Nintendo Switch-Spiele: Wir haben Zelda, Mario Kart und Co. angezockt

Das Release-Line-Up von Nintendos neuer Konsole ist ziemlich lau. Umso wichtiger ist es da, dass die bereits angekündigten First-Party-Titel auf der Switch überzeugen können. Wir bleiben nach dem ersten Anspielen jedoch weiterhin skeptisch.

Die Nintendo Switch kommt am 3. März für rund 330 Euro in den Handel. Auf Amazon waren die Vorbestellungen binnen weniger Stunden vergriffen.

Aber was zockt man eigentlich, wenn man sich die Switch zum Start geholt hat? So richtig viele Spiele erscheinen zeitgleich mit der Konsole nämlich nicht. Nachdem sich Constructor HD trotz ursprünglicher Release-Ankündigung inzwischen verschoben hat, sind es noch genau fünf Spiele, die zum Start der Nintendo Switch erscheinen:

  • The Legend of Zelda: Breath of the Wild
  • Skylanders Imaginators
  • Just Dance 2017
  • Super Bomberman R
  • 1-2-Switch

Weitere Nintendo Switch-Spiele sollen dann im Laufe des Jahres erscheinen:

Große Titel und richtige Kracher erscheinen eher sporadisch und den flächendeckenden Support großer Entwicklerstudios vermissen wir auch schmerzlich. Nichts desto trotz konnten wir bereits einige der angekündigten Spiele für die Nintendo Switch ausprobieren und sind keinesfalls enttäuscht.

1-2-Switch

Die obligatorische Minispielsammlung die auf keiner (Nintendo-)Konsole fehlen darf. 1-2-Switch ist ein Partyspiel, bei dem immer zwei Konkurrenten im Mittelpunkt stehen und gegeneinander in Geschicklichkeits-, Reaktions- oder Gefühlsspielchen antreten. Vor Ort waren nicht alle der später im Spiel verfügbaren Duelle spielbar. Die Matches die wir bestreiten durften, haben uns jedoch einen guten Einblick in die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Joy-Cons gegeben.

Auch wenn sich 1-2-Switch mehr wie eine Tech-Demo fürs Steuerungspotenzial der Konsole angefühlt hat, machen die Minispielchen Laune. Wenn wir unserem Gegenüber ganz tief in die Augen sehen, der Eventtrubel aufgrund unserer Konzentration zu einem einheitlichen Rauschen verschwimmt, während wir hochkonzentriert darauf achten, unsere Pistole im richtigen Moment hochschnellen zu lassen und unserem Gegenüber den Hut von der Rübe zu pusten, gibt das ein fantastisches Cowboy-Feeling.

Zumal die richtige Wild-West-Körperhaltung tatsächlich dabei hilft, das Reaktionsmoment zu verbessern. Wer sich lieber auf die alte japanische Art duelliert, kann das mit dem Samurai Training. Während ein Spieler ein virtuelles Katana auf sein Gegenüber herunterschnellen lässt, versucht der andere es mit getimtem Klatschen auf den Controller abzufangen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei, dass wir nicht auf den Bildschirm schauen, sondern nur die Person mit dem erhobenen Controller ansehen und aufgrund ihrer Bewegungen reagieren.

Für alle, die es lieber ruhiger angehen lassen, gibt es das berüchtigte Melk-Spiel, in dem wir mit einer Kombination aus Gefühl und Rhythmus das Meiste aus dem Euter der virtuellen Kuh rausholen. Wer sich gerne so richtig zum Affen machen will, lässt sich am besten beim Spielen filmen. Die Controller-Haltung ist hier allerdings höchst gewöhnungsbedürftig.

Richtig knifflig wird es bei den Spielen, bei denen es auf die Feinmotorik ankommt. Etwa beim Schätzen von Kugeln, die wir in einem Kästchen rumrollen lassen, um sie zu zählen – alles virtuell versteht sich. Oder aber, wenn wir einen Safe durch gefühlvolles Drehen des Joy-Cons knacken müssen. Immer mit der Konkurrenz im Nacken, die uns auch bei Aufgaben, die keine schnelle Reaktion erfordern, mit besserem Geschick unter Druck setzen können. Ein bisschen mehr Action bietet das letzte Spiel, das wir aus der 1-2-Switch-Reihe testen konnten, indem wir auf Kommando eine beliebige Tanzpose ausführen, die unserer Gegenüber bestmöglich nachahmen muss. Nach jeder Runde wird gewechselt und wer die Bewegungen in drei Durchgängen besser kopiert hat, gewinnt.

Die -1-2-Switch-Spiele sind ein netter Party-Gag. Langzeitmotivation, besonders mit immer dem gleichen Partner, bieten es jedoch nicht. Wir konnten noch nicht alle Spiele aus dem bisher angekündigten Trailer ausprobieren. Vielleicht ändert das Sandwich-Ess-Spiel (WHAT?) ja noch unsere Meinung. Viel spaßiges Fremdschäm-Potenzial bietet 1-2-Switch aber allemal.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Das Spiel, auf das Nintendo-Jünger bereits sehnlich warten ist sicherlich The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Auch wenn es ebenfalls für die Wii U erscheint, haben wir das neue Zelda rund 45 Minuten auf der Switch gespielt. Für ein so umfangreiches Game wie ein Zelda ist das natürlich keine Zeit, dennoch haben wir einen ganz guten Einblick bekommen, wie es sich anfühlt und vor allem, wo Nintendo von den altbewährten Serienpfeilern abweicht.

Das ist beim japanischen Traditionsunternehmen nämlich erstmals ein großer Schritt, der sogleich die Massen spaltet. Breath oft he Wild spielt sich mehr wie ein klassisches Rollenspiel und nicht mehr so sehr, wie wir es aus der Serie gewohnt sind. Die einen freuen sich über neuen Schwung in der inzwischen 30 Jahre alten Reihe, andere schimpfen darüber, dass Link jetzt schwitzt, Kleidung den Wetterbedingungen entsprechend braucht und sich durch die komplett offene Spielwelt schlagen darf, wie es ihm beliebt.

Wir meinen: Etwas frischer Wind pustet den Staub von den alten Spielmechaniken. Gerade die unterschiedlichen Witterungsbedingungen, die Links Ausdauer, seine Leistung und letztendlich sein Leben beeinflussen, sind zumindest in der kurzen Zeit die wir es testen konnten, ein spannendes Feature. Wie es sich im kompletten Spiel ebenfalls gut schlägt, oder ob der ständige Klamottenwechsel aufgrund der Temperaturunterschiede in einzelnen Gebieten auf Dauer nur noch nervt, bleibt abzuwarten. Ebenso verhält es sich mit den sich abnutzenden Waffen, die in unserer Testzeit meist viel zu schnell zerbrochen sind. Hoffentlich sind die auf höheren Levels etwas haltbarer.

Auch das freie Bewegen durch die offene Welt rockt. Wir haben mehr Zeit damit verbracht, mit unserer riesigen Kriegsaxt Gras zu mähen, Wände verlassener Ruinen hochzuklettern oder riesige Felsbrocken einen Abhang hinunter zu schubsen, als dem eigentlichen Spielverlauf zu folgen. Wieso? Weil es geht! Zumal die wunderschön gezeichnete Comic-Grafik auf der Nintendo Switch ein herrliches Landschaftsbild zeigt, von dem wir uns nicht so schnell wieder verabschieden wollten.

Wem die Änderungen trotzdem noch Kopfschmerzen bereiten, dem sei gesagt: Spätestens, wenn ihr die erste Kiste öffnet und der klassische Sound dazu ertönt, ist beim Fanboy-Herz Gänsehaut vorprogrammiert. The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein tolles Spiel für Serieneinsteiger, weil es eben vieles neu macht und man keine Vorkenntnisse der Mechanik fordert, um voll aufzublühen.

Und wenn ihr mich fragt, sollten auch Serienfans nicht allzu skeptisch an die Sache rangehen, denn für die gibt es jede Menge Neuerungen zu entdecken, verpackt in klassisches Zelda-Feeling. Oh und Link heißt diesmal übrigens ausschließlich Link, wir können ihm in Breath of the Wild keinen eigenen Namen geben. Aber mal ehrlich, wer will das schon?

Mario Kart 8 Deluxe

Leider erscheint die Neuauflage des Wii-U-Spiels nicht bereits zum Start der Konsole, sondern erst am 28. April. Wer Mario Kart 8 bereits von der Wii U kennt, der weiß, was ihn erwartet, denn alle Inhalte der Wii-U-Version sind ebenfalls in Mario Kart 8 Deluxe enthalten. Inklusive aller DLCs, mit neuen Fahrern, zusätzlichen Strecken und dem überarbeiteten Schlacht-Modus (den wir aber nicht ausprobieren konnten).

Die Strecken sind bunt und voller Abkürzungen, die Items fies und die Bananenschalen rutschig. Auf der Switch spielt sich Mario Kart genauso locker flockig, wie wir es gewohnt sind, mit dem Vorteil, dass wir deutlich mehr Koop-Möglichkeiten haben. Einerseits können wir natürlich klassisch auf dem Fernseher im Split-Screen gegen unsere Freunde rasen, indem wir mit dem herkömmlichen Gamepad, oder aber, wie bereits mit der Wii-Mote, durch Motion-Steuerung lenken. Dafür gibt es sogar kleine Lenkradeinsätze für den Joy-Con.

Oder wir stellen die Konsole auf und rasen auf dem Handheld-Display, ebenfalls im Split-Screen. Das ist für kurze Partien unterwegs recht praktisch, auf Dauer aber nicht wirklich praktikabel. Der Split-Screen im Handheld-Modus ist bei einem rund 6-Zoll-Display dann doch arg klein, genauso verhält es sich mit dem Joy-Con, wenn wir nicht mit der Bewegungssteuerung lenken wollen.

Richtig cool ist hingegen der Modus, in dem wir die Switch als Handheld mit bis zu acht Konsolen unserer Freunde zusammenschließen und alle an einem Ort auf unserer eigenen Switch um die Wette rasen. Das haben wir auf dem Event ebenfalls mit sieben Kollegen testen können und können bedenkenlos sagen, der Koop-Spaß den wir vom Vierer-Split-Screen kennen, wird damit einfach verdoppelt. Klar, dass das noch mehr Spaß als jedes Online-Rennen macht, wir können uns ja vor Ort direkt beschimpfen. Jetzt müssen sich nur noch sieben Freunde finden, die eine Nintendo Switch besitzen.

Arms

Ein weiterer großer Titel, mit dem Nintendo auf dem Ankündigungs-Event der Switch geworben hat, ist Arms. Auch das wird nicht zum Release der Konsole, sondern erst im Sommer 2017 erscheinen. Im Beat ‘em Up prügeln wir Freunden mit langen Springteufel-Armen die Seele aus dem Leib. Gesteuert wird das Ganze via Bewegungssteuerung, ähnlich wie das Boxen bei Wii Sports damals.

Arms verlangt von uns aber nicht nur hektisches Rumgefuchtel mit den Armen, sondern auch präzises Blocken, indem wir unsere Hände überkreuzen und gekonntes Movement. Das erfordert eine Kombination der Bewegungssteuerung mit den Schultertasten der Joy-Cons. Um mehr Taktik ins Spiel zu bringen, laden wir Spezialattacken auf, die wir auf Knopfdruck ausführen, setzen Kombos und Griffe ein, um den Gegner auf dem Bildschirm aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ähnlich wie in großen 3D-Beat-‘em-Up-Reihen á la Soul Calibur können wir auch in Arms, trotz fuchteliger Bewegungssteuerung mit taktisch gesetzten Kombos und klugem Ausweichen den entscheidenden Vorteil rausholen. Für mehr Spieltiefe als bei einem Wii-Sports-Game sorgt dann auch noch die Auswahl an unterschiedlichen Waffen, also Armen, mit denen wir Spezialfähigkeiten, besondere Schläge oder Schwünge erhalten.

Schade, dass wir beim Anspielen nicht genug Zeit hatten, um alle durchzuprobieren, denn mit etwas Einarbeitungszeit kann Arms sicher vom netten Party-Prügler zum fordernden Beat ‘em Up werden. Für alle, die sich lieber weniger dabei bewegen, erscheint im Laufe des Jahres übrigens auch noch Ultra Street Fighter II: The Final Challengers mit herkömmlicher Konsolensteuerung.

Splatoon 2

Der Vorgänger fand auf der Wii U großen Anklang. Zumal man sowas wie Shooter auf der Konsole schmerzlich vermisst hat und Splatoon so ziemlich das einzige Spiel war, das entfernt die Multiplayer-Schützen angesprochen hat. Mit der Switch geht das Farbgeballer jetzt in die zweite Runde und macht nach den ersten Matches, die wir bisher geschlagen haben auch echt Laune.

Gesteuert wird entweder wie gewohnt über den Bewegungssensor im Controller (auch im Pro-Pad für die Switch) oder aber klassisch über die Sticks. Letzteres konnten wir noch nicht ausprobieren, soll aber in der finalen Version des Spiels im Sommer möglich sein. Optisch erinnert Splatoon 2 eher an eine Remastered-Version des Vorgängers, als an ein komplett neues Spiel, im Gameplay hat sich dafür immerhin etwas getan.

Zwar ist es immer noch unser Ziel, mit den Farbpistolen das gegnerische Team auszulöschen und die Karte mit unserer Teamfarbe zu beschmieren, dafür steht uns jetzt aber eine neue Waffe zur Verfügung. Die Doppelpistolen haben eine hohe Feuerrate und verspritzen so richtig schnell eine Menge Farbe. Mit der Spezialattacke, einem Jetpack mit dem wir über die Map düsen, markieren wir im Eiltempo ganze Landstriche.

Aber auch alt bewährte Waffen, wie die Farbrolle haben einen neuen Anstrich in Form von neuen Spezialattacken bekommen. Richtig gut spielt sich Splatoon 2 übrigens im Handheld-Modus der Switch. Da wir hier nicht unsere Hände unabhängig vom Fernseher bewegen müssen, sondern direkt mit vollem Körpereinsatz Blick- und Zielrichtung immer im Einklang haben.

Snipperclips

Snipperclips gehört zwar nicht zu den Titeln, die vorab groß angekündigt wurden, aber durchaus zu den Spielen, die uns beim Anspielen am meisten begeistert haben. Das Knobelspiel ist auf zwei Spieler ausgelegt und erfordert perfekt abgestimmtes Teamwork. Jeder Spieler hat eine kleine Papierfigur, die der jeweils Andere zuschneiden kann, indem er den Körper seines Papiermännchens drüberlegt und zuknippst.

Ziel des Spiels ist es, durch diese einfache Mechanik etwa Muster nachzustellen oder bestimmte Orte zu erreichen. In der knapp bemessenen Anspielzeit sind wir leider schon beim dritten Rätsel kläglich gescheitert. Nicht weil wir nicht wussten was zu tun ist, sondern weil das mit dem Teamwork einfach nicht klappen wollte.

Macht aber nichts, versuchen sich gegenseitig auszulöschen, indem man den Anderen komplett wegschnipselt ist auch ganz unterhaltsam. Für alle, die auf Knobelrätsel stehen und einen geduldigen Partner zur Hand haben, ist Snipperclips auf der Switch aber ein absolutes Muss. Es ist spaßig, fordernd, super niedlich und kommt außerdem schon im März, gehört damit also zu den ersten Spielen, die für die Konsole erscheinen.