gut, weil man mit ihr nicht nur tolle Videos aufnehmen kann, sondern auch professionelle Bilder. Für Blogging und Youtube-Videos ist beides wichtig. Viele Kameras können nur das eine gut, aber schwächeln in der anderen Disziplin. Hier liefert Canon ein starkes Gesamtpaket, wenn man nicht unbedingt 4K-Aufnahmen benötigt, sondern auch mit 1080p mit bis zu 60 FPS zufrieden ist.

Die Canon 80D keine „einfache“ Systemkamera wie z.B. eine GH4 oder Sony a6300, sondern ist mit einem eingebauten Spiegel auch eine DSLR. Dieser lässt sich auf Wunsch für Fotos hoch oder runterklappen. Bei dem Sensor handelt es sich um einen CMOS-Sensor mit 24 Megapixel. Es setzt auf die Dual Pixel CMOS-AF-Technologie, welche mit der 70D eingeführt wurde. Dabei werden doppelt so viele Photodioden wie Bildpunkte eingesetzt. Das ermöglicht einen super schnellen kontinuierlichen Autofokus im Foto- sowie Videomodus, der die meisten Kameras alt aussehen lässt.

Vor allem im Außeneinsatz ist das sehr wichtig, da man nicht immer die Zeit hat den Fokus manuell einzustellen. Gerade bei Serienaufnahmen mit 7 Bildern pro Sekunde oder Videos mit sich bewegenden Objekten oder Personen ist ein derart schneller Fokus unverzichtbar. Dadurch wirkt der automatische Fokus in Videos auch sehr subtil und ist kaum sichtbar. Im Video zu diesem Artikel demonstriere ich das auch kurz.

Auch im Liveview-Modus, wo der Liveview-Autofokus bei vielen DSLRs oft über einer Sekunde beträgt, stellt die 80D in nur 0,11 Sekunden das Bild scharf. Da ich es gerne einfach habe, erleichtert das meine Arbeit ungemein. Auch für Familien, die gerne spielende Kinder aufnehmen oder für Sportfotografie ist die 80D eine gute Wahl.

Canon Eos 80D

Das ganze funktioniert auch super mit der Gesichtserkennung: Personen werden nicht nur von vorne, sondern auch von der Seite oder von Hinten erkannt. So muss man sich nicht sorgen, dass plötzlich auf etwas anderes fokussiert wird. Vlogger dürften deshalb auch ihren Spaß damit haben. Vor allem, weil sich das LCD-Display drehen und schwenken lässt. Dabei handelt es sich auch um einen Touchscreen, der die Bedienung sehr erleichtert. Für das Navigieren durch die Menüs oder zum Zoomen muss man nicht unnötig lange an Reglern und Knöpfen rumfummeln.

Auch das Fokussieren wird einem dadurch einfacher gemacht. Schön ist auch, dass ich meine aktuellen Kameraeinstellungen dank der beleuchteten Monochromen Kontroll-LCD auf der Oberseite immer im Überblick habe. Zudem sehe ich direkt, wie viel Platz ich auf meiner Speicherkarte noch habe.

Interessant ist bei der 80D auch, dass man hier mit dem ISO-Wert auf bis zu 25.600 gehen kann. Das wird man aber wahrscheinlich gar nicht, bzw. in den seltensten Fällen jemals einstellen. Ich selbst gehe normalerweise auf maximal 6400, wonach das Rauschen langsam erkennbarer wird. In dem meisten Fällen bleibt man, vor allem bei Videos im Bereich zwischen 100 und 800, was unproblematisch ist, da bis 1600 gar kein Rauschen eintritt und das Bild auch bis 3200 kaum an Qualität verliert. Auch erreicht man tolle Belichtungszeiten von 30s bis 1/8000s. So lassen sich gut Videos und Bilder bei guten sowie schlechten Lichtverhältnissen aufnehmen. Dabei sind diese qualitativ wirklich toll und da ich gerne mit einem neutralen Profil aufnehme oder Bilder im RAW Format aufnehme, kann man das ganze dann natürlich super nachbearbeiten, wenn man will. Alternative Profile und Filter gibt es aber auch.

Canon EOS 80D Foto

Ansonsten hat man hier noch eine Blitzschuh, wo ich mein Mikrofon angedocken und am Audioeingang angeschließen kann. Über einen zusätzlichen Kopfhörerausgang kann man den Ton dann überwachen. Außerdem lässt sich eine SD-Karte mit bis zu 256 GB einsetzen.

Der Akku ist 1865 mAh stark und hat eine ziemlich gute Akkulaufzeit. Als ich das verlinkte Video aufgenommen habe, hatte ich nach 2 Stunden Videomaterial und vielen Fotos immer noch 50% übrig. Ein Blitz ist auch integriert und lässt sich einfach durch einen Knopfdruck ausfahren. NFC und WLAN sind natürlich auch mit dabei und erleichtern hier die Datenübertragung oder ermöglichen es auch die 80D per App zu steuern. Als weitere Anschlüsse hat man noch einen microUSB- und einen HDMI-Anschluss.

Und bevor ich es vergesse: Es super verarbeitet und das Handling toll. Insgesamt bin ich mehr als zufrieden damit. Für den Einstieg in Video und Foto und auch für Profis  ist es eine tolle Kamera.

Objektiv: Canon EF-S 18-135mm F3.5-5.6 IS USM

Bei dem Objektiv handelt es sich um ein Kit-Objektiv von Canon, welches man entweder im Bundle (günstiger) oder einzeln dazukaufen kann. Die meisten Kit-Objektive sind oft nur zweckmäßig gut und man sagt auch oft: Eine Kamera ist so gut wie das angeschlossene Objektiv. In dem Fall habe ich mich aber bewusst für das Kitobjektiv entschieden. Nicht nur weil es günstiger ist, sondern auch ein echt guter Allrounder für Fotos und Videos mit einer tollen Verarbeitung. Dieser arbeitet mit einem Nano-USM-Fokusmotor und ist dazu auch fast Geräuschlos und super schnell. Auch hier gilt, wenn man einen schnellen Fokus braucht, hat man hier einen klaren Vorteil gegenüber anderen Alternativen, denn das Objektiv ist wirklich gut auf die zusammenarbeit mit der 80D optimiert.

Die Abbildungsqualität wird trotz einer relativ großen Brennweite kaum beeinträchtigt. Wie bei den meisten Kit-Objektiven ist die Blende mit f/3.5-5.6 relativ groß und auch nicht fixiert, weshalb sich beim Zoomen die Blende ändert. Wer das vermeiden will, muss mit dem Preis etwas höher gehen. Ich komme aber gut damit zurecht. Dafür kann man nämlich bis zu 7,5-fach zoomen und der optische Bildstabilisator ist wirklich klasse, sodass ich mir weder bei Videos mit Freihandaufnahmen, bei improvisierten Kamerafahrten oder bei Fotos Sorgen machen muss. Wer will, kann sich auch für bessere Zoom-Fahrten einen passenden Zoom-Motor von Canon kaufen.

Sonnenblende und Filter

Als Kamera-Zubehör nutze ich mehrere Dinge. Der UV-Filter von Walimex filtert eigentlich nichts, aber er ist farbneutral und beeinträchtigt nicht die Bildqualität, sodass ich es als Schutz für mein Objektiv nutze.

Walixmex UV-Filter

Nützlicher hingegen ist der zirkulare Polarisationsfilter von Amazon Basics, denn den Effekt den man damit erzielen kann, schafft man mit keinem Bearbeitungsprogramm. Durch das Drehen an dem Filter kann man Spiegelungen zum Großteil entfernen und Oberflächen matter wirken lassen. Das ist z.B. gut für Gebäude-Fotographie, weil diese natürlich oft mit vielen Fenstern ausgestattet sind.

AmazonBasics Polarisationsfilter

Die Sonnenblende von Profox hilft dabei, trotz Gegenlicht aus verschiedenen Richtungen ein gutes Bild zu erhalten, da sie verhindert, dass das Licht direkt auf die Linse trifft. Dieses lasse ich immer auf der Kamera.

Profox Sonnenblende

Die Weißabgleichkarten von Kaavie verwende ich vor den meisten Aufnahmen. Damit kann man sicherstellen, dass die Qualität und die Farben des Videos immer richtig sind. Dazu nutzt man vor allem die graue Karte. Diese gefallen mir sehr gut, weil ich sie wegen Ihres Hosentaschenformats immer mitnehmen kann. Wenn ihr nicht viel nachbearbeiten wollt, sind Weißabgleichkarten eure besten Freunde.

Kaavie Weißabgleichkarten

Ersatz-Akkus dürfen unterwegs auch nicht fehlen. Da ein Original-Akku mit 65 Euro nicht sehr günstig ist, nutze ich die Baxxtar-Akkus von Bundlestar, weil ich diese auch schon bei meiner alten Sony genutzt hatte. Im Bundle kam es mit 2 Akkus und einem Ladegerät für fast denselben Preis. Günstige Akkus haben sie für sehr viele gängige Kameras in verschiedenen Bundles oder auch einzeln. Dabei halten die Akkus genauso lange wie das Original und sind gut verarbeitet.

Richtmikrofon: Shure VP83 Lenshopper

Das Shure VP83 Lenshopper-Mikrofon ist eine super Alternative für das Rode Videomic Pro, denn qualitativ gefällt mir der Sound nochmal besser. Es wird auch von Internet-Berühmtheiten wie Casey Neistat benutzt. Ich persönlich mag es auch sehr, weil ich den Sound kaum nachbearbeiten muss und ich auch nichts nachsynchronisieren muss. Sehr schön ist es für Situationen, wo man mehr als nur die eigene Stimme aufnehmen will.

Shure VP83 Lenshopper

Das Mikrofon ist sehr schön verarbeitet und kommt mit einem Popschutz und ist stoßgededämpft. Der Blitzschuh-Adapter passt ohne Probleme in den Blitzschuh jeder Kamera und per 3,5 mm großen Klinkenstecker lässt es sich einfach anstecken. Um es in Betrieb zu nehmen, benötigt man eine AA-Batterie und kann damit auch die Vorverstärkerfunktion nutzen. Möglich sind hier +20, 0 und -10 DB. Ein Low-Cut-Filter hilft bei der Reduktion tieffrequenter Störgeräusche. Wenn Ihr draußen arbeiten wollt, kann ich als Extra den Fell-Windschutz von Rycote sehr empfehlen. Dieser lässt sich leicht anbringen und schützt vor Windgeräuschen.

Laveliermikrofon: Rode SmartLav+

Das Rode SmartLav+ is wahrscheinlich eines meiner Lieblings-Gadgets. Früher hatte ich damit meine alten Videos eingesprochen. Jetzt nutze ich es nur für Außeneinsätze, da ich mich weiter von der Kamera entfernen kann und auch in lauten Umgebungen nur meine Stimme aufgenommen wird. Damit ist es auch perfekt in sehr lauten Umgebungen wie Messen oder Hands-On-Bereichen. Auf dem Matebook-Event hatte ich es kurz Nicole geliehen und auch sie war begeistert, denn es war extrem laut in der Halle (Video).

Rode Smartlav+

Normalerweise ist es für Smartphones gedacht, wobei die Qualität von Smartphone zu Smartphone doch relativ stark variiert – schließlich sind die Soundchips nicht immer gleich gut. Mit iPhones oder Samsung-Smartphones habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht. Man kann es aber auch an eine Kamera oder einen Rekorder anschließen, wo die Soundqualität dann oft deutlich besser ist. Dafür braucht man aber einen TRRS-zu-TRS-Adapter, sonst funktioniert es nicht. Zum Aufnehmen kann man entweder die eigene App von Rode (iOS) oder eine alternative App wie RecForge Pro (Android) nutzen, wenn man auch gerne einige Dinge per Hand einstellen will.

Mikrofon: Zoom H1 Rekorder

Eine weitere kabellose Lösung ist der Zoom H1 Rekorder mit extra Popschutz. Dieses eignet sich besonders gut für Interviews oder wenn man ein außenreporterartiges Video drehen will, z.B. auf einer Messe. Beim Honor 9-Launch habe ich z.B. damit das Interview für einen Artikel aufgenommen, der demnächst noch erscheint. Manchmal nutze ich es aber auch einfach nur um seriöser zu wirken, so witzig das auch klingt.

Zoom H1 Audiorekorder

Schön ist auch, dass man nicht extra jemanden braucht, der an der Kamera sitzt und den Ton überwacht, sondern kann das Ganze auch selbst übernehmen. Beispielsweise kann man die Empfindlichkeit einstellen oder den Low-Cut-Filter einschalten. Mit einem Kopfhörer lässt sich über die 3,5-mm-Klinkenbuchse live mithören. Wer ein externes Mikrofon anschließen will, kann dies aber auch tun.

Über den USB-Anschluss kann man es auch als ein Audio-Interface nutzen, wenn man es an den PC oder sonstige Hardware anschließt. Mit einer AA-Batterie kann man dabei bis zu 10 Stunden aufnehmen, oder bis die eingesteckte microSD-Karte voll ist. Den Ton kann man am Ende schön auf den PC übertragen, bearbeiten und mit dem Video synchronisieren

Stativkopf: Manfrotto MHXPRO-3W 3-Wege-Neiger

Als Stativkopf nutze ich den Manfrotto MHXPRO-3W 3-Wege-Neiger. Er gefällt mir deshalb sehr gut, weil er sehr kompakt ist und man die Hebel auch zum besseren Transport einfahren kann. Wenn sie ausgefahren sind, sind sie zwar nicht sehr lang, aber noch lang genug für kontrollierte Kamerafahrten. Durch das Drehen an den Hebeln und anderen Verschlüssen lässt sich der Kopf entweder in einer bestimmten Position festmachen oder auch die Reibung festlegen, sodass Kamerafahrten um die eigene Achse deutlich einfacher werden. Ein wenig Feingefühl muss man aber dennoch mitbringen. Der Gummibandtrick, wie bei längeren Hebeln, funktioniert hier nicht.

Im Vergleich zu anderen Neigern hat man hier drei Wege, wie der Name bereits vermuten lässt. Das ist vor allem deshalb sehr gut, weil man sich jeder Art von Oberfläche gut anpassen kann und niemals mit einer schräg stehenden Kamera arbeiten muss, außer man will es. Dabei helfen auch die eingebauten Wasserwagen. Mit der Schnellwechselschiene, die im Lieferumfang mit dabei ist, lässt sich die Kamera schnell und einfach an- und ausdocken.

Stative/Tripods

Als Stativ nutze ich ein Q777 Stativ von QZSD, das es anscheinend mehrfach unter unterschiedlichen Herstellernamen gibt.

Das tolle an diesem Dreibeinstativ ist, dass es nicht nur einfach höhenverstellbar und mit 1,58 Meter relativ hoch ist, sondern auch sehr flexibel genutzt werden kann. Mit einfachen Handgriffen kann man es schnell zu einem Mono-Pod umbauen oder die Hauptachse so drehen, dass die Kamera kopfüber steht. Dabei steht es relativ stabil und lässt sich ziemlich klein machen, weshalb man es gut transportieren kann. Neben einer nicht wirklich stylischen Tasche zum Transport ist auch eine separate Tasche für den Kugelkopf dabei.

Der Kugelkopf ist ganz nett, wenn man nur Fotos machen will, aber ich habe ihn nie benutzt, da mir der Manfrotto-Kopf einfach mehr Anwendungsmöglichkeiten bietet.

Wenn ich mal etwas kleineres brauche, nutze ich ein mini Dreibein-Stativ von igadgitz. Dieser ist recht kompakt, steht stabil und mit dem eingebauten Kugelkopf lässt sich die Neigung der Kamera gut einstellen. Es ist zudem so gebaut, dass man es von der Ergonomie her als Pistolengriff nutzen kann. So lässt sich die Kameraführung leichter stabilisieren. Auch für das Vloggen hat man so einen guten Griff. Dieses Stativ hat mich auch 30 Tage durch China begleitet und dabei nicht enttäuscht.

Das waren die wichtigsten Dinge die ich immer dabei habe. Ansonsten habe ich auch noch die AM175 Kopfhörer von Honor, eine 10.000 mAh Quickcharge Powerbank von Huawei, das Huawei Mate 9 als Haupt-Handy und mein ASUS GL502VS Notebook dabei. Zu letzterem kommt bald auch ein spezieller Artikel/Video, kann ich hier schon mal verraten.

Wenn Ihr das Ganze einmal in Aktion sehen wollt, könnt Ihr gerne auf dem Youtube-Kanal vorbeischauen. Falls Ihr Fragen habt, beantworte ich diese gerne in den Kommentaren.